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Fahrrad fahren wird in Frankfurt immer beliebter.

Radfahren in Frankfurt

Studie zeigt: Frankfurter fahren immer öfter Fahrrad

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In Frankfurt wird Fahrrad fahren immer beliebter. Zufußgehen und öffentlicher Nahverkehr sind weniger gefragt.

  • In Frankfurt wird immer mehr Fahrrad gefahren.
  • Studie der Stadt Frankfurt zeigt deutlichen Anstieg.
  • Auch immer mehr Autos sind in der Stadt unterwegs.

Frankfurt - Zur Fahrradstadt entwickelt sich Frankfurt. Nicht nur viele neue und bessere Radwege künden davon. Die Bürger steuern um: Der Anteil des Fahrrads am gesamten Verkehr ist laut einer Studie der TU Dresden um satte 58 Prozent gestiegen. Andere saubere Verkehrsmittel geraten jedoch ins Hintertreffen.

Der subjektive Eindruck auf den Straßen trügt nicht: Sehr viel mehr Radfahrer sind in Frankfurt unterwegs. Das zeigen die Forscher auf, die 2018 ein Jahr lang repräsentativ Haushalte monatlich telefonisch befragt haben. Alle fünf Jahre gibt es eine solche Studie im Auftrag des städtischen Verkehrsdezernats. Die wichtigsten Erkenntnisse daraus:

In Frankfurt gibt es viel mehr Radverkehr

Der Anteil des Radverkehrs hat von 12,6 auf 19,8 Prozent stark zugenommen, 2003 waren es erst 8,9 Prozent. Diese Steigerung sei im deutschen Städtevergleich herausragend, sagt Verkehrsdezernent Klaus Oesterling (SPD). "Das verpflichtet dazu, dem Radverkehr den entsprechenden Raum einzuräumen." Denn der habe noch nicht die "40 Prozent des Straßenraums zur Verfügung", die ihm zustünden. "Das geht nur zulasten des Autoverkehrs", sagt Oesterling.

Den Radweg-Ausbau führe die Stadt fort, wie voriges Jahr beschlossen. Pop-up-Radstreifen, zuletzt von Rad-Aktivisten gefordert, lehnt er ab. Markierungen genügten nicht, auch Ampelschaltungen, Einmündungen und Haltestellen müssten angepasst werden, sagt der Leiter der städtischen Stabsstelle Radverkehr, Stefan Lüdecke. Radwege zu planen sei "sehr arbeitsintensiv", erklärt Dezernent Oesterling, seine Behörde damit voll ausgelastet. Aktuell würden aber weitere Planer eingestellt.

Menschen in Frankfurt sind seltener zu Fuß unterwegs

Die Frankfurter sind nur noch auf 25,9 nach 29,7 Prozent ihrer Wege auf Schusters Rappen unterwegs. Sie stiegen wohl öfter aufs schnellere Fahrrad, schätzt Dezernent Oesterling. Er räumt ein, dass es "Konflikte besonders zwischen älteren Bürgern und dem Radverkehr" gebe. "Aber es ist nicht Aufgabe meiner Politik, den Anteil des Fußverkehrs zulasten des Radverkehrs wieder zu steigern."

Nahverkehr verliert

Trendwende bei Bahn und Bus: Nach bisher steten Steigerungen sinkt der Anteil erstmals von 22,5 auf 21,3 Prozent. Es habe in den vorigen Jahren "nicht so die großen Ausbaustücke" im Nahverkehr gegeben, gibt Klaus Oesterling zu. Sobald diese kämen, etwa an der U5 oder mit Straßenbahnstrecken ins Umland, "wird der Anteil des ÖPNV wieder steigen".

Anzahl der Autos in Frankfurt wächst

Die Anzahl der Autos, die die Frankfurter besitzen, hat von 335 000 auf 358 000 zugenommen. Sie werden aber im Verhältnis zu anderen Verkehrsmittel um zwei Prozent seltener gefahren. Die Zahl der Haushalte ohne Auto geht sogar von 38,4 auf 30,9 Prozent herunter. Demnach nutzen Autobesitzer öfter andere Verkehrsmittel. Für Klaus Oesterling kein Wunder, weil das Fahrrad auf kurzen Strecken oft schneller sei.

Insgesamt mehr Verkehr in Frankfurt

Auch wenn sich Anteile verschieben: Insgesamt ist viel mehr Verkehr unterwegs, weil die Stadt von 2013 bis 2018 um 112 000 auf 732 000 Einwohner wuchs. Alle Verkehrsmittel verzeichnen ein Plus: 231 000 Fahrradfahrten pro Tag, 97 000 Autofahrten, 64 000 Fahrten mit Bahn und Bus, 31 000 Fußwege. "Wenn wir nicht diese exorbitante Steigerung beim Radverkehr gehabt hätten, wäre der Verkehr zusammengebrochen", folgert Klaus Oesterling. Das Radwachstum helfe ironischerweise, den Autoverkehr flüssig zu halten. "Autofahrer sollten also ein Interesse daran haben, dass der Radverkehr ausgebaut wird." 

Von Dennis Pfeiffer-Goldmann

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