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Mathias Biemann vom VCD mag nicht, wie dieses Auto parkt und beschmiert die Motorhaube mit Sprühsahne.

Aktionswoche

Verrückte Aktion: Mit Sprühsahne gegen Falschparker

Sie stellen sich auf Fahrradwege, blockieren Gehwege und die Sicht und gefährden so andere Verkehrsteilnehmer: Falschparker. Mit einer Aktionswoche werben Verkehrsclub Deutschland und der Verein Fuss e.V. für mehr Rücksichtnahme im Straßenverkehr werben.

Frankfurt - Verkehrssicherheit schert den Fahrer des Transporters offenbar wenig. Er hat das Fahrzeug sehr schlecht auf dem Gehweg geparkt. Rechtsabbieger von der Mainzer Landstraße können den Zebrastreifen nicht mehr einsehen. Heiko Nickel vom Verkehrsclub Deutschland (VCD) ereifert sich: "Das ist wirklich unmöglich." Sein Kollege Mathias Biemann sieht das genauso und schreitet zur Tat. Er schüttelt eine Dose Sprühsahne und malt damit ein Schlechte-Laune-Smiley auf die Motorhaube des Transporters. Als Gratisbeigabe klemmen die Aktivisten außerdem noch eine Gelbe Karte für den Autofahrer an die Windschutzscheibe.

Geringe Durchgangsbreite

Mit einer Aktionswoche wollen VCD und der Verein Fuss e.V. für mehr Rücksichtnahme im Straßenverkehr werben. Die Aktivisten sind zum Start am Montagmorgen im Gallus unterwegs. Und manchmal sind sie wirklich ziemlich streng. In der Lahnstraße beispielsweise hat ein Autofahrer ein Stück zu weit auf dem Gehweg geparkt, wie Biemann moniert: "Die Durchgangsbreite ist geringer als 1,20 Meter, es gibt eine Beschädigungsgefahr mit Rollstühlen und Kinderwagen."

In Frankfurt seien Autofahrer besonders rücksichtslos, was das Parken auf Gehwegen betrifft. Die Autos werden immer größer, der Platz in der Stadt ist aber begrenzt. "Wenn wir mit anderen VCD-Mitgliedern aus Berlin oder Stuttgart einen Rundgang machen, sind sie über die Situation im Baumweg schockiert", sagt Biemann. In den dicht besiedelten Stadtteilen Nordend und Bornheim sei die Situation mit Falschparkern auffallend schlimm.

Politikum auf der Mainzer

Im Gegensatz dazu geht es im Gallus aber noch. In der Idsteiner Straße bekommt ein Kleinwagenfahrer eine Gelbe Karte, weil er den Gehweg weiter zuparkt, als er müsste. "Wir wollen bei Autofahrern das Bewusstsein dafür schaffen, dass Fußwege kein minderwertiger Raum sind", erklärt Biemann. In dem Zusammenhang fordert der Verkehrsclub Deutschland von der hessischen Landesregierung, die im Koalitionsvertrag vereinbarte Kampagne für mehr Rücksichtnahme zwischen allen Verkehrsteilnehmern so schnell wie möglich zu starten.

VCD-Kollege Nickel fehlen bei dem Rundgang durch das Gallus allerdings ein bisschen die ganz groben Verstöße. "Wir hätten das besser in Bornheim machen sollen", sagt er selbstkritisch. Wenig später kommt es in der Mainzer Landstraße allerdings zu einem echten Politikum. Ein Lieferant hat seinen Transporter auf dem Radweg geparkt. Für Radfahrer ist das sehr gefährlich, weil sie auf die stark befahrene Straße ausweichen müssen und hier auch die Straßenbahn verkehrt. Nickel hat aber auch Verständnis für den Lieferverkehr. "Das ist auch eine schwierige Situation für Lieferanten, hier ist die Stadt gefordert." Es müssten mehr Parkplätze für den Lieferverkehr her.

Als problematisch empfindet Nickel eher die Pendler, "die nach Frankfurt reinfahren und dann acht Stunden im Weg rumstehen; die größte Platzverschwendung". Wer so lange rücksichtslos parkt, dem ist mit Sprühsahne nicht beizukommen.

VON OLIVER TEUTSCH

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