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So wird das neue Haus in der Hauptstraße einmal aussehen.

Projekt

Ungewöhnliches Projekt: Parkdeck wird zum Wohnhaus

Wo einst Wagen standen, wird bald gewohnt. Auf dem ehemaligen Parkdeck an der Kalbacher Hauptstraße 117 entstehen in den kommenden Monaten 14 neue Wohnungen. Gestern wurde der Grundstein gelegt.

Frankfurt - Es ist ein ungewöhnliches Projekt. Auf einem Parkdeck aus den 70er Jahren entsteht Wohnraum. Bauherr ist der Beamten-Wohnungs-Verein (BWV). Die 2-4-Zimmer Wohnungen haben insgesamt eine Wohnfläche von 1000 Quadratmetern. Die Umbau-Idee entstand durch den ohnehin vorhandenen Sanierungsbedarf des Parkdecks für 24 Autos. Während nun oben neue Wohnungen entstehen, bleibt der unterirdische Teil des Gebäudes für das Parken erhalten.

Die Bewohner des 3-geschossigen Gebäudes werden ihre Abstellräume dadurch nicht im Keller, sondern auf dem Dach haben. Dort wird auch eine Gasbrennwertheizung mit solar betriebener Warmwasseraufbereitung und einer Lüftungsanlage mit Wärmerückgewinnung untergebracht. Die Betondecke des alten Parkdecks wird zum Fundament des neuen Wohnhauses. Um dies zu erreichen, wurde der Boden des Neubaus mit 200 etwa 5 Meter tiefen Pfählen à 20 Zentimeter Durchmesser in die darunter liegenden Trennwände der Parkboxen verstärkt, um so das Gebäude auszusteifen.

Neues Wohngebäude: Zisterne im Keller

Eine weitere Besonderheit dieses Projekts ist die Sammlung des Regenwassers in einer unterirdischen Zisterne, welches dann als Brauchwasser für die Toilettenspülung und die Gartenbewässerung genutzt wird. Baubeginn ist im Juni 2019, die Fertigstellung des Neubaus ist für Mai 2020 geplant.

Anlässlich des 120-jährigen Bestehens des BWV wurde bei der Grundsteinlegung zudem durch den Planungsdezernenten Mike Josef in der Außenanlage der erste von 120 Bäumen gepflanzt, die innerhalb der nächsten zwölf Monate vom BWV in allen Liegenschaften der Genossenschaft neu gesetzt werden. Martin Neckel, BWV--Vorstand: ",Wir freuen uns, dieses ungewöhnliche und innovative Projekt realisieren zu können, ohne einen zusätzlichen Quadratmeter Boden zu versiegeln. Die Zusammenarbeit mit Stadtplanung und Bauaufsicht war während des gesamten Projekts überaus konstruktiv."

Wohnprojekt: Lob vom Dezernenten

Auch Mike Josef, Planungsdezernent der Stadt Frankfurt, würdigt die ungewöhnliche Idee: "Dringend notwendige Wohnungen statt nicht mehr benötigter Autoparkplätze - wir brauchen solche cleveren Ideen, um das Wohnangebot in Frankfurt weiter zu erhöhen. Genauso wichtig ist, dass der entstehende Wohnraum dauerhaft günstig ist. Für mich handelt es sich hier somit um ein echtes Vorzeigeprojekt." red

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