Corona-Leugner

Maskenverweigerer greifen VGF-Mitarbeiter in Frankfurt an - Ein Mann muss ins Krankenhaus

  • Julia Lorenz
    vonJulia Lorenz
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Entsetzen in Frankfurt: Masken-Gegner haben VGF-Mitarbeiter angegriffen, als diese sie auf die Maskenpflicht in Bus und Bahn hingewiesen haben. Einer liegt nun im Krankenhaus. 

  • Auf der ganzen Welt werden Busfahrer und Kontrolleure attackiert, weil Menschen keine Masken tragen wollen.
  • In Frankfurt sind bereits einige Mitarbeiter die VGF angegriffen worden.
  • Die Stadtpolizei Frankfurt und die VGF führen gemeinsame Kontrollen in Bus und Bahn durch.

Frankfurt - Er hatte mehrere Fahrgäste abgewiesen, weil sie keine Maske trugen. Sie prügelten daraufhin auf ihn ein. Wenige Tage später ist der Busfahrer gestorben. Dieser schreckliche Vorfall hat sich jüngst in Frankreich ereignet. Auch in Deutschland - in Oldenburg etwa und in Darmstadt - wurden schon Busfahrer mit Fäusten attackiert, weil sie die Maskenpflicht in ihren Fahrzeugen durchsetzen wollten.

Und in Frankfurt? Hier sind Busfahrer bisher von Attacken verschont geblieben. Dies zumindest teilte jetzt Verkehrsdezernent Klaus Oesterling (SPD) mit. "Der lokalen Nahverkehrsgesellschaft Traffiq sind in den Bussen keine Angriffe auf Busfahrer oder Kontrolleure seit Beginn der Corona-Pandemie bekannt", antwortete Oesterling auf eine Anfrage aus dem Stadtparlament.

Mitarbeiter der Verkehrsgesellschaft Frankfurt (VGF) stehen an der Hauptwache an den Abgängen zur U-Bahn und kontrollieren bei den Fahrgästen die Einhaltung der Maskenpflicht.

Busfahrer und Kontrolleure attackiert: Scheiben sollen Fahrer nicht nur vor Corona schützen

Als Erklärung dafür weist der Stadtrat darauf hin, dass den Fahrgästen schon früh das Einsteigen durch die vordere Fahrzeugtür untersagt wurde. "Die Fahrer wurden aus Sicherheitsgründen aus der Diskussion mit den Fahrgästen herausgenommen", so Oesterling. Zudem seien die Busse nach und nach mit Plexiglasscheiben ausgestattet worden - nicht nur, um die Fahrer vor dem Coronavirus zu schützen. Aktuell sei bereits ein Großteil der Fahrzeuge ausgerüstet. Bis Ende des Monats soll dann die gesamte Flotte nachgerüstet sein. Dann wird es auch wieder möglich sein, dass die Fahrgäste durch die Vordertür einsteigen und Fahrscheine beim Fahrer kaufen können.

Während neben den Busfahrern auch die Fahrer von U-Bahnen und Straßenbahnen bisher von tätlichen Angriffen verschont geblieben sind, können das die Mitarbeiter vom Ordnungsdienst der Verkehrsgesellschaft Frankfurt (VGF) nicht von sich behaupten. Vier Mitarbeiter sind von Maskenverweigerern attackiert worden, für einen Mitarbeiter endete der Angriff gar im Krankenhaus.

Darüber hinaus hat es außerdem "vereinzelt bestätigte Fälle von verbalen Auseinandersetzungen" gegeben, wie Oesterling mitteilte. "Diese waren jedoch nicht so gravierend, dass die Ordnungsbehörden aktiv werden mussten." Wenn Ordnungsbehörden oder der Ordnungsdienst der VGF alarmiert worden seien, dann nur, um uneinsichtige Fahrgäste ohne Mund-Nase-Bedeckung aus den Fahrzeugen zu verweisen.

"Für die Fahrerinnen und Fahrer der VGF existiert eine Dienstanweisung, die besagt, dass sich das Fahrpersonal aus Selbstschutzgründen auf keinerlei Diskussionen mit Maskenverweigerern einlassen soll", so der Stadtrat.

Maskenverweigerer in Bus und Bahn: VGF und Stadtpolizei arbeiten zusammen

Inzwischen finden gemeinsame Kontrollen durch die Frankfurter Stadtpolizei und die Mitarbeiter des Ordnungsdienstes der VGF statt. "VGF und Stadtpolizei haben vereinbart, weitere gemeinsame Kontrollen dieser Art zu organisieren, aktuell finden zusätzlich Gespräche und Abstimmungen mit der Hessischen Landespolizei statt", so Oesterling.

Hintergrund der Aktion ist der rechtliche Rahmen. Die Mitarbeiter der VGF dürfen zwar die Maskenpflicht kontrollieren, können Verweigerer auf Grundlage des Hausrechts auch aus der Bahn verweisen, sie dürfen aber nicht das Zahlen eines Bußgeldes verordnen. Das können nur Bundes-, Landes- und Stadtpolizisten. Fahrgäste, die in Bus und Bahn gar keine Maske oder sie nicht richtig tragen, müssen übrigens 50 Euro zahlen.

Rubriklistenbild: © Boris Roessler/dpa

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