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Wenn deutsche Städte Menschen wären: „Frankfurt hängt mit zwielichtigen Leuten ab“

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Von: Niklas Hecht

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Eine TikTokerin aus Vietnam dreht witzige Videos über deutsche Klischees. Frankfurt darf da natürlich nicht fehlen.

Frankfurt - Klischees werden heutzutage (oftmals zurecht) als veraltete Stereotype und Rollenbilder abgetan. Während des Sommerurlaubs stellt der geneigte Leser dann aber doch öfter fest, dass beispielweise die Menschen in Süd- oder Nordeuropa teilweise anders ticken und anderen Traditionen haben als in den heimischen Gefilden. Eine, die sich mit den Klischees der Deutschen so lustig auseinandersetzt, wie derzeit kaum jemand sonst ist Uyen Ninh.

Die gebürtige Vietnamesin zog vor einigen Jahren der Liebe wegen von Hanoi nach Mannheim und setzt sich seitdem auf Instagram und TikTok mit Dingen auseinander, die typisch deutsch sind. Das reicht von der vielbesprochenen Pünktlichkeit, über das Abendbrot, bis hin zur Geschwindigkeit, mit der Aldi-Kassierer die Waren über das Band ziehen. „Ich dachte mir sofort: Woah, diese Stadt hat viele Bäume und alles ist so gut organisiert“, sagte sie vergangenes Jahr der Zeit über ihren ersten Tag in Deutschland 2019.

Am nächsten Tag seien ihr die Kippfenster aufgefallen: „Ich dachte, es würde mir auf den Kopf fallen“. In Vietnam gebe es diese Art Fenster nicht. Ninh begann, ihre Alltagsbeobachtungen in Videoschnipseln auf TikTok zu teilen. Heute hat sie auf der Plattform fast eine Millionen Follower.

Wenn Frankfurt ein Mensch wäre: Trainingsjacke und Kaugummi

Eine Stadt darf bei dieser lustigen Auseinandersetzung mit deutschen Klischees natürlich nicht fehlen: Frankfurt. In einem Video stellt sich Ninh die Frage, wie deutsche Großstädte wohl als Schüler wären. Berlin wäre vegan, beginnt Ninh das Video. Und ihr Traum wäre es, an einer Kunstschule angenommen zu werden. „Es macht Spaß mit Berlin abzuhängen, sie liebt Technomusik und sie ist immer high“. Bekleidet ist die TikTokerin als „Berlin“ mit einem schwarzen Ledermantel und bunter Sonnenbrille.

München dagegen, fährt Ninh fort, sei schön und high Fashion. Ihren Eltern gehöre die größte Bierbrauerei, deshalb sei sie reich. Und: „Sie macht jedem klar, dass sie anders ist, als der Rest der Klasse.“ Bei diesem Satz wirft die TikTokerin die Haare ihrer blonden Perücke mit einer schwungvollen, gespielt arroganten Geste über die Schultern.

Frankfurt gehe es hingegen nicht gut, kommt Ninh, nun mit Kaugummi im Mund und einer Adidas-Trainingsjacke bekleidet, zu guter Letzt auf die Stadt am Main zu sprechen. „Seine Eltern wollen, dass er Bänker wird, aber stattdessen hängt er mit zwielichtigen Leuten ab. Wir haben ein bisschen Angst, ihm zu nahe zu kommen.“ Ein Körnchen Wahrheit steckt in diesen Stadt-Klischees sicherlich drin.

Frankfurt: „Kann man nicht nur über den Hauptbahnhof definieren“

Berlin ist in der ganzen Welt für seine Techno-Szene bekannt und auch die Münchener Schickeria gibt es nicht nur in Geschichten. Im Frankfurter Bahnhofsviertel wurde vor einigen Wochen eine Waffenverbotszone eingeführt werden, um die tiefgreifenden Probleme mit der Kriminalität im Stadtteil unter Kontrolle zu bekommen. In erster Linie ist der Clip aber natürlich witzig gemeint. In den Kommentaren wird Ninh für das Video gefeiert. „Sie hat München mit perfekten Worten beschrieben“, meint eine Userin. „„Ich hoffe, Berlin kommt auf die Kunstschule“, kommentiert ein anderer Nutzer. Eine dritte Userin differenziert: „Frankfurt ist einfach so schön, man kann es nicht nur über den Hauptbahnhof definieren“. (nhe)

Auf Reddit diskutieren Menschen über einen Sticker, der überall in Frankfurt zu finden ist. Was steckt hinter der Aktion?

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