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Dagmar Michalsky aus Frankfurt mit ihrer Tochter. Die späte Mutter hat ein Buch geschrieben, um älteren Frauen mit Kinderwunsch Mut zuzusprechen. 

Grenzt an ein Wunder 

Unternehmerin aus Frankfurt bekommt mit 58 Jahren Baby

Unternehmerin Dagmar Michalsky aus Frankfurt im Familienglück: Mit 58 Jahren ist sie schwanger geworden, hat einem gesunden Mädchen das Leben geschenkt. Das Baby ist inzwischen 15 Monate alt und sagt schon "Mama".

Frankfurt - Sie hat ihre ersten Zähnchen, und stehen kann sie auch schon. Maxine ist 15 Monate alt, ein zartes Kind mit blonden Haaren und blauen Augen. "Und Mama sagt sie auch schon", freut sich Dagmar Michalsky (59).

Dass sie die Mama der kleinen Maxine ist, grenzt an ein Wunder. Immerhin war sie schon 58 Jahre alt, als sie schwanger wurde, hatte mit den Wechseljahren biologisch die fruchtbare Lebensphase hinter sich. Ihr Partner Thomas Bessauer (51) hatte das Kapitel Familienplanung viele Jahre zuvor mit einer persönlicher Entscheidung ad acta gelegt: Er hatte sich sterilisieren lassen. 

Frankfurt: Frau wird mit 58 Jahren Mutter

Dass Maxine gesund am 3. Juli 2018 zur Welt kam, ist der Reise ihrer Eltern nach Spanien zu verdanken, in eine Kinderwunschklinik auf Mallorca. Dagmar Michalsky wurde dort die Eizelle einer anonymen Spenderin implantiert. Die Zelle war im Reagenzglas mit dem Samen ihres Mannes befruchtet worden, gewonnen mit einer Hoden-Biopsie.

"Eigentlich hatten wir die denkbar kompliziertesten Voraussetzungen", sagt Dagmar Michalsky rückblickend. Trotzdem habe sie "keine Sekunde lang" Zweifel am Erfolg gehabt - und damit Recht behalten. Sofort sei sie schwanger geworden. Die Schwangerschaft sei aus ihrer Sicht völlig problemlos verlaufen, auch wenn sie von Beginn an für die sie betreuenden Gynäkologen als Risikoschwangerschaft eingestuft worden sei.

Frankfurt: Unternehmerin bekommt mit 58 Baby

Die Entscheidung, das Baby in der 38. Schwangerschaftswoche per Kaiserschnitt zu holen, hätten die Ärzte getroffen. "Um auf Nummer Sicher zu gehen", sagt die stolze Mutter. Das Baby wurde im Krankenhaus Sachsenhausen gesund, aber mit 1850 Gramm zu leicht entbunden und wurde aus dem Kreißsaal direkt in die Uniklinik verlegt. "Dort lag sie in einem Wärmebettchen", erzählt Dagmar Michalsky aus den ersten Tagen. "Ich bin dreimal täglich hingefahren, habe sie gestillt, gestreichelt, gehalten." Nach zwei Wochen war Maxine stark genug und durfte nach Hause.

Mutterglück mit 58: Viele kritische Fragen für Frau aus Frankfurt 

Mit Vorbehalten ihrer Umgebung sah sich die späte Mutter schon während der Schwangerschaft konfrontiert. Zu Unrecht, wie sie findet. Alter allein dürfe kein Kriterium sein für Mutterschaft. "Wichtig ist, dass man sich bereit fühlt, sich auf ein Kind einzulassen", findet sie. "Und ich war erst mit über 50 und mit diesem Partner bereit." Der Pilot Thomas Bessauer und sie sind seit gut drei Jahren ein Paar - und seit gut einem Jahr nun auch ein Elternpaar.

Dagmar Michalsky hat sich auch öffentlich viele kritische Fragen zu ihrer späten Mutterschaft anhören müssen. In TV-Sendungen wurde sie gefragt, ob sie an ihr Kind gedacht habe. Schließlich sei sie 65 Jahre alt, wenn Maxine ihren ersten Schultag habe und vielleicht gefragt würde, ob "die Oma" sie begleite. 

Dagmar Michalsky findet solche Fragen abwegig. Sie selbst körperlich und geistig "superfit" und tue viel dafür, dass es so bleibe. "Wenn das Kind sich geborgen fühlt, ist es im Gleichgewicht und kann durch solche Fragen nicht verunsichert werden", glaubt sie. Ihre Tochter sei gesund, ihr stünden "tausend Möglichkeiten, die das Leben bietet" offen. "Das Kind lebt", sagt Dagmar Michalsky. "Ohne uns, ihre Eltern, gäbe es sie nicht."

Mutter mit 58 in Frankfurt: Eizellspenden in Deutschland gesetzlich verboten 

Irgendwann hat sie sich entschieden, ein Buch zu schreiben, Titel: "Schwanger mit 58 - Na und?". Sie wolle damit Frauen Mut machen, sich zu spätem Kinderwunsch zu bekennen und ihn zu verwirklichen.

Eizellspenden sind, anders als Samenspenden, in Deutschland gesetzlich verboten. Viele europäische Länder indessen erlauben diese Methode, damit Paare ihren Kinderwunsch realisieren können. Von Eizellspenden können Frauen profitieren, deren Eierstöcke etwa wegen fortgeschrittenen Alters oder aufgrund einer Erkrankung keine Follikel mehr bereitstellen. Sie erhalten dann die Eizelle einer anonymen Spenderin, deren Eierstöcke zuvor medikamentös stimuliert wurden, um mehrere Eizellen gleichzeitig gewinnen zu können. Unter Narkose werden der Spenderin per Punktion die reifen Eizellen entnommen. 

Spanien ist eines der EU-Länder, in denen das Verfahren erlaubt ist. Eine Ausländerin, die es in Anspruch nimmt und schwanger wird, macht sich nicht strafbar, weil nach spanischem Recht nur die austragende Mutter die umfassenden Rechte an dem Kind hat - und auch die umfassende Verantwortung.

enz

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