Ein Fahrradfahrer fährt auf einem Radweg.
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In Frankfurt werden die Radwege weiter ausgebaut. (Symbolbild)

Straßenverkehr

Frankfurt setzt aufs Fahrrad: Ausbau des Oeder Wegs sorgt für Ärger

  • VonNadja Austel
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Der Ausbau des Oeder Wegs in Frankfurt zu einer fahrradfreundlichen Zone startet. Ansässige Unternehmer und Fahrradfahrer geraten darüber heftig aneinander.

Frankfurt – Die Stadt Frankfurt arbeitet seit geraumer Zeit daran, den Verkehr für Fahrradfahrer sicher und komfortabel zu gestalten. Ein großer Schritt in diese Richtung ist die Umgestaltung des Oeder Wegs. Auf einem „Multifunktionsstreifen“ werden Verweilflächen, mehr Abstellmöglichkeiten für die Räder und Bereiche für die Außengastronomie entstehen. Es sollen bis 2023 insgesamt 45 Kilometer Radwege entstehen. Die Baumaßnahmen am Oeder Weg in Frankfurt starten am Montag (16.8.2021).

Was am Oeder Weg dafür wegfallen wird, sind ein Teil der Parkplätze und der Durchgangsverkehr. Die ansässigen Händler und Gastronomien sehen sich davon wirtschaftlich bedroht. Sie verfassten einen offenen Brief an die Stadt, in dem sie Kritik an den Maßnahmen äußerten. Weniger Verkehr und Parkmöglichkeiten lassen sie Umsatzeinbußen fürchten.

Fahrrad-Streit in Frankfurt: Händler fürchten, boykottiert zu werden

Der Brief der Unternehmer hat nun Anfeindungen zur Folge: Annette Oboth vom Verein Vorfahrt Frankfurt sagte gegenüber der Bild: „Die Geschäftsleute haben uns gebeten, den Brief für sie abzuschicken. Sie trauen sich inzwischen nicht mehr, sich zu äußern. Denn sie fürchten, boykottiert zu werden.“

Oboth berichte außerdem von Hetze auf Twitter und empörte Mails, die bei den Händlern eingingen. „Ein Betroffener hat mir wortwörtlich gesagt: Ich habe Angst, dass mir die Fassade vollgeschmiert wird oder mir das Fenster eingeworfen wird.“

Frankfurts OB Peter Feldmann: „Boykott-Aufrufe sind fehl am Platz“

Vorfahrt Frankfurt und die Gewerbetreibenden kritisieren vor allem, dass es nie eine gemeinsame Debatte über die Veränderungen gegeben habe. OB Peter Feldmann (SPD) sagt laut Bild: „Man kann bei den Maßnahmen der Verkehrswende sehr unterschiedlicher Meinung sein. Boykott-Aufrufe sind da fehl am Platz.“ (Nadja Austel)

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