Heftig diskutiert: der sogenannte Insel-Aufzug, der von der U-Bahn-Station kommend, mitten auf der Bockenheimer endet.
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Heftig diskutiert: der sogenannte Insel-Aufzug, der von der U-Bahn-Station kommend, mitten auf der Bockenheimer endet.

Heftig diskutiert

U-Bahn-Station Westend: Nicht alle sind mit Plänen einverstanden

Seit Jahren wird über die Umsetzung eines Aufzugs an der U-Bahn-Station Westend diskutiert. Die Pläne stehen längst, doch sind einige Anwohner, angeführt von der Aktionsgemeinschaft Westend (AWG), mit der Verkehrsinsel-Lösung nicht einverstanden. 

  • Diskussion über Umsetzung eines Aufzugs an derU-Bahn-Station Westend in Frankfurt
  • Pläne für Verkehrsinsel-Lösung stehen längst in Frankfurt
  • Einige Anwohner sind mit dieser Lösung für die U-Bahn-Station Westend jedoch nicht einverstanden

Frankfurt – Das wurde jetzt bei der Erörterung im Rahmen des Planfeststellungsverfahrens deutlich. Es ist die letzte innerstädtische U-Bahn-Station in der Mainmetropole, die noch mit einem barrierefreien Zugang, also einem Aufzug, ausgestattet werden muss. Bereits seit vier Jahren wird über mögliche Lösungen diskutiert. Dabei war schnell klar, dass wegen der Bockenheimer Landstraße, die über dem U-Bahn-Tunnel verläuft, nicht viele technische Lösungen in Betracht kommen. "Auf Höhe der Myliusstraße wird eine Verkehrsinsel entstehen, auf der sich der Aufzug befindet, der direkt vom Bahnsteig dort hinauf fahren kann", stellt VGF-Architekt Udo Herkenroth die Pläne noch einmal vor, die zum Planfeststellungsverfahren eingereicht wurden.

U-Bahn-Station Westend in Frankfurt: Fußgänger vor Autos schützen

Im Gewerkschaftshaus kamen dazu jetzt Vertreter der Stadt, der VGF, des Regierungspräsidiums sowie Bürger zusammen, um die Pläne zu erörtern. "Die Verkehrsinsel wird eine Umrandung haben. Wie diese aussieht, ist noch nicht ganz geklärt", sagt Herkenroth. Doch solle diese auf jeden Fall die Fußgänger vor möglichen Zusammenstößen mit Autos schützen.

Rainer Lampe wohnt im Westend und gehört zur Aktionsgemeinschaft. Die Mitglieder der Initiative sind mit der Verkehrsinsel-Lösung gar nicht zufrieden. "Schon heute müssen Lastwagen, die in die Myliusstraße wollen, rückwärts dort einfahren. Wenn eine Verkehrsinsel inmitten der Bockenheimer ist, prallen die dort beim Einschwenken dagegen", sagt Lampe. Hier muss Christine von Knebel vom Regierungspräsidium Darmstadt, die die Erörterung moderiert, einhaken: "Dieses Argument können wir nicht mit aufnehmen, da die Einfahrt von dieser Seite aus ohnehin verboten ist."

Doch die AWG hat noch mehr Punkte vorbereitet, die gegen die Planungen der VGF sprechen. "Die Terrorgefahr ist heutzutage größer als zu Beginn der Planungen. Die Bockenheimer Landstraße bietet zudem eine lange Strecke, auf der ein Lastwagen beschleunigen kann. Die geplante Umrandung könnte diesen nicht stoppen." Hier meldet sich Dorothee Allekotte vom Straßenverkehrsamt zu Wort. Aufprallschutz und Terrorabwehr seien zwei völlig unterschiedliche paar Schuhe.

U-Bahn-Station Westend in Frankfurt: Zehn Varianten für Aufzugsplanung

Rainer Lampe spricht sich für eine völlig andere Variante der Aufzugsplanung aus. Insgesamt gab es zehn verschiedene Varianten. Übrig geblieben ist die Insel-Lösung. "Die ist aber ein Schildbürgerstreich", meint er. "Die Version 4.1B sieht einen Aufzug am Straßenrand vor, der auf die B-Ebene der U-Bahn-Station führt. Ein zweiter Aufzug führt danach hinunter auf die C-Ebene, den Bahnsteig", führt er aus. Diese Lösung sei nicht nur eleganter, sondern laut Rechnungen der VGF, sogar rund 63 000 Euro günstiger. Christine von Knebel hat den Ausführungen genau zugehört und fragt die Planer: "Wieso haben sie sich für die Variante 2.0 mit Verkehrsinsel entschieden?" Udo Herkenroth: "Auch wenn diese Lösung etwas teurer ist, gibt es hier nur einen Aufzug. Bei Variante 4.1B wären es zwei Aufzüge, die Wartungsintensität und Störungsanfälligkeit wäre deutlich höher." Auch würde eine Rolltreppe wegen des zweiten Aufzuges wegfallen, das sorge beim Brandschutz für Probleme.

U-Bahn-Station Westend in Frankfurt: Zwei Aufzüge wären kleiner als die Insel

Drittens wären die zwei Aufzüge deutlich kleiner als der Verkehrsinsel-Aufzug. Vor allem sei der Rauchabzug im Notfall schlechter. Deshalb habe man sich gegen 4.1B ausgesprochen. Auch wenn sie günstiger wäre. Diese Simulationen soll die VGF dem Regierungspräsidium nachreichen, auch die AWG hat Einsicht gefordert. 

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Von Niklas Mag 

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