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Ein Verkehrsschild für eine Tempo-30-Zone steht an der Straße

Verkehr

Tempo 30: Autofahrer müssen auf Alleenring langsamer fahren

Seit vier Jahren ringt die Koalition in Frankfurt um ein nächtliches Tempolimit auf einigen Hauptstraßen. Nun wird der Kompromiss, den die Koalition im Frühjahr beschlossen hat, umgesetzt.

Frankfurt - „Nach den Herbstferien, ab dem 15. Oktober, gilt Tempo 30 in der Nacht auf der Nibelungenallee und der Rothschildallee“, sagte Verkehrsdezernent Klaus Oesterling (SPD. Auf diesem Teil des Alleenrings stehen die entsprechenden Schilder bereits, auch wenn sie noch abgeklebt sind. So können sich Autofahrer an die künftige Situation gewöhnen. Zwischen 22 Uhr und 6 Uhr müssen sie langsamer fahren, falls sie nicht geblitzt werden wollen – denn oft genug parkt ein „Enforcement Trailer“, ein Blitzgerät, auf der Strecke.

Rechnet man die Höhenstraße hinzu, wo seit 2012 das nächtliche Tempolimit besteht, müssen Autofahrer dann auf zwei Kilometern des Alleenrings entschleunigen. „Wir gehen davon aus, dass am Alleenring nachts mehr Ruhe einkehrt und die Unfallhäufigkeit sinkt“, sagte Oesterling. Der Straßenzug ist von Wohnbebauung und einer Klinik geprägt. Die Ampelschaltungen werden angepasst.

Tempolimit auf vier Hauptstraßen getestet

Das nächtliche Tempolimit hatte die Stadt beim Verkehrsversuch Tempo 30 in der Nacht in den Jahren 2015 und 2016 auf vier Hauptstraßen getestet. Dies waren die Eschersheimer Landstraße, die Lange Straße, der Mainkai sowie die Rothschild- und Nibelungenallee. Ein Gutachterbüro hatte den Verkehrsversuch ausgewertet und kam zum Ergebnis, dass Tempo 30 nachts „eine geeignete Maßnahme zur Lärmminderung“ sei. Autofahrer fuhren demnach deutlich langsamer. Der Lärm ging um rund drei Dezibel zurück.

Dennoch beendete die Koalition auf Drängen der CDU den Verkehrsversuch Ende 2016. Die Schilder wurden wieder abmontiert. Im März einigte sich die Koalition darauf, an zwei von vier getesteten Straßen das nächtliche Tempolimit wieder einzuführen. Die sind der Mainkai, der seit August sogar komplett für den Autoverkehr gesperrt ist, und die Rothschild- und Nibelungenallee. Die Eschersheimer Landstraße und die Lange Straße bleiben außen vor. „Wir freuen uns, dass es bald Tempo 30 in der Nacht auf Teilen des Alleenrings gibt, aber wir verstehen nicht, warum es von der Entscheidung bis zur Umsetzung Monate gedauert hat“, sagte Anwohnerin Martina Lansky für die Arbeitsgruppe Tempo 30 bei Nacht. Die Arbeitsgruppe hatte bei einer Petition mehr als 200 Unterschriften für das Tempolimit gesammelt und unter anderem im Ortsbeirat dafür geworben.

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Ausbau der Radwege angekündigt

Stadtrat Oesterling kündigte neben dem Tempolimit den Ausbau der Radwege an. Auf der Schönen Aussicht werde eine von drei Fahrspuren zu einem Zweirichtungsradweg umgewandelt. Noch in diesem Jahr werde der Radweg auf der Kurt-Schumacher-Straße vom Börneplatz über die Konstablerwache bis zum Friedberger Tor verlängert.

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Im kommenden Jahr werde der Radweg in der Gegenrichtung ausgebaut, vom Friedberger Tor zum Börneplatz, außerdem zwischen Friedberger Tor und Matthias-Beltz-Platz in beide Richtungen, nach Norden mit einem Schlenker über die Rotlintstraße. fle

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