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Verschiedene Varianten stehen beim Ausbau der U4 zur Auswahl.

Umsetzung kann dauern

Ausbau der U4: Diese Varianten stehen in Frankfurt zur Auswahl

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Die U4 in Frankfurt soll ausgebaut werden. Es gibt insgesamt zehn Möglichkeiten. Doch die billigste Variante muss nicht die beste sein. 

  • Ausbau der U4 in Frankfurt ist geplant
  • Verschiedene Varianten stehen zur Auswahl
  • Billigste Variante muss nicht die beste sein

Frankfurt – So schnell wie möglich von der Bundesbank und der Universität den Hauptbahnhof Frankfurt erreichen. Das ist das eigentliche Ziel des U4-Lückenschlusses zwischen Ginnheim und Bockenheimer Warte, erklärte Verkehrsdezernent Klaus Oesterling (SPD) am Montagabend (10.02.2020) bei einer Sondersitzung zum Thema. Eingeladen hatte der Ortsbeirat 2 (Bockenheim, Westend, Kuhwald). Angestrebt seien Fahrzeiten von sieben beziehungsweise fünf Minuten.

Zehn verschiedene Trassenführungen stehen zur Wahl. Die kürzeren entlang der Miquelallee und am Ginnheimer Spargel vorbei kosten 190 bis 210 Millionen, 260 bis 320 Millionen Euro die längeren, die einen Bogen machen, um den Uni-Campus Westend anzuschließen. Die Stadtverordneten müssen sich für eine entscheiden - eine schwierige Aufgabe. „Lärm, Umweltschutz, Brücken in der Platensiedlung. Es gibt noch so viele Fragen, ich bin derzeit nicht in der Lage, eine Auswahl zu treffen“, sagte der Stadtverordnete Martin Kliem (Linke). Oesterling reagierte darauf erfreut: „Ich bin froh, dass du als Linker nicht Nein sagst.“

Frankfurt: Lückenschluss der U4 - Straßenbahnen statt Busse

Das Nein für eine Tunnelanbindung der Uni Frankfurt liefern Aktionsgemeinschaft Westend (AGW) und Bürgerinitiative Grüneburgpark (BI). Sie befürchten, dass Bäume durch einen Tunnel unter Grüneburgpark und Palmengarten den Grundwasserstrom beeinflussen könnten. Hans-Jürgen Hammelmann, Fraktionsvorsitzender der Linken im Ortsbeirat 2 und AGW-Vorsitzender, schlägt eine Teillösung der Variante 1 A vor. 

Bis zu einer Haltestelle am Ginnheimer Spargel/Botanischer Garten soll die U-Bahn U4 fahren und gleichzeitig die Buslinien 32 und 64 jeweils in Straßenbahnlinien umgewandelt werden. „So würde es fünf Haltestellen an der Uni geben“, sagte er.

Verkehrsdezernent Klaus Oesterling (Mitte) bei der Vorstellung der Varianten für den U 4-Ausbau auf dem Campus.

Der Stadtverordnete Wolfgang Siefert (Grüne) schließt die „Frauenfriedenskirchen-Variante“ aber aus. „Dann bleibt in der Zeppelinallee kein Baum stehen und Bockenheim ist fünf Jahre Baustelle“, erklärte er. Er präferiert eine direkte Uni-Station am Adorno-Platz. 

„Aber nur, wenn keine Notausstiege im Grüneburgpark nötig sind“. Laut Ralf Blingebiel von der Bürogemeinschaft Schüßler-Plan sind diese wegen der kurzen Wegstrecke überflüssig. Baumwurzeln würden nicht beschädigt. Am Parkeingang verlaufe der Tunnel in einer Tiefe von sieben Metern. Ein Gutachten soll aber Details liefern.

Frankfurt - Ausbau der U4: Züge fahren frühestens 2030

Bis die Untersuchung vorliegt, dauert es noch. Grundsätzlich spricht derzeit alles gegen eine schnelle Umsetzung, wie Oesterling erklärte. Läuft das Verfahren mit Planfeststellung und all den anderen bürokratischen Vorschriften und Vorgaben einigermaßen rund, fahren die Züge der U4 in Frankfurt nicht vor 2030. 

„Bis dahin sind die Baukosten sicher noch viel höher“, wandte ein Bürger ein. Er drängte auf eine schnelle Entscheidung der Stadtverordneten. Denn der Sportverein Makkabi will seine Sportanlage gegenüber des Geldmuseums ausbauen. Der Verein müsse wissen, wie die Trasse laufen soll, um gegebenenfalls reagieren zu können.

Uni-Präsidentin Brigitta Wolff hatte eingangs erklärt, sie sei froh, dass es eine Chance für eine U-Bahn-Anbindung gebe. Diese sei aber nur zu befürworten, wenn es keinen ökologischen Flurschaden gebe, sagte sie mit Blick auf den Tunnel unter dem Park. Da Prognosen von mehr als 30.000 Studenten im Jahr 2030 ausgehen und durch den geplanten Umzug der Uni-Bibliothek ins Westend zusätzlich etwa 4000 Menschen hierher pendelten, sei die Haltestelle natürlich wünschenswert.

Auf solche Fahrgastzahlen sei die U-Bahn-Haltestelle „Holzhausenstraße“ nicht ausgelegt. „Wir müssen die Station unabhängig davon ohnehin umbauen“, erklärte Oesterling. Die Bahnsteige seien viel zu schmal, der Brandschutz kritisch. 

Seit Jahren wird über die Umsetzung eines Aufzugs an der U-Bahn-Station Westend diskutiert. Die Pläne stehen längst, doch sind einige Anwohner, angeführt von der Aktionsgemeinschaft Westend (AWG), mit der Verkehrsinsel-Lösung nicht einverstanden.

Von Matthias Bittner

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