„Stop funding climate killers“ steht auf einem Plakat, das Greenpeace-Aktivisten auf dem Dach der Europäischen Zentralbank (EZB) entrollt haben.
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Greenpeace-Aktivisten mit Gleitschirmen und Transparenten auf dem Dach der EZB. Mit der Aktion protestiert Greenpeace am Tag vor der EZB-Ratssitzung gegen die Klimapolitik der EZB.

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Klimaprotest in Frankfurt: Strafverfahren gegen Gleitschirmflieger auf EZB-Dach eingeleitet

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  • Jasmin Jakob
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Am Mittwoch kommt es an der EZB in Frankfurt zu einer Protestaktion. Aktivisten landen mit Gleitschirmen auf dem Gebäude und entrollen ein Banner – gegen zwei Männer läuft jetzt ein Strafverfahren.

+++ 17.15 Uhr: Gegen die beiden Männer, die im Rahmen einer Protestaktion mit motorisierten Gleitschirmen auf dem Dach der EZB gelandet sind, läuft nun ein Strafverfahren wegen Hausfriedensbruchs. Wie die Polizei mitteilt, verließen die Protestler nach Ansprache durch Spezialeinsatzkräfte des Frankfurter Höhen-Interventions-Teams nach vier Stunden freiwillig das Dach. Die Einsatzkräfte nahmen daraufhin die 35 und 39 Jahre alten Männer mit auf ein nahegelegenes Polizeirevier, um ihre Personalien aufzunehmen. Dann ließen sie die Männer wieder gehen.

Gleitschirmflieger protestieren gegen „klimaschädliche Geldpolitik“ der EZB

Update von Mittwoch, 10.03.2021, 12.50 Uhr: Die Europäische Zentralbank (EZB) hat sich zu den Vorwürfen der Greenpeace-Aktivisten geäußert. Mit Gleitschirmen und Transparenten haben die Aktivisten in Frankfurt am Morgen gegen die Geldpolitik der EZB protestiert. Zwei Gleitschirmflieger landeten auf dem Dach des Eingangsgebäudes und entrollten sie ein zwölf Meter langes Banner mit der Aufschrift: „Stop funding Climate Killers“.

Die Aktion richtete sich nach Angaben von Greenpeace „gegen die klimaschädliche Geldpolitik der Notenbanken“. Eine neue Studie von Greenpeace belege am Beispiel akzeptierter Kreditsicherheiten bei Unternehmensanleihen, dass die EZB besonders klimaschädliche Unternehmen massiv bevorzuge.

Mit einem Gleitschirm landet ein Greenpeace-Aktivist auf dem Dach der Europäischen Zentralbank (EZB). Dort entrollten die Aktivisten einen Tag vor der EZB-Ratssitzung ein Transparent gegen die Klimapolitik der EZB.

Gleitschirmflieger mit Klimaprotest in Frankfurt: EZB äußert sich

Die Notenbank erklärte: „Die EZB trägt im Rahmen ihres Mandats als Zentralbank zur Beantwortung der Krise bei und handelt im Einklang mit den für die Klimapolitik Verantwortlichen.“ Die geldpolitische Strategie werde derzeit überprüft. Dabei analysieren die Währungshüter in Europa auch „wie wir an allen unseren Aufgabenbereichen auf die Klimakrise reagieren können.“

Unter Notenbankern und Volkswirten ist umstritten, ob und inwieweit Zentralbanken Klimagesichtspunkte in ihrer Geldpolitik berücksichtigen sollten. Kritiker argumentieren, durch eine Aufnahme von Klimazielen würden die geldpolitischen Ziele verwässert. Befürworter sehen hingegen Risiken für die Finanzstabilität, falls die Geldpolitik das Klima nicht oder unzureichend berücksichtigt.

Zwischenfall in Frankfurt: Gleitschirmflieger landen auf EZB-Dach

Erstmeldung von Mittwoch, 10.03.2021: Frankfurt - An der Europäischen Zentralbank (EZB) in Frankfurt kam es am Mittwochmorgen (10.03.2021) zu einer Protestaktion. Greenpeace-Aktivisten landeten mit Gleitschirmen auf dem Eingangsgebäude der EZB und entrollten ein Banner mit der Aufschrift: „Stop funding Climate Killers!” Ein weiterer Aktivist am Gleitschirm protestiert mit einem Flugbanner, heißt es in einer Mitteilung von Greenpeace. ZDF Hessen zeigte auf seinem Twitter-Kanal ein Video, auf dem die Aktion zu sehen ist.

Protestiert wurde laut Mitteilung „gegen die klimaschädliche Geldpolitik der Notenbanken“. Zudem veröffentlichte Greenpeace eine Studie. „Unsere Studie zeigt, dass die EZB systematisch den Klimaschutz untergräbt. Der EZB-Rat sollte zügig eine geldpolitische Strategie präsentieren, die sich am Pariser Klimaabkommen orientiert. Aber die Verantwortlichen bleiben vage“, heißt es auf der Seite der Organisation.

Frankfurt: Protestflug an der EZB - Aktivisten landet mit Gleitschirm auf Dach

In der EZB findet morgen unter Leitung von Christine Lagarde die nächste Ratssitzung mit dem Direktorium sowie den Präsidenten der europäischen Notenbanken statt. (svw)

An der EZB in Frankfurt gab es schön häufiger Protestationen. Im Oktober wurde auf dem Gelände eine Erdkugel entzündet. Damit wollen sie für Klimaschutz und eine „Chance auf ein gutes Leben“ für alle Menschen protestieren.

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