Regionalrat Heinz Alexander macht sich für eine Lösung für die Lärm-Probleme auf dem Spielplatz (Hintergrund) im Gepiden-Forum stark.
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Regionalrat Heinz Alexander macht sich für eine Lösung für die Lärm-Probleme auf dem Spielplatz (Hintergrund) im Gepiden-Forum stark.

Unterliederbach

Mieter sind genervt von Spielplatz-Lärm: „Oft geht der Punk ab“

  • Michael Forst
    vonMichael Forst
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Kreischende Kinder, kiffende Jugendliche, Dauer-Lärm: Der Spielplatz im Gepiden-Forum stellt den Frankfurter Stadtteil Unterliederbach vor eine Herausforderung.

Frankfurt – "Im Gepiden-Forum geht oft der Punk ab", beklagt der Unterliederbacher Regionalrat Heinz Alexander. Und nicht nur er: Mehrere Anwohner hatten sich bereits im April bei der zuständigen Wohnungsbaugesellschaft ABG Frankfurt Holding beschwert über die Lautstärke, mit der tagsüber Kinder auf dem Spielplatz der sogenannten "Neuen Mitte" des Frankfurter Stadtteils Fußball spielen. "Geräusche hallen hier natürlich besonders stark von den Wänden zurück", erklärt Alexander beim Ortstermin mit dieser Zeitung. In der Tat stehen sich die Häuserzeilen der autofreien Straße dicht, fast gassenartig gegenüber.

Frankfurt: Verantwortliche reagieren auf Lärm-Beschwerden aus Unterliederbach

Klagen gibt es aber nicht nur über die kickenden Kinder, sondern auch über die etwas ältere Szene, die sich gerade an warmen Sommernächten am Spielplatz einfindet. Anwohner haben Alexander von Drogenhandel und gefährdetem Kindeswohl berichtet. Das sei für ihn Anlass gewesen, sich einzuschalten, betont Alexander. "Denn wenn es nur eine Sache zwischen Mietern und Vermietern gewesen wäre, hätte ich mich nicht eingemischt."

Immerhin haben die Verantwortlichen bereits reagiert, wie Frank Junker, Chef der ABG Frankfurt Holding auf Nachfrage bestätigt: "Ende April beschwerten sich einige Mieter aus dem angrenzenden Alemannenweg über randalierende, Alkohol trinkende und kiffende Jugendliche". Daraufhin habe man die Polizei und den Präventionsrat eingeschaltet, der wiederum mit den Mietern Kontakt aufgenommen habe. Seither sei ihm von der Polizei aber nichts mehr wegen möglicher Drogendelikte zu Ohren gekommen. Junker: "Deshalb gehe ich davon aus, dass sich die Situation etwas beruhigt hat."

Frankfurt: Unruhe um Spielplatz führt zu „konstruktiven Gesprächen“

Um das Problem dauerhaft in den Griff zu kriegen, sei auch der Unterliederbacher Quartiersmanager Bernardo Sprung mit ins Boot geholt worden. Der bestätigt: "Ich habe Anfang Juni zu einem runden Tisch eingeladen mit Herrn Alexander, Verantwortlichen der ABG, Mietern und dem Jugendclub Unterliederbach im Cheruskerweg." In einem "sehr konstruktiven Gespräch", in dem auf einseitige Schuldzuweisungen verzichtet wurde, hätten sich die Beteiligten überlegt, was nun gemeinsam zu tun sei.

Das Ergebnis: "Wir bieten jetzt ein Ferienprogramm an mit einer Veranstaltung pro Woche", erzählt Sprung. Dafür werde beispielsweise das Sport- oder Hip-Hop-Mobil der Caritas Frankfurt eingesetzt.

Gepiden-Forum in Frankfurt: Lederbälle durch Softbälle ersetzt

"Uns geht's darum, die Kinder und Jugendlichen kennenzulernen und uns anzuhören, was sie bewegt: Warum sie zum Spielen in das Gepiden-Forum kommen und was sie sich wünschen." Am Ende solle eine Lösung stehen, mit der jeder gut leben kann. Eine erste konkrete Maßnahme nennt er jetzt schon: "Die Kinder spielen mit Lederbällen, die natürlich sehr laut sind - die wollen wir durch Softbälle ersetzen. Und Fußballtore zur Verfügung stellen, die verhindern, dass die Bälle gegen die Hauswände knallen." Auch die ABG zeige hier Verantwortung und wolle den Kindern "sportliche Spielgeräte zur Verfügung stellen, die den Lärmpegel herabsenken". Die könnten dann bei ihm im Quartiersmanagement oder im Jugendclub im Cheruskerweg abgeholt werden. Apropos Jugendclub: Der sei auch deshalb mit ihm Boot, "weil wir vielleicht den ein oder anderen Jugendlichen für dessen Angebote gewinnen können."

Letztlich gehe es darum, "den Kindern nicht das Spielen zu verbieten, aber auch den Anwohnern nicht zuzumuten, 24 Stunden den Lärm aushalten zu müssen", fasst Sprung zusammen. Er denkt, dass das Problem auch der Corona-Krise der vergangenen Monate geschuldet sei: "Die Kinder und Jugendlichen wurden ja tagsüber nicht mehr in Kitas und Schulen betreut. So suchten sie natürlich nach Orten, wo sie ihren Bewegungsdrang ausleben konnten," erklärt Sprung. (Von Michael Forst)

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