Traffiq möchte die Niederrädder Buslinie 84 überarbeiten. Der Midi-Bus für etwa 25 Fahrgäste soll wie gehabt ab Dezember im Einsatz sein. 

Nach Kritik

Niederrad: Traffiq will Buslinie 84 nachbessern

Die Linienführung der neuen Buslinie 84 durch den Ortskern soll auf den Prüfstand gestellt werden. 

Frankfurt - Die Streckenführung, wie die Nahverkehrsgesellschaft Traffiq sie im Frühjahr vorgestellt hatte, hatten Bürger in der Fragestunde im Ortsbeirat 5 (Niederrad, Oberrad, Sachsenhausen) kritisiert. Um bei der Planung nachzubessern, hat die Traffiq Ideen der Niederräder gesammelt und prüft nun nach, was umsetzbar ist.

Der Bus soll weiterhin als Ringbus fahren. Um die Fahrt im 30-Minuten-Takt zu gewährleisten, wären jeweils zwei Busse gleichzeitig im Umlauf. Beginn der Strecke ist das Oberforsthaus, dort ist auch die Warteposition, wo der Fahrer eine Pause einlegen kann. Von dort fährt er über die Flughafenstraße in die Waldfriedstraße und biegt dann rechts in die Waldstraße ein.

Verkehrsberuhigte Zone 

An dieser Stelle war der erste Kritikpunkt, dass die Paul-Gerhardt-Siedlung nicht ausreichend angebunden ist. Niederräder, die etwa im Paul-Gerhardt-Ring oder der Paul-Tillich-Straße wohnen, müssen zur nächsten Haltstelle mehrere hundert Meter laufen. Das geht aber nicht, weil dort mehrere verkehrsberuhigte, aufgepflasterte Straßen mit Schrittgeschwindigkeit sind. "Dort einen Bus durchfahren zu lassen, wäre kontraproduktiv", sagt Nora Pullmann, Sprecherin der Traffiq.

Durch die Gerauer Straße Richtung Norden und dann nach links in die Adolf-Miersch-Straße Richtung Bahnhof und von der Lyoner Straße geht es rechts in die Hahnstraße. So wird das Lyoner Quartier angebunden, aber auch die dortigen Supermärkte wie Aldi werden angefahren. Dann geht es rechts in die Goldsteinstraße zum Haardwaldplatz und über die Melibocusstraße Richtung Mainfeldsiedlung. Der Bus fährt mit einem Halt durch die Mainfeldstraße und stößt von oben in die Kniebisstraße Richtung Ortskern, um in die Schwanheimer und Schwarzwaldstraße Richtung Bruchfeldstraße zu fahren, um über die Frauenlobstraße an den Endhaltepunkt Niederräder Landstraße zu gelangen. Auf dem Rückweg geht es von dort direkt zum Bruchfeldplatz und wieder in die Kniebisstraße.

Hier liegt der nächste Stein des Anstoßes: der Abschnitt der Kniebisstraße zwischen Kelsterbacher Straße und Schwanheimer Straße ist Einbahnstraße. Diese müsste für den Bus in beide Richtungen geöffnet werden.

Dort liegt aber auch das Feuerwehrhaus der Freiwilligen Feuerwehr. Wehrführer Christian Beha stört sich daran, dass sich im Fall eines Ausrückens ein Feuerwehrauto und ein Bus gegenüberstehen und blockieren würden. "Im Ernstfall ist das ein Problem", sagt er. 

Die Traffiq schätzt die Gefahrenquelle hingegen gering ein. "Wenn der Abschnitt mehrere hundert Meter lang wäre, wäre es etwas anderes. Bei dem kurzen Stück fällt es nicht ins Gewicht, wenn ein Fahrzeug in eine Einfahrt ausweicht. Solche Situationen gibt es in Frankfurt zuhauf", meint Pullmann. Man könne sogar erwägen, diesen Abschnitt der Kniebisstraße ganz für den Zweirichtungsverkehr zu öffnen.

Was Beha besonders beunruhigt, ist, dass der Weihnachtsmarkt in der Schwanheimer Straße aufgrund der Buslinie vielleicht nicht mehr stattfinden kann. Er befürchtet, dass für eine Bus-Umleitung hohe Kosten für die Vereine aufkommen. Die Sorge kann die Traffiq-Sprecherin nicht nachvollziehen: "Wir berechnen nichts für eine solche Umleitung. Wenn es so wäre, müssten wir hier eine zusätzliche Stelle einrichten. Busse werden ständig umgeleitet, dafür werden aber Veranstaltern keine Kosten auferlegt."

Zentrum anbinden

Die Traffiq prüfe, ob eine andere Variante in Frage kommt, in der die Kniebisstraße nicht vorkommt. Das hieße aber, dass der Bruchfeldplatz nicht angefahren würde. Für Nora Pullmann liefe dies der Idee des Quartiersbusses zuwider, "er soll ja gerade den Ortskern stärken." Auch die Stadtbezirksvorsteherin Stefanie Then fände es schade: 

"Es war ja der Sinn des Ganzen, das Zentrum an die Außenbezirke anzubinden." Ein Gegenvorschlag ist es, den Bus auf der Bruchfeldstraße nur bis zur Treburer Straße fahren zu lassen, erklärt Beha: "Er biegt dann rechts in die Treburer ein und auf der Kelsterbacher wieder nach links Richtung Mainfeld. Damit wäre der Engpass in der Kniebisstraße behoben." Auf der Bruchfeldstraße könne man in Straßenbahn oder Bus umsteigen.

In den nächsten Wochen soll eine Probefahrt mit dem Midi-Bus anberaumt werden. Das letzte Wort, so Pullmann, habe ohnehin das Straßenverkehrsamt. Die meisten Niederräder seien sehr glücklich über den neuen Bus, sagt Stefanie Then: "Das ist eine Sensation und ein großes Glück, dass er nach Jahrzehnten endlich kommt."

Von Stefanie Wehr

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