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Thomas Kettner ist es zu laut. Seit Jahren fordert er von der VGF, dass die Züge Bonames' langsamer anfahren. Nun denkt er über den Rechtsweg nach.

Streit seit sieben Jahren

Krieg gegen die VGF: U-Bahn-Krach treibt Anwohner zur Weißglut

Bereits seit sieben Jahr tobt ein Streit zwischen Thomas Kettner aus Bonames in Frankfurt und der VGF bezüglich des Lärms der vorbeifahrenden U-Bahnen.

Frankfurt - "Wir, die Anwohner der Hugo-Sinzheimer-Straße mit den Hausnummern 32 bis 74 fordern die VGF auf, die Geschwindigkeit der Züge U 2 und U 9 in Fahrtrichtung von Nieder-Eschbach nach Bonames Mitte ab Stahlschwelle 86 bis zur Haltestelle Bonames Mitte auf 25 Kilometer pro Stunde zu begrenzen", heißt es in dem von Thomas Kettner vorbereiteten Info-Zettel. Diesen hat er mittlerweile in der gesamten Nachbarschaft herumgegeben und 30 Unterschriften von Anwohnern gesammelt, die sein Problem teilen.

Frankfurt Bonames: Langer Kampf mit der VGF wegen U-Bahn-Lärm

Seit 2009 wohnt Kettner am östlichen Rand von Bonames in Frankfurt, seit 2012 kämpft er gegen zu schnelle U-Bahnen. "Ich habe damals festgestellt, dass die U-Bahnen, die aus Nieder-Eschbach kommen, immer schneller fahren." Diese hätten nach seinen Informationen eine Geschwindigkeitsbegrenzung von 70 Kilometern pro Stunde, wenn sie Stahlschwelle 86, etwa 350 Meter vor der Station Bonames Mitte, passieren müssen. Zwar führen sie meist etwas langsamer. Aber das sei immer noch zu schnell.

"Man kann sich im Garten nicht mehr unterhalten. Und auf meinem Balkon habe ich Spitzenwerte von 85 Dezibel gemessen."

Frankfurt Bonames: Überschreitung der Höchstgeschwindigkeit der U-Bahn

2015 hatte Kettner zum letzten Mal der VGF geschrieben und sein Problem geschildert, damals eine Absage von der Frankfurter Verkehrsgesellschaft erhalten: "Alle Fahrer unserer Schienenfahrzeuge hatten eine qualifizierte Fahrer-Ausbildung und werden regelmäßig geschult", hieß es darin. "Wir sind sicher, dass die zulässige Höchstgeschwindigkeit nicht überschritten wird." Auch hatte Kettner der VGF damals vorgeschlagen, den Bahnübergang an der entsprechenden Stelle mit Gummiplatten auszustatten. Die VGF erklärte, sich den Vorschlag überlegen zu wollen. "Leider kam dann nichts mehr", bedauert Thomas Kettner.

"Es wäre allen geholfen, wenn die Züge nur etwa 20 bis 25 Kilometer pro Stunde fahren würden, bevor sie in den Bahnhof einfahren. Die VGF argumentierte aber, dass das zu viel Zeit kosten würde und der Fahrplan somit nicht eingehalten werden könne." Ein Argument, das Kettner ärgert. "Ich habe das mal nachgerechnet und bin zum Ergebnis gekommen, dass das nur 15 bis 20 Sekunden wären, die der Zug später an der Station Bonames Mitte ankommen würde. Das kann unmöglich den Fahrplan durcheinanderwirbeln", sagt er mit Unverständnis.

Frankfurt Bonames: Situation mit dem U-Bahn-Lärm hat sich verschlechtert

Zudem habe sich die Situation seit seinen letzten Briefwechseln mit der VGF 2015 nur weiter verschlechtert. Im Juli dieses Jahres packte der Anwohner das Thema wieder an und legte seine Probleme nicht direkt der VGF, sondern dem Verkehrsdezernenten Klaus Oesterling (SPD) dar, der laut Kettner jedoch nur knapp antwortete, dass er sich dazu derzeit nicht äußern könne. Doch nun hat Thomas Kettner 30 Nachbarn hinter sich und überlegt, den gerichtlichen Weg zu beschreiten. 

"Ich habe einen Rechtsanwalt beauftragt, der sich die Situation angesehen hat." Dieser habe ihm erklärt, dass laut Gesetz eine Lärmbelästigung dann besteht, wenn in den Wohnräumen und im Außenbereich des Hauses die Bahngeräusche zur Unverständlichkeit des gesprochenen Wortes führen oder in Schlafräumen zu regelmäßigem Aufwachen führen würden. Zudem dürfe ein Maximalwert von 57 Dezibel nicht überschritten werden. Punkte, die zumindest laut Kettners Messungen von den U-Bahnen verletzt werden. 

Frankfurt: Lärm von U-Bahn stört die Anwohner

"Allerdings zählen meine eigenen Messungen vor Gericht nichts. Das müsste ein vereidigter Gutachter übernehmen", berichtet Kettner von den neuesten Bewegungen im Fall. "Wir müssten damit vor das Verwaltungsgericht ziehen und das würde vermutlich teuer werden." Er wolle sich mit den Anwohnern, die seine Liste unterschrieben haben, beraten, ob ein rechtlicher Schritt der richtige sei. Am Freitagnachmittag war von der VGF keine Stellungnahme zu bekommen.

von Niklas Mag

Währenddessen haben die U-Bahn-Station Kalbach und das angrenzende Bonames ein Problem mit Krähen - das schlägt die Stadt Frankfurt jetzt dagegen vor.

Bei der U4 Frankfurt geht es derweil um einen Lückenschluss zwischen Bockenheimer Warte und Ginnheim. Mehrere Varianten werden diskutiert.

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