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Wird es in Frankfurt künftig mehr Elektroautos geben? Zumindest soll die Infrastruktur ausgebaut werden. Allegro will hier 360 neue Ladesäulen aufstellen. 

Grüne Welle

Unternehmen will zahlreiche neue Ladesäulen für E-Autos aufstellen 

Ein neues Unternehmen will in Frankfurt 360 neue Ladesäulen für E-Autos aufstellen

Frankfurt – Bis jetzt ist in der Stadt in Sachen Elektromobilität noch nicht viel passiert. Lediglich 50 öffentliche Ladesäulen mit je zwei Steckern gibt es. Das könnte sich jetzt ändern. Die Allegro Deutschland GmbH, ein neues Unternehmen, will Frankfurt aufmischen – und in den kommenden drei Jahren 360 Ladesäulen errichten. Dies habe Allegro dem Magistrat schriftlich versichert. Das geht aus einem aktuellen Bericht an die Stadtverordneten hervor.

E-Autos in Frankfurt: In 30 Minuten geladen

Bei den Plänen des Unternehmens geht es um 280 Normalladesäulen (Wechselstrom-Ladesäulen mit geringer Ladeleistung und einer Ladedauer von sechs bis acht Stunden) und 80 Schnellladesäulen. Diese haben eine hohe Ladeleistung, in nur 30 Minuten ist die Batterie schon zu 80 Prozent geladen. Diese Schnellladesäulen gibt es in Frankfurt bisher noch gar nicht.

Allegro, das bislang schon ein Netz an Ladesäulen in Berlin und München betreibt, will in Frankfurt nach Angaben des Magistrats neun Millionen Euro investieren. Landes- oder Bundesfördermittel sollen dafür herangezogen werden. Laut Magistratsbericht habe auch der städtische Energieversorger, die Mainova AG, Interesse an einem Ausbau der öffentlichen Ladesäulen bekundet. Eine schriftliche Bekundung stehe noch aus.

Der Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW) hat im Sommer sein neues Ladesäulen-Städteranking für Deutschland erstellt. In Hamburg, München und Berlin gibt es demnach die meisten Ladepunkte. So gibt es in der Hansestadt etwa 948 öffentliche Ladepunkte, in der Bundeshauptstadt 933. Frankfurt liegt weit abgeschlagen dahinter. Noch.

Natürlich gibt es aber auch Kehrseiten. Zum Beispiel, dass im öffentlichen Straßenraum Parkplätze für alle anderen wegfallen, wenn die Elektroautos quasi an jeder Straßenecke parken können, um zu laden. Es droht eine Zwei-Klassen-Automobilität. Zudem sollen die E-Autos in Frankfurt nur „grünen“ Strom laden. Strom ist jedoch einfach nur Strom. Wie der Strom erzeugt wurde und wo er verbraucht wird, ist nur begrenzt zu steuern.

Frankfurt: Leitfaden für Betreiber

Der Magistrat hat jetzt einen Leitfaden vorgestellt, den künftige Betreiber von Ladestellen beachten sollten. Darin ist geregelt, dass das Amt für Straßenbau und Erschließung die Anträge prüft und einen (zunächst kostenlosen) „Gestattungsvertrag“ anbietet. Dann kann der künftige Betreiber sich um den Strom kümmern: Mit den Netzbetreiber einen Vertrag schließen, die Leitungen legen, die Säulen errichten lassen. Das geht, ähnlich wie die Wartung der Anlage, ausschließlich auf Kosten des Betreibers. „Der kostenlose Zugriff der Stadt auf das Geoportal des Betreibers, mit den aktuellen Informationen Standort, Koordinaten, Anzahl der Ladepunkte, Stecker-Typen, Status, Authentifizierungsmethode, ist stets zu gewährleisten“, fordert die Stadt. Wenn Allegro und Mainova in großem Stil investierten, wäre die Stadt fein heraus. Sie bekommt eine Elektroauto-Infrastruktur umsonst errichtet. Dafür verzichtet die Stadt lediglich auf die Erstattung der Verwaltungskosten und der Nutzungsgebühr. Allerdings fordert Frankfurt von den Betreibern eine Bürgschaft. Damit die Ladesäulen wieder abgebaut werden können, wenn der Betreiber pleite geht.

Frankfurt errichtet in diesem Jahr noch zwei weitere Übergangsunterkünfte am Rebstockpark und dem Hausener Weg. 

Eine kommunale Verkehrswende erscheint vielen Frankfurter als dringend notwendig, sind Meldungen wie diese doch keine Seltenheit: Gleich vier Unfälle haben auf der A5 rund um die Mainmetropole für verstopfte Straßen gesorgt. Innerstädtisch hielt ein Falschparker die U-Bahnlinien auf

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