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Große Sprünge sind im Hundeauslauf im Grüneburgpark für Vierbeiner nicht möglich. Hundehalter kritisieren, dass der Platz viel zu beengt sei. Doch nur hier dürfen die Tiere frei laufen, im Park selbst herrscht Leinenpflicht.

Stadt bleibt stumm

Ja oder nein: Streit um Leinenpflicht im Grüneburgpark

Die einen wollen den Vierbeinern möglichst viele Freiheiten lassen, andere fordern die Einhaltung des Leinenzwangs und verweisen auf den Hundeauslauf. Der gefällt aber nicht jedem. Das Amt sieht keinen Handlungsbedarf.

Frankfurt - Mit der Leinenpflicht im Grüneburgpark nehmen es einige Hundebesitzer nicht so genau. Sie lassen ihre Vierbeiner frei laufen - dabei ist das grundsätzlich nur im eigens dafür vorgesehenen Hundeauslauf erlaubt. Werden sie darauf angesprochen, flüchten sie sich in Ausreden: Man habe nicht gewusst, dass es einen Leinenzwang gibt, oder aber der Hund sei ein ganz lieber und tue niemanden etwas.

Axel Kaufmann (CDU), Vorsteher im Ortsbezirk 2 (Bockenheim, Westend, Kuhwald), kennt bei entsprechenden Verstößen aber kein Pardon. "Wer gegen Vorschriften verstößt und erwischt wird, muss ein Bußgeld bezahlen", sagt er. Seine Kollegen im Ortsbeirat sehen das genauso, das wurde in der jüngsten Sitzung des Gremiums deutlich. "Der Grüneburgpark ist eine städtische Erholungsfläche für Menschen", betonte etwa Hans-Jürgen Hammelmann (Linke).

Von einer Hetzjagd auf Hundebesitzer könne keine Rede sein, widersprach Kaufmann in der Bürgerfragestunde Äußerungen von Thomas Dittrich. "Das Leben ohne Mops ist möglich, aber sinnlos", zitierte Günter Heilmann (Grüne) den Komiker Loriot und betonte: "Sprüche wie Jagd auf Hundehalter sind mir aber wirklich zu hochgegriffen." Dittrich hatte erklärt, er habe den Eindruck, das Ordnungsamt habe bei Kontrollen im Park vor allem Hundebesitzer im Visier.

Bußgeld im Grüneburgpark ist zu hoch

Seinen Eindruck belegte Dittrich, der Stadtbezirksvorsteher im Nordend-West ist, an Zahlen. So hätten sich im vergangenen Jahr von insgesamt 31 Ordnungswidrigkeitsverfahren im Grüneburgpark 25 (81 Prozent) gegen Hundebesitzer gerichtet. Fehlende Halsbänder, Auslauf ohne Leine und Gang über die Liegewiesen seien ihnen zur Last gelegt worden. Seiner Meinung nach würden rücksichtsloses Fahrradfahren, wildes Campieren in der Grünanlage oder aber Grillen viel zu wenig geahndet. Außerdem kritisiert Dittrich die Höhe des Bußgeldes gegen die Hundehalter: "Mit 148 Euro ist es im Vergleich zum Falschparken viel zu hoch", sagte Dittrich.

Lesen Sie auch: Frau (24) lässt Hund in heißem Auto zurück - Rettung in letzter Sekunde* Eine Frau hat einen kleinen Hund in der U-Bahn schwer misshandelt. Sie hatte das Tier zuvor vor einem Supermarkt entführt, wie fnp.de berichtet. 

Den Hundeauslauf im Grüneburgpark wünsche er sich an einer geeigneteren Stelle, erklärte er. Am jetzigen Standort unter den Bäumen sei es dunkel und meist sehr feucht. Gras wachse dort überhaupt keines, weshalb die Tiere sich dort nicht wohl fühlten, erklärte er. "Ich lasse meinen Hund da nicht rein, da holt er sich nur eine Krankheit", bestätigte ein Bürger Dittrichs Angaben. Mit 40 mal 60 Meter sei die Fläche ohnehin viel zu klein. Deshalb schlägt Dittrich vor, die Fläche zu verlegen - und zwar auf eine relativ wenig genutzte Wiese im nördlichen Teil des Parks unmittelbar an den Rosenbeeten.

Davon will man im Grünflächenamt allerdings nichts wissen und verweist auch auf die große Hundewiese, die auf dem einstigen Gelände der Bundesgartenschau (BUGA-Gelände) ausgewiesen worden sei. "Das Gelände ist ohnehin ideal für Hunde. Aber auch da wird kontrolliert", sagte Arno Völker (Grüne) in der Sitzung. Nach Mitteilung des Amtes ist der Hundeauslauf im Grüneburgpark aber ohnehin erst kürzlich ertüchtigt worden, unter anderem sei ein neuer Zaun sei um die Fläche errichtet worden.

Führerschein machen

Dittrich gab den Ortsbeiräten mit an die Hand, auch einmal über den Tellerrand hinaus zu blicken - etwa nach Holland. Dort dürften Hunde bei Regenwetter beispielsweise frei in den Parks laufen, weil die Grünflächen dann meist kaum frequentiert seien. Außerdem verwies er auf die Praxis in anderen Bundesländern. Inhaber von Hundeführerscheinen mit nachgewiesenen Fähigkeiten zum Führen eines Hundes dürften ihre Vierbeiner unangeleint laufen lassen.

Das will eine Bürgerin aber unbedingt vermeiden, weil es im Park mehrere Spielplätze gibt, auf denen Kinder spielen. "Innerhalb von einer Stunde habe ich kürzlich erst fünf Hunde auf dem Spiel gezählt. Die gehören da aber nicht hin", sagte sie besorgt.

VON MATTHIAS BITTNER

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