Runde Sache: Der Tigerpalast spielt die neue Saison im mondänen Palmengarten-Gesellschaftshaus - und Alyona Pavlova ist eine der Hauptattraktionen. Dass es jetzt losgeht mit den Shows, freut (v. li.): Robert Mangold, Margareta Dillinger und Johnny Klinke. Foto: Enrico Sauda
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Runde Sache: Der Tigerpalast spielt die neue Saison im mondänen Palmengarten-Gesellschaftshaus - und Alyona Pavlova ist eine der Hauptattraktionen. Dass es jetzt losgeht mit den Shows, freut (v. li.): Robert Mangold, Margareta Dillinger und Johnny Klinke. Foto: Enrico Sauda

Unterhaltung

Frankfurt: Tigerpalast präsentiert seine neue Show unter Palmen

  • vonEnrico Sauda
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Die geliebte Enge des Variete-Theaters in der Heiligkreuzgasse ist in Corona-Zeiten nicht tragbar wegen der Abstandsregeln. Nun zeigen hochkarätige Artisten aus aller Welt ihre magische neue Show an einem anderen bekannte Ort der Stadt: Im prächtigen Gesellschaftshaus des Palmenngartens. Die Macher sind froh über diese schöne Lösung.

The Show must go on, das wollen alle Beteiligten. Weil es aber in der Heiligkreuzgasse, wo das Varieté-Theater Tigerpalast seinen Stammsitz hat, wegen der Enge und Corona vorerst nicht weitergeht, musste eine Lösung her. "Wir jammern nicht, sondern sind zum schönsten Ort der Stadt gezogen", sagte Impresario Johnny Klinkegestern. Mit Mann und Maus und Tigerpalast-Orchester sind die "Raubkatzen" ins Schmuckkästchen der Stadt, das prächtige Palmengarten-Gesellschaftshaus, übergesiedelt. Hier haben die Varieté-Macher Margareta Dillingerund Johnny Klinke groß und glamourös das 30-jährige Bestehen des Tigerpalastes gefeiert. Nun herrscht Corona und der Tigerpalast "schlummert", sagt Klinke. "Der Tigerpalast, das weiß jeder, lebt von der Enge", sagt Dillinger.

Nun geht die Tigerpalast-Revue mit 20 internationalen Top-Artisten ab dem 20. November im Palmengarten-Gesellschaftshaus über die Bühne. "Vorerst freitags, samstags und sonntags", sagt Robert Mangold, geschäftsführender Gesellschafter der Tiger-Palmen-Gastronomie. Das Hygienekonzept hat Benjamin Coppikentwickelt, Fachmeister Veranstaltungstechnik: "Es geht weit über die Verordnungen hinaus und zeigt, wie achtsam der Tigerpalast ist." Es gibt neben den Standards eine Wärmebilderfassung, ausreichende Belüftung und kontaktlose Wege. Weil die Daten aller sich im Haus Befindlichen erfasst werden, ist eine Nachverfolgung möglich. Vorerst sind bis zum 17. Januar 40 Spieltage angesetzt. "Wir spielen nicht, weil wir subventioniert sind und spielen müssen", sagte Klinke. Vielmehr brennen die Artisten darauf, nach langer Pause wieder auf der Bühne zu stehen. "Einige sind über den Sommer hier geblieben, weil in ihren Ländern Corona wütete, und haben bei uns im Tigerpalast, den Ort, den ich über alles liebe, trainiert", sagte Dillinger. Dieser Anblick habe ihr Kraft und Hoffnung gegeben. "Das ist der entscheidende Punkt, Frankfurt ohne den Tigerpalast ist nicht denkbar", sagte Klinke. Um die Spielstätte steht es schlecht. Die Lage ist so ernst, dass der Vermieter Kulanz zeigte. "Und der kommt aus Offenbach", scherzte Klinke.

Bei aller Vorfreude gilt: "Wir haben keine Angst, aber die Lage ist sehr ernst." Es sei "sehr ruhig geworden um das Kulturgeschehen in dieser Stadt. Wir sollten lauter werden. Es geht ums Ganze", so Klinke. Er forderte mehr Mut seitens der Politik, sie solle "gewisse Dinge" erlauben. Konkret die Verringerung der Abstandsregel von 1,5 Meter auf einen Meter. So hätten im Tigerpalast 135 Gäste Platz, Vorstellungen könnten dort stattfinden. Auch wenn das sehr knapp kalkuliert wäre, so Mangold. Bei einem Abstand von 1,5 Meter fänden maximal 90 Gäste Platz. Viel zu wenig. "Das ist wirtschaftlich nicht machbar", so Mangold.

"Wir hatten bis zuletzt die Hoffnung, dass wir doch noch im Tigerpalast spielen könnten", sagte Margarete Dillinger. Doch nun wird es eben das Palmengarten Gesellschaftshaus sein. Es hätte schlimmer kommen können. Viel schlimmer. es

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