Der Günthersburgpark in Frankfurt ist ein beliebtes Ausflugsziel (Archivbild von 2018).
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Der Günthersburgpark in Frankfurt ist ein beliebtes Ausflugsziel und gerade am Wochenende ein Mekka für partywütige Jugendliche. (Archivbild)

Übergriffe nehmen zu

Attacken mit Messern und Pfefferspray: Überfälle im Günthersburgpark verängstigen Jugendliche

  • Julian Dorn
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Überfälle und Übergriffe auf Teenager verunsichern die Feierwütigen im Günthersburgpark in Frankfurt. Die Polizei greift durch.

Frankfurt - Eigentlich ist der Günthersburgpark in Frankfurt,* von Einheimischen auch liebevoll „Günni“ genannt, ein idyllischer Ort und gerade an den Wochenenden ein Anziehungspunkt für Jugendliche. Hunderte Teenager sitzen dann auf den Bänken und Mauern, feiern, tanzen, hören laute Musik. Freitags- und Samstagsabends verwandelt sich die Mauer im oberen Teil des Parks innerhalb kurzer Zeit in eine Partymeile. Doch das Feiern in der Grünanlage im Nordend ist längst nicht mehr so unbeschwert. Bei vielen Teenagern geht inzwischen die Angst um.

Der Grund: In den vergangenen Wochen und Monaten soll es nach Recherchen der Frankfurter Allgemeine Zeitung zu einer Reihe von Raubüberfällen im Günthersburgpark in Frankfurt gekommen sein. Teenager griffen laut FAZ andere Jugendliche mit Pfefferspray, Schlagstöcken und Fäusten an und raubten unter anderem Smartphones und Bargeld.

Überfälle auf Jugendliche im Günthersburgpark in Frankfurt: Teenager sind verunsichert

Jugendliche berichten der FAZ, dass es in der Vergangenheit im Park immer wieder zu Attacken größerer Gruppen gekommen sei. Eine Zeugin schildert eine der Attacken: „Tausende Leute waren hier, wir saßen hier einfach und haben Musik gehört und getrunken, und dann kamen so 20 Mann mit Pfefferspray und Messern, Flaschen sind auch geflogen“. Viele Heranwachsende würden den Frankfurter Park inzwischen meiden, heißt es.

Am ersten Oktober-Wochenende (01.10./02.10.2021) hat eine Gruppe Jugendlicher außerdem einen Sechzehnjährigen im Günthersburgpark in Frankfurt mit einem Schlagstock bedroht, verletzt und ihm das Handy geraubt.* Und bereits im September haben mehrere Jugendliche innerhalb einer Nacht gleich mehrmals mit Pfefferspray und Fäusten feiernde Jugendliche traktiert. „Ein so schöner Ort wie der Günthersburgpark wird uns damit einfach kaputtgemacht“, so die bittere Blanz einer Sechzehnjährige im Gespräch mit der FAZ.

Auch die Polizei ist laut FAZ nun alarmiert. Der Park im Norden von Frankfurt ist an den Wochenenden gut besucht, Hunderte Jugendliche tummeln sich dort, teils kommen die Feierwütigen sogar aus Offenbach und Höchst. Wegen der Übergriffe und auch wegen vermehrter Anzeigen aufgrund von Ruhestörung habe die Polizei am vergangenen Wochenende (08.10./09.10.2021) bei den Partys im Park verstärkt Präsenz gezeigt und Kontrollen durchgeführt, zitiert die FAZ einen Sprecher der Polizei in Frankfurt.

Übergriffe im Günthersburgpark in Frankfurt: Gruppen attackieren Parkbesucher mit Messern und Pfefferspray

Laut Polizei sei es zu solchen heftigen Angriffen am Freitag und Samstag (09.10/11.10.2021) aber nicht gekommen. Dennoch hätten die Beamten vereinzelt Straftaten registriert: Die Ermittler der Polizei in Frankfurt nahmen etwa eine Anzeige wegen einer gestohlenen Musikbox auf, und am Samstagabend, gegen 22 Uhr, sei es zudem zu einem Angriff mit Pfefferspray und Messern gekommen. Die Polizei sei jedoch schnell vor Ort gewesen und habe zwei Tatverdächtige festnehmen können, schreibt die FAZ.

Außerdem ahndeten die Fahnder bei Kontrollen Verstöße gegen das Waffen- und Betäubungsmittelgesetz. Insgesamt sei es aber am Wochenende „grundsätzlich friedlich“ geblieben, so ein Polizeisprecher zur FAZ. Die meisten Teenager hätten sich an die Regeln gehalten, heißt es.

Es seien auch deutlich weniger Personen am Wochenende vor Ort gewesen, bilanzieren die Frankfurter Ordnungshüter. Ob das nun an den Übergriffen der Vergangenheit oder an der Polizei-Präsenz lag, kann nur spekuliert werden. (Julian Dorn) *fnp.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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