Bei einem SUV-Unfall in Frankfurt wurden zwei Menschen tödlich verletzt. Der Fahrer wird nun wegen Mordes angeklagt.
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Bei einem SUV-Unfall in Frankfurt wurden zwei Menschen tödlich verletzt. Der Fahrer wird nun wegen Mordes angeklagt.

Fahrer in Haft

„Gaspedal voll durchgedrückt“ – Erschreckende Details zur tödlichen SUV-Raserei in Frankfurt

  • Tobias Möllers
    vonTobias Möllers
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Nach dem SUV-Unfall mit zwei Toten im Ostend in Frankfurt hat ein Richter Haftbefehl wegen Mordes erlassen. Ein Mann soll den Unfall vorsätzlich verursacht haben.

  • Frankfurt: SUV-Fahrer verursacht tödlichen Unfall im Ostend.
  • Richter erlässt Haftbefehl wegen Mordes gegen 38-Jährigen.
  • Lieferte sich der SUV-Fahre ein Autorennen?

Frankfurt - Nach einem tödlichen Unfall im Ostend in Frankfurt am 21. November 2020 muss sich nun ein 38-jähriger SUV-Fahrer wegen Mordes vor Gericht verantworten. Nach Angaben der Staatsanwaltschaft Frankfurt am Main wurde der Mann aus Frankfurt gestern festgenommen. Er soll noch heute dem Ermittlungsrichter beim Amtsgericht vorgeführt werden.

Der Richter hatte zuvor auf Antrag der Staatsanwaltschaft einen Haftbefehl wegen Mordes mit einem gemeingefährlichen Mittel, gefährlicher Körperverletzung und verbotener Kraftfahrzeugrennen erlassen. Der 38-Jährige ist demnach dringend verdächtig, am Nachmittag des 21. November 2020 im Frankfurter Ostend mit seinem über 600 PS-starken SUV durch deutlich überhöhte Geschwindigkeit und grob verkehrswidrige Fahrweise den schweren Unfall verursacht und dabei den Tod der zwei Menschen verursacht zu haben.

Zwei Tote bei SUV-Unfall in Frankfurt: Ermittler gehen von Vorsatz aus

Bei dem Unfall in Frankfurt waren ein 27-jähriger Fahrradkurier und ein 61 Jahre alter Fußgänger getötet und die 31 Jahre alte Tochter des 61-Jährigen schwer verletzt worden. Die Staatsanwaltschaft Frankfurt hatte gegen den SUV-Fahrer zunächst wegen des Verdachts der fahrlässigen Tötung ermittelt, bei den Ermittlungen ergaben sich dann jedoch Anhaltspunkte dafür, dass der SUV-Fahrer den Unfall nicht sorgfaltswidrig, sondern vorsätzlich verursacht hat.

Dem Mann wird von den Ermittlern in Frankfurt zur Last gelegt, seinen SUV an zwei Ampeln jeweils stark beschleunigt und sich dabei mit einem anderen Autofahrer ein Rennen geliefert zu haben. Bei der Einfahrt in eine Kurve in der Oskar-von-Miller-Straße soll der SUV-Fahrer das Gaspedal dann nahezu vollständig durchgedrückt und einen „Drift“ eingeleitet haben, um die höchstmögliche Geschwindigkeit zu erreichen und so anderen Verkehrsteilnehmern durch sein riskantes Fahrverhalten zu imponieren.

Tödlicher SUV-Unfall in Frankfurt: Fahrer deaktiviert Sicherheitssysteme

Erschwerend kommt hinzu, dass der SUV-Fahrer schon vor Fahrtantritt ein für die Stabilisierung des SUV verantwortliches System manuell ausgeschaltet haben soll. Das führte schließlich dazu, dass das Heck des Wagens ausbrach und auf den parallel zur Fahrbahn verlaufenden Fahrradstreifen schleuderte, wo er mit einer Geschwindigkeit von etwa 82 km/h den Kurierfahrer und die beiden Fußgänger erfasste.

Die schwerverletzte Frau erlitt dabei neben einer Beckenfraktur mehrere potentielle lebensbedrohliche Verletzungen. Der 27-jährige Kurier und der 61-jährige Vater der Schwerverletzten starben trotz unverzüglich eingeleiteter Rettungsmaßnahmen noch an der Unfallstelle. Die Staatsanwaltschaft Frankfurt wirft dem SUV-Fahrer nun vor, durch seine riskante Fahrweise und die Deaktivierung eingebauter Sicherheitssysteme an seinem Auto zumindest billigend in Kauf genommen zu haben, andere Verkehrsteilnehmer auch tödlich zu verletzen. 

Einen Unfall mit zwei Toten gab es erst kürzlich auch im Frankfurter Stadtteil Sachsenhausen. Hier sind die Hintergründe aber noch nicht ganz klar. (Tobias Möllers)

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