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"Wir fragen uns schon: Wer macht so was?": Immer noch geschockt stehen Julian Kohnert, Karl Leo Schneeweis und Laura Peter (v.l.) vor dem abgebrannten Grillpavillon auf dem Vereinsgelände an der Schmalkaldener Straße. Foto: Maik Reuß

Polizei ermittelt 

Vandalen brennen Grillpavillon nieder - doch es hätte noch schlimmer kommen können 

Fassungslosigkeit beim Stamm der Cherusker Unterliederbach von der Deutschen Pfadfinderschaft Sankt Georg (DPSG): Unbekannte Täter haben ihre Grillhütte abgefackelt. Doch es hätte sogar noch weit schlimmer kommen können.

Frankfurt-Unterliederbach - Die Täter kommen am Freitag gegen 17.30 Uhr im Schutze der Dunkelheit. Sie überwinden das abgeschlossene, mannshohe Eingangstor und setzen den Grillpavillon in Brand. Die Flammen fressen sich durch das Dach aus Plastikplanen, bringen die Stromkabel zum Schmelzen und verkohlen die hölzerne Theke. Binnen weniger Minuten ist der Pavillon abgebrannt. Drei Biotonnen lassen die Unbekannten mitgehen.

Auf mehrere Tausend Euro schätzt Karl Leo Schneeweis vom Förderkreis der Pfadfinder den entstandenen Schaden beim Ortstermin dieser Zeitung. Auch Laura Peter und Julian Kohnert vom Stammesvorstand sind dabei. Besonders ärgerlich: Erst in diesem Jahr war die Grillhütte erneuert worden.

Frankfurt: Grillhütte bei Brand zerstört "Glück im Unglück"

Dennoch sprechen alle drei von einem "großen Glück im Unglück." Denn nur allzu leicht hätten die Flammen auf die benachbarten Bäume, den zum Gruppenraum umfunktionierten Bauwagen und das Baumhaus übergreifen können, in dem im Sommer viele Kinder spielen und übernachten. "Aber die freiwillige und die Berufsfeuerwehr Unterliederbach haben einen großartigen Job gemacht", lobt Julian Kohnert. Und Laura Peter ergänzt. "Sie waren unheimlich schnell vor Ort und haben Schlimmeres verhindert."

Kurz vorher war die junge Frau noch mit anderen Pfadfindern auf dem Gelände gewesen, um hier gelagerte Möbel für den Stand auf dem Höchster Weihnachtsmarkt abzuholen. Wenig später erhielt sie übers Handy mehrere Hinweise auf den brennenden Pavillon - Bewohner des benachbarten Hochhauses hatten Alarm geschlagen.

Als Laura Peter auf dem Vereinsgelände eintraf, hatte die Feuerwehr den Brand bereits gelöscht. "Überall lag noch der Schaum und es dampfte noch", beschreibt sie den Tatort. Mit Julian Kohnert lief sie sofort zum 17. Polizeirevier, um "Anzeige gegen unbekannt wegen Sachbeschädigung durch Feuer" zu stellen.

Auch wenn der Schaden nur materiell ist: Die Tat hat die engagierten Pfadfinder geschockt und getroffen - nicht zuletzt, weil sie sie in ihrer ehrenamtlichen Arbeit als Schlag ins Gesicht empfinden. "Zusätzlich zu unserer eigentlichen Arbeit nun auch noch die Aufräumarbeiten erledigen zu müssen, das ist schon ärgerlich", sagt Laura Peter. Gerade ist sie dabei, dafür ein Team und einen Termin am kommenden Wochenende zu organisieren. "Wir fragen uns: Wer macht denn so was?" sagt Julian Kohnert. "Das macht einen einfach nur wütend."

Nach Brand in Frankfurt: „Noch Glück im Unglück“

Bedauerlich sei der Verlust des Grillpavillons nicht alleine für die Pfadfinderschaft, sondern auch für die vielen Unterliederbacher Bürger, die die Anlage nutzen. Schließlich ist das gemeinnützige Grundstück weit und breit die einzige geeignete Grünfläche im Quartier, um etwa im Sommer zu grillen. Auch Feste und Hochzeiten finden hier statt.

Mit Einbrüchen und Sachbeschädigungen hatte der Stamm der Cherusker bereits früher Erfahrungen machen müssen; zuletzt, als unbekannte Vandalen in das zum Sichtschutz aufgespannte Netz des Baumhauses kleine Fenster geschnitten hatten.

Man werde sich, kündigt Karl Leo Schneeweis an, nun Gedanken machen müssen, wie das Gelände künftig noch besser zu sichern sei. Dabei sei das Vereinsgelände ohnehin seit langem ein Sorgenkind. Sehen es die Pfadfinder doch gefährdet, denn in den Plänen für die neue Parkstadt hat die Stadt das Vereinsgelände als "Untersuchungsraum Schule" gekennzeichnet. Zwar wurde ihm zugesichert, dass die geplante Grundschule die Pfadfinder nicht verdrängen werde. Aber, sagt Schneeweis: "Wir bleiben wachsam."

Polizei bittet nach Brand in Frankfurt um Hinweise 

Die Polizei hofft auf Hinweise (Telefon: (0 69) 755 117 00) auf die unbekannten Täter, die am Freitag zwischen 17.30 und 19 Uhr auf dem Gartengrundstück in der Schmalkaldener Straße in Unterliederbach den Grillpavillon in Brand steckten.   Von Michael Forst

Am vergangenen Wochenende ist es in Frankfurt zu einer Reihe von Bränden in Wohnhäusern gekommen: Die Feuerwehr verhindert Schlimmeres. 

Schon wieder hat es in derMartin-Niemöller-Schule in Riedstadt-Goddelau gebrannt. Die Polizei hat eine Vermutung zur Ursache.

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