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Cheerleader von Frankfurt Universe: Mit Tanzen was fürs Leben lernen

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Die Cheerleader des American-Football-Team Frankfurt Universe unterhalten die Fans während der Spiele. Doch hinter den Kulissen geht es um viel mehr.

Frankfurt - Sie sind zwischen 16 und 38 Jahre alt, kommen aus dem gesamten Rhein-Main-Gebiet, sind Lehrerinnen, Archäologie- oder Biologiestudentinnen, Schülerinnen, Polizistinnen, Immobilienverwalterinnen... – und teilen eine Leidenschaft: Sie sind Cheerleader. Zwei Mal in der Woche treffen sie sich, um Choreographien zu entwickeln, einzustudieren und zu üben. Jetzt suchen sie Mitstreiterinnen und laden zu einer Audition ein, sprich zu einem Bewerbungstraining. Und das sei an sich schon ein tolles Erlebnis, verspricht die Trainerin der Frankfurt Universe Cheerleader, Bianka Minner.

Zuallererst aber will sie mit Fehlannahmen aufräumen: Wer mitmachen wolle, müsse fit sein, aber keine super Sportkanone. „Das Aufwärmtraining sollte man überstehen“, so Minner in der Sporthalle, während ihre 28 Mädels sich etwa zehn Minuten mit gemäßigten Übungen auf das Training einstimmen. Man sollte Spaß am Tanzen haben, braucht aber keinerlei Vorerfahrung. Die Universe Cheerleader haben zwar fast alle lange Haare, aber das ist natürlich keine Voraussetzung. Es gibt sowieso keine optischen körperlichen Voraussetzungen.

American Football: Cheerleader der Frankfurt Universe im ZDF-Fernsehgarten

„Wir haben große und kleine Cheerleader, dünnere und nicht so dünne, jüngere und ältere, und jedes Mädel hat seine Fans“, so Minner. Einzig die Lust auf Tanzen und gemeinsamen Spaß, Offenheit für Neues und Freude daran, Spannendes zu erleben sind gute Voraussetzungen. Denn Spannendes zu erleben gebe es jede Menge. Die Frankfurt Universe Cheerleader tanzen beileibe nicht nur bei den Spielen ihres American-Football-Clubs. Sie haben Auftritte bei anderen Sportevents wie dem Frankfurt Marathon, in der Batschkapp, in der ZDF-Sendung „Fernsehgarten“ und bei Musikvideo-Drehs.

Bisweilen begleiten sie einen bekannten Keynote-Speaker zu Businessevents. Bei der Fashionweek liefen sie auf dem Laufsteg mit. Und Auftritte in Fernsehfilmen gibt es auch. Vivi war gerade bei einem Filmdreh. Jetzt steht sie wieder vor der Kamera in der Sporthalle und schildert für Social-Media-Filmchen, wie viel Freude sie bei den Cheerleadern hat. „Hier habe ich meine besten Freundinnen gefunden“; „Ich bin hier total herzlich aufgenommen worden“; „Es ist einfach toll hier, kommt zu uns“, sprechen die Mädels für die Clips in die Kamera, die aktuell auf Facebook zu sehen sind.

Frankfurt Universe: Cheerleading fördert Soft Skills und Ausstrahlung

„Toll“ alleine beschreibe es aber nicht einmal so recht. Es sei der „Cheer-Sprit“, der die Gruppe ausmache. Und dazu gehöre viel mehr als das Tanzen. „Bei den Cheerleadern zu sein, erweitert den Horizont, weil man in Bereiche kommt, in die man normalerweise nicht gekommen wäre. Man lernt interessante Leute kennen, kann sein Netzwerk erweitern und es tut etwas für die Persönlichkeitsentwicklung“, betont die Trainerin.

Zwei Mal in der Woche trainieren die Cheerleader von Frankfurt Universe für ihre Auftritte bei Footballspielen und Sportevents.
Zwei Mal in der Woche trainieren die Cheerleader von Frankfurt Universe für ihre Auftritte bei Footballspielen und Sportevents, FOTO: Michelle Spillner © Spillner

Wer es gewohnt sei, vor großem Publikum zu tanzen und in der Öffentlichkeit zu stehen, lerne viele Soft Skills fürs Leben, entwickele Ausstrahlung und habe keine Probleme mehr, vor einer Gruppe zu sprechen. Cheerleader zu sein, fördere die Selbstreflektion und helfe dabei, sich seinem eigenen Ideal anzunähern. Und, natürlich hält es fit.

Zehn Choreographien pro Saison: Cheerleader bei American-Football-Spielen von Frankfurt Universe dabei

Etwa zehn Choreographien werden für jede Saison neu ins Programm genommen. Trainiert wird in unterschiedlichen Gruppengrößen. Alle Tänze werden mitgefilmt, mit und ohne Musik, langsam und schnell, „so dass jede für sich selbst zusätzlich üben kann, wenn sie möchte“. Scheitern und die Fähigkeit, damit umzugehen, gehören zum Training dazu. Da dreht man sich mal in die falsche Richtung, macht einen Move zu früh oder zu spät, vergisst eine Bewegung... „und dann wird gelacht und weitergemacht“. Den Begriff „Kritik“ gibt es nicht. Minner: „Wir geben Feedback, und das immer sehr wertschätzend.“

Feedback bekommen auch diejenigen, die zu der Audition kommen. „Außerdem werden sie Spaß und ein Erfolgserlebnis haben, unabhängig davon, ob sie im Anschluss bei uns mitmachen werden oder nicht“, verspricht Bianka Minner.

Universe-Cheeleader: So läuft die Audition in Frankfurt ab

In der Audition lernen die Bewerberinnen gemeinsam mit den Cheerleadern eine neue Choreographie, die die Cheerleader selbst auch noch nicht kennen. Dann wird in Kleingruppen geübt, der Höhepunkt ist der gemeinsame Tanz aller Teilnehmerinnen.

Dazwischen gibt es Kennenlerngespräche. „Wir möchten wissen, was sie sonst machen, was sie gut können“, so Miller. Denn die Cheerleader übernehmen in der Gruppe auch gemäß ihren Neigungen und Interessen kleine Aufgaben, von der Captain-Rolle, über die Social-Media-Arbeit bis hin zur Verantwortlichkeit für Pompoms und Kostüme. Und ganz am Ende der Audition nehmen alle etwas mit – die Kandidatinnen und die Stammtänzerinnen.

Die German Football League, in der die Universe zu Hause ist, und die European League of Football - Liga der Galaxy - kämpfen um heimische American-Football-Talente in Frankfurt.

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