Die Stadt Frankfurt baut Tram- und U-Bahn-Linien aus.
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Die Stadt Frankfurt baut Tram- und U-Bahn-Linien aus.

Nahverkehr

Frankfurt baut Tram und U-Bahn aus – Bei diesen Linien ist Geduld gefragt

  • Dennis Pfeiffer-Goldmann
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Frankfurt baut das Streckennetz seiner Bahnen aus. Auf der Liste stehen unter anderem die U4 zum Atzelberg, eine U7-Verlängerung oder eine Tram-Linie ins May-Viertel.

Frankfurt – Die Chancen für eine Verlängerung der U4 zum Seckbacher Atzelberg steigen. Das wird im neuen Nahverkehrsplan klar, dessen Entwurf Verkehrsdezernent Klaus Oesterling (SPD) kürzlich vorgelegt hat. Dieser gibt die Richtschnur für den Ausbau des Angebots von Bahn und Bus vor bis zum Jahr 2025. Darüber hinaus skizziert das Konzept die weitere Entwicklung danach - die „Perspektivnetze“ für U-Bahn, Straßenbahn und Buslinien. 700 Anregungen von betroffenen Verbänden und Behörden sind bereits eingeflossen.

Nun muss das Stadtparlament den Entwurf nur noch beraten und ihm zustimmen. In dem Werk wird als Teil eines „Perspektivnetzes“ auch die U7-Verlängerung zum Nordwestzentrum angekündigt. Für Sachsenhausen gibt es keine klare Aussage - womöglich ist hier aber ein Kompromiss möglich.

Frankfurt: U-Bahnlinie U4 zum Atzelberg wird immer attraktiver

Vor allem der Bau des Ernst-May-Viertels zwischen Bornheim und Seckbach mache die U4-Verlängerung noch attraktiver, findet Oesterling. Denn eines der fünf Quartiere des Viertels, das bis Ende des Jahrzehnts beiderseits und auf einer Einhausung über der A 661 entstehen soll, liegt in direkter Nachbarschaft zur Siedlung Atzelberg. Die neuen Bewohner hätten dann kurze Wege zu einer U-Bahn-Station dort.

Nicht nur: "Die Strecke ist schon zu 40 Prozent fertig", erinnert der Dezernent. Den Tunnelstutzen, der bis zur A661 reicht, nutzt die Verkehrsgesellschaft (VGF) seit Eröffnung der U4 1980 als Wendeanlage für die Züge. Eine Verlängerung des Tunnels über den Atzelberg bis Bergen schließt Klaus Oesterling hingegen aus. Dort fehle für die recht große Distanz einfach das Fahrgastpotenzial, „solange dort keine neue Trabantenstadt entsteht“.

Frankfurt: Tram-Linie soll May-Viertel in Bornheim erschließen

Für den Zeitraum nach 2025 schlägt der Nahverkehrsplan auch vor, den Bornheimer Teil des Ernst-May-Viertels mit einer Straßenbahnlinie zu erschließen. Dafür sollten Gleise durch die Dortelweiler Straße bis zum Prüfling verlegt werden. So wäre es nicht nur möglich, das neue Wohngebiet gut anzuschließen.

Außerdem ließe sich so die Ringstraßenbahn hier entlangführen und damit eine schnellere Verbindung zwischen Eckenheim, Preungesheim und Bornheim schaffen, so der Plan. Bisher sollen die Züge der Ringtram über die Friedberger Landstraße bis ins Nordend fahren, danach via Rohrbachstraße nach Bornheim.

Frankfurt: U7-Verlängerung bis zum NWZ vorgesehen

Die U7-Verlängerung durch die „kleine Josefstadt“, das Baugebiet östlich der A5, von der Heerstraße bis zum Nordwestzentrum ist im Nahverkehrsplan ebenfalls im „Perspektivnetz“ vorgesehen. Sie soll auf einer gemeinsamen Strecke mit der künftigen Linie der Regionaltangente West (die zum Flughafen fährt) verkehren.

Ob die Endhaltestelle am NWZ oberirdisch oder in einer eigenen Tunnelstation gebaut werde, sei noch offen, sagt Oesterling. Eine direkte Gleisverbindung zu den anderen U-Bahn-Strecken sei dort aber wahrscheinlich nicht möglich aus technischen beziehungsweise topographischen Gründen.

Frankfurt: Wie geht es mit U-Bahn und Tram nach Sachsenhausen?

Klare Aussagen über eine Verlängerung der U-Bahn-Stammstrecke vom Südbahnhof ins südliche Sachsenhausen finden sich im Nahverkehrsplan nicht. Klaus Oesterling selbst hatte als Alternative für die U-Bahn eine Straßenbahn auf den Sachsenhäuser Berg vorgeschlagen.

„Wir sind da dran“, antwortet er jetzt nur allgemein auf die Frage, wie derzeit die beiden Varianten geprüft werden. Beides habe Vor- und Nachteile, sagt der Dezernent: Für die U-Bahn spreche die sehr attraktive, kurze Fahrzeit zur Hauptwache, dagegen die hohen Tunnelbaukosten. Für eine Tram-Lösung sprächen die geringeren Kosten, dagegen die lange Fahrzeit bis in die Innenstadt.

Womöglich lasse sich eine Kompromisslösung realisieren mit kurzer U-Bahn und Tram, schätzt Oesterling. Denn der U-Bahn-Tunnel reiche vom Südbahnhof aus ja schon einige hundert Meter nach Süden - er wird seit 1984 als Wendeanlage für die Züge genutzt. Das Tunnelende liegt unter dem Spielplatz im Grethenweg. Würde der Tunnel nur ein kleines Stück verlängert, könnte eine Endstation etwa unter dem nördlichen der beiden kleinen Plätze vor dem Bürohaus-Riegel entlang der mittleren Darmstädter Landstraße entstehen, sagt Oesterling. In direkter Linie beträgt diese Distanz lediglich 100 bis 150 Meter.

Allerdings: Ob eine Endstation dort sinnvoll sei, da ist sich der Dezernent nicht sicher - weil das Fahrgastpotenzial nicht groß genug sein könnte. Das Wohngebiet auf dem Henninger-Areal orientiere sich in die andere Richtung, zum Hainer Weg. Die verbliebene Brauerei liegt wie ein Riegel zwischen diesem Quartier und der Darmstädter Landstraße.

Frankfurter Pläne für Straßenbahn- und U-Bahn-Netz: Wann wird das Realität?

Bis wann die U-Bahn-Linien verlängert werden könnten, wird im Nahverkehrsplan nicht definiert. Die Vorhaben sind dort als Teil eines „Perspektivnetzes“ aufgeführt. Dessen Planung beginne „idealerweise, wenn in fünf Jahren der nächste Nahverkehrsplan aufgestellt wird“, erklärt Tom Reinhold, der Geschäftsführer der städtischen Nahverkehrsorganisation Traffiq. Etwas klarer wird Dezernent Oesterling: Es gehe beim Bau der U-Bahn-Projekte um einen Zeitraum „2030 plus“. (Von Dennis Pfeiffer-Goldmann)

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