Ein Angler schlägt am Frankfurter Main-Ufer einen Wels tot. Umstehende Passanten reden auf ihn ein. Ein Video davon kursiert nun im Netz. 
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Ein Angler schlägt am Frankfurter Main-Ufer einen Wels tot. Umstehende Passanten reden auf ihn ein. Ein Video davon kursiert nun im Netz. 

Tierquälerei?

Angler schlägt in Frankfurt Wels brutal tot - Jetzt äußert er sich selbst dazu

  • Teresa Toth
    vonTeresa Toth
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Eklat um einen Fischfang in Frankfurt: Ein Mann zieht einen Wels aus dem Main und schlägt ihn noch am Ufer tot. Der Aufschrei unter den Passanten ist groß - doch der Fischer findet, dass er alles richtig gemacht hat.

  • Ein Fischer in Frankfurt am Main zieht einen 1,50 Meter langen Wels aus dem Fluss
  • Zahlreiche Passanten am Frankfurter Flussufer beobachten den Mann
  • Als der Angler aus Frankfurt plötzlich auf den Fisch einschlägt, kommt es zu einer Auseinandersetzung - mit unserer News-App bleiben Sie auf dem Laufenden.

Update vom Montag, 15.06.2020, 10.33 Uhr: Nachdem sich in dem Fall des Anglers in Frankfurt am Main die Staatsanwaltschaft eingeschaltet hat, um den Fall zu prüfen, äußert sich der Fischer nun selbst zu dem Vorfall. Wie bild.de berichtet, ist der 43-jährige Zoran Rajic nach wie vor stolz auf den Fang des riesigen Wels

Wels-Fischer aus Frankfurt versteht die Aufregung nicht

Dass es einen derart großen Aufschrei aufgrund der Tötung des Fisches gab, versteht der passionierte Fischer nicht: Den Wels wieder ins Wasser zu werfen, wäre illegal gewesen und sein Vorgehen somit absolut in Ordnung. Sein Kollege, Dejan Sorsokanovic (34) sagt sogar, dass sie die umstehenden Passanten vor der Tötung gewarnt und aufgeklärt haben. Sie gaben ihnen Chance, den Schauplatz zu verlassen und das Einschlagen auf den Fisch nicht mitansehen zu müssen.

Die beiden Männer haben den Wels nach der Tötung filetiert und verspeist. Fischer Sorsokanovic findet, die Menschen sollten sich vorher besser informieren, bevor sie sich unverhältnismäßig aufregen. Schließlich müssen die Tiere irgendwie getötet werden, bevor sie im Supermarkt im Regal landen und man sie dort bequem kaufen und essen kann.

Frankfurt: Dem Fischer drohen rechtliche Konsequenzen

Update vom Samstag, 13.06.2020, 14.49 Uhr: Dem Angler, der am Frankfurt Main-Ufer einen riesigen Wels getötet hatte, drohen möglicherweise rechtliche Konsequenzen. Die Staatsanwaltschaft prüft derzeit, ob sie Ermittlungen aufnimmt und es sich bei dem Fall um einen Verstoß gegen das Tierschutzgesetz handelt.

Laut fr.de* werde nun das Videomaterial gesichtet, das im Netz kursierte und für Aufsehen sorgte. Mittlerweile wurde es rund 300.000 Mal geklickt. Bei den Ermittlungen könnte es vor allem darum gehen, ob der Mann derart oft auf den Fisch hätte einschlagen müssen. Auch der Fischereiberater der Stadt Frankfurt, Jürgen Lungwitz, hatte das mehrfache Einschlagen auf den Wels kritisiert. In der Innenstadt deshalb keine Anglerkarten mehr auszugeben hält er jedoch nicht für nötig. „Man kann da schon gut angeln“, sagte er. Der Angler hätte jedoch die Passanten aufklären müssen, warum der Fischer auf den Wels einschlägt.

Wels aus dem Main in Frankfurt totgeschlagen – Staatsanwaltschaft schaltet sich ein

Update vom Mittwoch, 10.06.2020, 13.05 Uhr: In dem Fall des Anglers aus Frankfurt hat sich jetzt die Staatsanwaltschaft eingeschaltet. Laut Jürgen Lungwitz, dem Frankfurter Fischereiberater, hat diese ihn kontaktiert und erfragt, ob es sich bei der brutalen Tötung des Wels um Tierquälerei handelt. 

Lungwitz verwies diese an die Fischereibehörde Darmstadt – dort sitzen Fachleute, die beurteilen können, ob der Fischer mit seinem Vorgehen am Frankfurter Main entgegen dem Tierschutzgesetz handelte.

Wels aus dem Main in Frankfurt totgeschlagen: Fischereiberater äußert sich kritisch

Update vom Dienstag, 09.06.2020, 11.29 Uhr: Der Fischereiberater der Stadt Frankfurt Jürgen Lungwitz äußert sich über das Vorgehen des Anglers kritisch. Laut ihm habe der Mann zu aggressiv auf den Fisch eingeschlagen. Es sei zwar legal, im Main zu angeln und die Fische zu töten – sie zurück ins Wasser zu werfen, nachdem sie angebissen haben, sei sogar verboten – doch das Einschlagen auf den Wels war laut Lungwitz viel zu brutal. 

Nach Auseinandersetzung in Frankfurt um geangelten Wels: Fischereiberater klärt auf

In aller Regel genügt ein gezielter Schlag auf den Kopf, um den Fisch zu betäuben und ihn anschließend mit einem Herzstich zu töten. Lungwitz spekuliert sogar, dass der Angler wegen seines gewaltsamen Vorgehens Probleme mit dem Tierschutz bekommen könnte. Generell sei beim Angeln laut Lungwitz ein sensibler Umgang nötig – sowohl gegenüber dem Tier, als auch den Zuschauern. Der Angler hätte die Passanten in sein Vorhaben einweihen und ihnen die Chance geben sollen, den Ort zu verlassen, bevor er den Wels tötet.

Erstmeldung vom Montag, 08.06.2020, 10:50 Uhr: Frankfurt – Im Internet kursiert zurzeit ein aufsehenerregendes Video: Zu sehen ist, wie mitten in Frankfurtein Mann einen riesigen Wels aus dem Main fischt. Zahlreiche Spaziergänger beobachten skeptisch das Geschehen, manche filmen es. Eine Frau scheint Mitleid mit dem 1,50 Meter großen Fisch zu haben und bittet den Angler darum, das Tier wieder ins Wasser zu werfen. Da beginnt der Angler, völlig unvorhergesehen und direkt vor den Augen der Passanten mit einem Knüppel auf den noch lebenden Wels einzuschlagen.

„Du bist wirklich ein Schwein“: Passanten rufen dem Fischer aus Frankfurt üble Beleidigungen zu

Die Passanten zeigen sich geschockt. Einige schimpfen den Angler als „Drecksau“ und „Schwein“, während dieser weiter auf den Schädel des Tiers einschlägt. Andere Beobachter drohen dem Fischer damit, die Polizei zu rufen. Nachdem der Mann aus Frankfurt die Beleidigungen zunächst ignoriert, wird auch dieser laut und fragt die Passanten, ob sie denn kein Fleisch essen würden. Er will damit wohl darauf hinweisen, dass es dazugehört, ein Tier zu töten, wenn man Fisch oder Fleisch genießen möchte. Einem besonders beleidigendem Zuschauer gegenüber, wird er auch ausfällig. Dann ist das kurze Video vorbei. 

Es kommt zu einer Auseinandersetzung zwischen dem Angler und den Passanten.

Der Frankfurter Fischer hat alles richtig gemacht

Auch wenn das Vorgehen grausam wirkt – legal ist es dennoch. Wer die hessische Fischereiprüfung erfolgreich abgelegt hat und einen Fischereischein besitzt, darf im Main angeln und die gefangenen Fische vor Ort töten. Auch der Schlag auf den Kopf gehört zum gängigen Verfahren bei der Tötung eines Fisches. So soll dem Tier schnell ein Ende bereitet werden, ohne dass es lange leiden muss. Dass dieses Vorgehen für die Spaziergänger in Frankfurt verstörend wirken muss, ist aber dennoch nachvollziehbar und  hätte durch eine kurze Vorwarnung möglicherweise verhindert werden können.

Der Angler schlägt auf den Fisch ein. 

Im Herrngarten in Darmstadt jagen unbekannte Personen ein freilebendes Küken und nehmen es mit nach Hause - die Polizei ermittelt.

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