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Neubau in Frankfurt: Planer stellen ihre Berechnungen für die neuen Wohnungen am Hollerbusch und in Nieder-Eschbach-Süd vor. Anwohner fürchten noch mehr Stau.

Viele Staus befürchtet

Angst vor Verkehrskollaps: Mit den neuen Nachbarn kommt auch mehr Verkehr

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Neubau in Frankfurt: Planer stellen ihre Berechnungen für die neuen Wohnungen am Hollerbusch und in Nieder-Eschbach-Süd vor. Anwohner befürchten einen Verkehrskollaps.

  • Wohnungs-Neubau in Frankfurt
  • 250 Wohnungen am Hollerbusch und 55 Wohnungen in Nieder-Eschbach-Süd geplant
  • Anwohner befürchten Stau und Luftverschmutzung

Frankfurt - Dass der Stadtteil in Frankfurt unter Staus leidet, ist bekannt. Ob der Bau von 250 Wohnungen am Hollerbusch und weiteren 55 Wohnungen in Nieder-Eschbach-Süd so geplant werden kann, dass der Stadtteil nicht kollabiert, bezweifeln schon jetzt viele der alteingesessenen Nachbarn.

Angst vor Stau in Frankfurt: Neue Wohngebiete bedeuten auch mehr Verkehr

Trotz des Spiels von Eintracht Frankfurt sind am Freitagabend (14.02.2020) viele Bürger zur Ortsbeiratssitzung in den Darmstädter Hof gekommen. Sie wollen wissen, wie das Verkehrsgutachten zur Entwicklung der Wohngebiete "Am Hollerbusch" und "Nieder-Eschbach-Süd" aussieht. Unter dem Vorsitz von Ernst Peter Müller (CDU) stellen die Verkehrsplaner Jörg Stellmacher-Hein und Kerstin Dörl vom Stadtplanungsamt ihre Ergebnisse vor.

"Es ist uns wichtig, die Bürger früh in die Planungen miteinzubeziehen", so Stellmacher-Hein gleich zu Beginn. Im Raum grummelt es. Die Vorstellung von 2000 weiteren Nachbarn und der Aussicht auf die zu erwartenden zusätzlichen Verkehrsbelastungen sorgen für Unruhe.

Man habe das Gutachten nach dem "Worst Case" erstellt, der höchsten anzunehmenden Verkehrsdichte, so der Stadtplaner. Gerechnet haben sie mit der Annahme, dass 60 Prozent der Bewohner mit dem Auto fahren und 20 Prozent als Fußgänger oder Radfahrer unterwegs seien und weitere 20 Prozent die öffentlichen Verkehrsmittel nutzen. Immerhin liegt die nächste U-Bahn-Station fast vor der Haustür.

Frankfurt: Planer rechnen allein am Hollerbusch mit 1000 zusätzlichen Autos

"Dabei gehen wir von 1,2 Autos pro Wohneinheit aus und 3,3 Strecken pro Bewohner am Tag", erkärt Dörl. Am Hollerbusch fahren dann etwa 1000 Kraftfahrzeuge am Tag mehr als heute und in Nieder-Eschbach-Süd zusätzlich 2420 Fahrzeuge pro Tag. In den Spitzenzeiten sei am Hollerbusch mit 80 und 110 mehr Fahrzeugbewegungen zu rechnen und in Nieder-Eschbach-Süd mit 210 und 240, die aus dem Stadtteil morgens raus und nachmittags wieder reinfahren würden.

Man sei sich bewusst, dass das alles rechnerisch kein Problem wäre, in der Realität allerdings anders aussehen könne, baut Dörl vor. Die Zählungen hat das Amt 2018 gemacht und ebenfalls eine Videobeobachtung des Verkehrs.

Sofort fällt einem Bürger auf, dass das Video an einem Sonntag gemacht worden ist. "Nein, das steht das falsche Datum. Wir korrigieren das noch", antwortet Dörl.

Frankfurt: Testfahrten unter der Woche

Stellmacher-Hein erklärt, dass er persönlich Testfahrten unter der Woche zu Hauptverkehrszeiten gemacht habe. "Es gab stockenden Verkehr. Im Schnitt habe ich im Stau nicht länger als 2,5 bis 4,5 Minuten gestanden. Wenn man in der Stadt leben und Wohnungen bauen will, ist das vertretbar". Er bezieht sich auf die Deuil-La-Barre-Straße.

Sofort wird gekontert. "Wer aus Seitenstraßen kommt, schafft es kaum auf die Straße. Und wenn Müllautos unterwegs sind oder angeliefert wird, geht jetzt schon nichts mehr. Auch nicht, wenn jemand wenden muss. Von der Bahnschranke, die ebenfalls regelmäßig den Verkehr stoppt, gar nicht zu reden", empört sich eine Frau. 250 weitere Autos können nach Ansicht der Besucher nicht funktionieren. Es wird erzählt, dass "die halbe Wetterau sich jetzt schon durch Nieder-Eschbach schlängelt".

Die Stadtplaner zeigen mögliche Knotenpunke auf. "Frühestens in fünf Jahren können vermutlich die ersten Bewohner einziehen. Wir haben die Berechnungen sehr hoch angelegt, damit es später keine bösen Überraschungen geben kann", sagt Stellmacher-Hein. "Im Stadtgebiet haben wir 35 Prozent Autos, hier gehen wir von 60 Prozent aus." Auch das Umland sei berücksichtigt worden und die künftigen Veränderungen mit öffentlichen Verkehrsmitteln. Wir stecken mitten in der Verkehrswende", fügt er hinzu.

Stau in Frankfurt: Gesamtlösung gesucht

Eine Umgehungsstraße am Landschaftsschutzgebiet sehen die Landschaftsplaner nicht. "Die Ämter sehen den ökologischen Nutzen höher an als den Bau einer Straße durch das Gebiet. Stattdessen setzen wir darauf, den Autoanteil zu senken und den Radverkehr zu verbessern", so der Stadtplaner.

Es bleiben Zweifel. Über die hohe Luftverschmutzung im Ort, zunehmenden Lärm, zu den engen Straßen und der Gefährdung von Fußgängern und Radfahrern. Müller kommentiert: "Wir brauchen eine Gesamtlösung. Für mich ist das Gutachten eine reine Rechtfertigung. Es geht um unser aller die Lebensqualität in Zukunft." 

Von Sabine Schramek

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