Frankfurt: Schnelle Ampelphasen am Eisernen Steg. Fußgänger laufen zügig über die Straße.
+
Frankfurt: Schnelle Ampelphasen am Eisernen Steg. Fußgänger laufen zügig über die Straße. 

Verkehr

Bei Rot noch mitten auf der Straße: Fußgänger klagen über kurze Ampel-Schaltung

Viele Fußgänger in Frankfurt sind bei Rot noch mitten auf der Straße, weil die Grünphasen der Ampeln zu kurz sind. Die Stadt hält dies für richtig.

  • Fußgänger in Frankfurt klagen über kurze Ampel-Schaltungen
  • Problem besonders bei mehrspurigen Straßen mit viel Verkehr in Sachsenhausen
  • Stadt hält Grünphasen aber für richtig

Frankfurt - Die Grünphasen vonFußgängerampeln in Frankfurt sollten auf mindestens 30 Sekunden verlängert werden, findet der Ortsbeirat 5 (Niederrad, Oberrad, Sachsenhausen). Besonders an mehrspurigen Straßen mit viel Verkehr in Sachsenhausen seien die Ampelphasen viel zu kurz. Die Fußgängerampeln am Mainufer wie etwa die vor dem Eisernen Steg über das Sachsenhäuser Ufer sollten deshalb durchweg längere Grünphasen bekommen. Ein Antrag der Grünen wurde einstimmig verabschiedet.

Die Stadt Frankfurt hat den Vorschlag jetzt rundum abgelehnt. "Die Grünzeiten für Fußgänger, werden subjektiv häufig als zu kurz bemessen wahrgenommen", heißt es in der Antwort auf den Antrag. Tatsächlich seien die Grünphasen der Ampeln in Frankfurt nach den in ganz Deutschland einheitlich geltenden "Richtlinien für Lichtsignalanlagen" (RiLSA) bemessen.

"Die Grünzeiten werden so bemessen, dass Personen, die bei Beginn der Freigabezeit die Fahrbahn betreten, innerhalb dieser Freigabezeit mindestens die Hälfte der Fahrbahnbreite überschreiten können", erläutert die Stadt. Kurz: Die grüne Ampel kann schon auf Rot umspringen, wenn der Fußgänger erst auf der Hälfte des Wegs angelangt ist.

Frankfurt Verkehr: Fußgänger klagen über kurze Ampel-Schaltung

Genau das verursache aber Probleme, hatte der Ortsbeirat moniert. "Diese Situation, bei Fußgänger rot in der Mitte einer stark befahrenen Straße zu sein, verursacht extremen Stress, vor allem bei Fußgängern mit Gehbehinderung oder in Begleitung von kleinen Kindern", schreiben die Grünen.

Die Stadtverwaltung erklärt dazu: "Das Grün für Fußgänger hat die Funktion eines Startlichts. Es zeigt demnach nicht die Zeit an, in der die Straße überquert werden soll, sondern die Zeit, in der losgegangen werden darf, um die Straße sicher zu überqueren." Die Grünzeit einer Ampel betrage in Frankfurt in der Regel nie weniger als acht Sekunden. Fußgänger, die sich beim Wechsel von Grün auf Rot bereits auf der Fahrbahn befinden, hätten auch bei Rot noch ausreichend Zeit, die Fahrbahn gefahrlos zu verlassen.

Frankfurt: Fußgänger beeilen sich - Ampel wird zu schnell rot

Nach Ende der Grünphase starte nämlich die im Amtsdeutsch sogenannte "Fußgängerschutzzeit". Das bezeichne "eine Art Zwischenzeit, in der der Kfz-Verkehr noch kein Grün erhält". Die "Dauer der Fußgängerschutzzeit wird durch die Länge der Fußgängerfurt bestimmt", heißt es.

Im Ergebnis könnten Fußgänger "die Fahrbahn stets sicher überqueren, selbst wenn sie erst in der letzten Sekunde der Grünzeit loslaufen". Andersherum stellt die Fußgängerschutzzeit sicher, dass die Fahrbahn von querendem Fußgängerverkehr frei ist, bevor der Kfz-Verkehr Grün erhalten kann. Qualität und Sicherheit des Zu-Fuß-Gehens seien ein hohes Gut. "Deshalb wird die Geschwindigkeit des Fußverkehrs in Frankfurt (mit Blick auf Kinder und ältere Menschen) stets mit 1,2 Metern pro Sekunde, anstatt nach den RiLSA mit maximal zulässigen 1,5 Metern pro Sekunde bemessen." Die grünen Ampelphasen zu verlängern, komme deshalb nicht infrage.

Verkehr in Frankfurt: Unfall mit Schwerverletzter – Problem liegt bei Ampel?

Angesichts des Unfalls mit einer Schwerverletzten vergangene Woche am Überweg über die Stresemannallee sei das unverständlich, findet Sophie Gneisenau-Kempfert von den Grünen im Ortsbeirat. Die Polizei Frankfurt berief sich auf Zeugen, die aussagten, die Frau sei bei roter Ampel über die Straße gelaufen. 

"Dabei wird außer Acht gelassen, dass die Grünphasen so kurz sind, dass man zwangsläufig bei Rot noch auf der Straße ist. Die häufig aggressive Fahrweise und überhöhte Geschwindigkeit der Autofahrer wird von der Polizei gar nicht zur Kenntnis genommen", so die Grüne. 

stw

Der neue Bußgeldkatalog 2020 bringt einige Änderungen für den Straßenverkehr mit sich. Vor allem Fahrradfahrer können von den Regelungen profitieren. 

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare