Glück gehabt - und ein neues Spielgerät bekommen: Im Kinderzentrum in der Eichendorffstraße hat der Sturm diesen Baum entwurzelt. Als das geschah, war die städtische Kita bereits geschlossen.	foto: bernd kammerer
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Glück gehabt - und ein neues Spielgerät bekommen: Im Kinderzentrum in der Eichendorffstraße hat der Sturm diesen Baum entwurzelt. Als das geschah, war die städtische Kita bereits geschlossen.

Wetter

Unwetter in Frankfurt: Bäume entwurzelt, Keller geflutet - Feuerwehr bis zum Morgen im Einsatz

  • vonFriedrich Reinhardt
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  • Mark-Joachim Obert
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Das Unwetter über Frankfurt war kurz und heftig: Eine Sintflut ging herunter, der Wind riss Bäume heraus, die auf Autos fielen. Besonders hart traf es den Norden der Stadt.

  • Ein Unwetter verwüstete am Dienstagabend, 11. August, die nord-westlichen Stadtteile Frankfurts.
  • Innerhalb von zwei Stunden gingen bei der Feuerwehr Frankfurt etwa 360 Notrufe ein.
  • Vor allem Keller liefen voll Wasser und Bäume stürzten um.

Update vom Mittwoch, 12.08.2020, 11.30 Uhr: In Frankfurt lässt sich noch nicht abschätzen, wie hoch der Schaden insgesamt war, den das heftige Unwetter am Dienstagabend angerichtet hatte. „Innerhalb von zwei Stunden gingen bei uns rund 360 Einsätze ein" sagte ein Sprecher der Frankfurter Feuerwehr. Mehr Einsätze als die Feuerwehr in so kurzer Zeit abarbeiten kann. Vor allem Keller seien voll gelaufen, Äste abgeknickt und Bäume umgestürzt.

Bis in die frühen Morgenstunden waren die Rettungskräfte damit beschäftigt, die Folgen des Unwetters so gut es geht zu beseitigen. „Wenn da ein Baum umstürzt machen wir natürlich nicht schön Feuerholz für den Kamin.“ Diese Arbeit überlassen sie dem Grundstücksbesitzer. Priorität hätten stets die Einsätze, bei denen Gefahr im Verzug besteht.

Besonders betroffen hat es die Stadtteile Dornbusch, Eschersheim und Heddernheim. Da es so viele Einsätze waren, war nicht nur die Feuerwehr unterwegs. Unterstützt wurden sie vom Technischen Hilfswerk, der Deutsche Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG) und den Freiwilligen Feuerwehren. Verletzte hat es in Frankfurt durch das Unwetter keine gegeben. An dieser Nachricht hat sich nach dem Erkenntnisstand des Feuerwehrsprechers auch am nächsten Vormittag noch nichts geändert.

Das nächste Gewitter in Frankfurt sagt der Wetterbericht erst für Donnerstag voraus.

Unwetter in Frankfurt: Feuerwehr im Dauereinsatz - Vor allem der Norden betroffen

Erstmeldung vom Dienstag, 12.08.2020, 7.26 Uhr: Frankfurt - Es war ein kurzes Unwetter, aber ein selten heftiges. Sintflutartige Regenfälle und stürmische Winde hinterließen gestern Nachmittag vor allem in den nördlichen Frankfurter Stadtteilen zwischen Dornbusch und der Nordweststadt, zwischen Praunheim und Harheim ein Bild der Verwüstung. Vielerorts entwurzelte der Sturm Bäume, Äste riss er ab und wirbelte sie durch die Luft, zahllose Keller liefen voll, Dächer wurden beschädigt, kurzzeitig prasselten dicke Hagelkörner nieder. Um kurz nach 19 Uhr meldete die Feuerwehr über Twitter bereits mehr als 300 Einsätze im Stadtgebiet. Wobei es alle anderen Stadtteile kaum bis gar nicht erwischt hat.

Frankfurt: Keine Verletzten bei kurzem Unwetter – Bäume stürzen um

Straßenflut am Nordwestzentrum. foto: wagenhaus

Die gute Nachricht bis gestern Abend: Personen kamen nicht zu schaden Auch über ungewöhnlich große Schäden an Häusern konnte sie um 21.45 Uhr keine Angaben machen. "Das ganze normale Programm, nichts Dramatisches."

Also auch Glück gehabt. Schließlich kam das Unwetter für viele Frankfurter buchstäblich aus heiterem Himmel. Im Garten einer städtischen Kindertagesstätte in der Eichendorffstraße (Dornbusch) stürzte wie vielerorts ein großer Baum um. Die Kita war zu diesem Zeitpunkt bereits geschlossen. Die nahe Raimundstraße musste gesperrt werden, weil sie gesäumt war von Ästen und sich von einem Dach Teile gelöst hatten.

Annähernd so sah es im ganzen Norden der Stadt aus. Mancherorts verwandelten sich Straßen in Sturzbäche, am S-Bahnhof Eschersheim standen die Gleise unter Wasser.

Gewitter trifft Norden Frankfurts: „Das hätte richtig ins Auge gehen können“

Zwar hatte es am Morgen bereits Warnungen der Wetterdienste gegeben, doch noch wenige Minuten, bevor sich die ersten Bäume dramatisch bogen, der Regen waagrecht in Gesichter peitschte und Blitze durch den Himmel zuckten, schienen die Gewitterwolken fern. Im Niddapark schafften es viele gerade noch so nach Hause oder bis in die Autos. Hundebesitzer seien regelrecht geflüchtet, viele Vierbeiner mit eingezogenem Schwanz, berichtete eine Frau. "In nur zehn Sekunden war man wie aus der Dusche gezogen und überall flog Kleinzeugs herum", sagte sie. "Das hätte richtig ins Auge gehen können."

Im Twitter-Kanal der Feuerwehr häuften sich die Kurznachrichten Betroffener. "Alt-Eschersheim. Wäre gut, wenn ihr vorbeikommen könntet", schrieb einer lakonisch. Und aus den Stadtteilen zwischen Sachsenhausen und dem Nordend, Fechenheim und Höchst wunderten sich die Menschen. "Hier ist nicht mal bissel Regen", schrieb einer.. (mjo)

Heftige Gewitter sind im Sommer nichts ungewöhnliches. Vor fast genau einem Jahr traf Frankfurt schoneinmal ein heftiges Unwetter, damals fielen am Flughafen Frankfurt knapp hundert Flüge aus.

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