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Auch die vier Jahre alte Joyce hilft beim Aufbau mit: Beschickerin Nadja Levy-Spindler und ihr Sohn Keanu räumen die letzten Kuscheltiere aus den Kartons auf die große Treppe des Tombola-Stands.

Veranstaltung

Wäldchestag: Die Aufbau-Arbeiten im Stadtwald gehen voran

Wann der erste Wäldchestag gefeiert wurde, lässt sich nicht eindeutig festlegen. Fakt ist aber: Das Feiern im Wald hat eine lange Tradition. Los geht es bereits am Samstag. Frankfurts Nationalfeiertag aber bleibt der Dienstag nach Pfingsten.

Frankfurt - Kurz vor dem großen Fest geht es im Stadtwald geschäftig zu. Voll beladene Lastwagen rollen über die befestigten Straßen in den Wald. Platzanweiser in gelben Westen zeigen den Fahrern, wo es lang geht. An Buden und Ständen stehen die Beschicker zwischen den Bäumen auf Leitern, schrauben, hämmern, hängen Dekorationen auf. Viele Standplätze sind schon mit Karussells, Essensständen oder Fahrgeschäften belegt. Bald kann im Wäldche wieder gefeiert werden.

Wäldchestag: Eine kurze Pause

Die Besitzerin des Tombola Standes Nadja Levy-Spindler (42), ihr Sohn Keanu (17) und die kleine Joyce (4) haben sich in der Mittagshitze eine kleine Pause vom Aufbau gegönnt. Zusammen sitzen sie im kühlen Schatten, essen Fleischwurst und Brötchen. Vor ihnen liegen einige bunte Plüschtiere, verpackt in Papierkartons. "Wir haben schon alles aufgebaut, nur die Ware müssen wir noch einräumen", sagt Levy-Spindler.

Am Sonntag ist die kleine Truppe aus Gelnhausen samt Stand angereist. Gerne kommt Levy-Spindler ins Frankfurter Wäldche. Auch für sie längst eine Tradition. "Schon als Kind war ich immer dabei." Damals noch mit ihren Eltern, nun bringt sie selbst ihre Familie mit. "Das hat einfach ein ganz anderes Flair als auf normales Kirmesplätzen. Hier ist es schön kühl durch die Bäume, der Wäldchestag hat eine lange Tradition." Nur das Ungeziefer stört die 42-Jährige und auch das Wetter macht es den Standbesitzern im Wald nicht immer leicht - am Montag stand beispielsweise nach dem Unwetter knöchelhoch das Wasser.

Etwa 300 000 Besucher erwarten die Organisatoren von der Frankfurter Tourismus- und Congress-GmbH zwischen Samstag und Dienstag. Doch noch gibt es einiges zu tun. Nicht alle der 142 Geschäfte und Stände sind bisher angereist. "Viele haben am Wochenende oder auch am Montag noch auf anderen Veranstaltung gespielt", sagt Christian Müller, zuständig für den Aufbau. Den längsten Weg ins Wäldche hat unter anderem der Betreiber des Fahrgeschäfts "Flipper" hinter sich. Er kommt aus Arnheim in den Niederlanden.

Die größte Herausforderung beim Aufbau ist jedoch der ungewöhnliche Standort. Die sieben Kinderfahrgeschäfte, 25 Spiel-, Schieß- und Verlosungswagen, 24 Verkaufsbuden, 53 Imbiss oder Spezialitäten-Anbieter und 20 Süßwaren-Stände müssen mitten im Wald, zwischen den Bäumen, Platz finden - ohne dass der Wald dadurch beschädigt wird. Eine planerische Meisterleistung.

Wohl auch deshalb klingelt das Dienst-Handy von Müller im Minutentakt. "Beim letzten Anruf ging es darum, dass ein Wohnwagen nicht an seinem ausgemachten Platz stehen konnte, da musste ich ihm einen anderen sagen. Zum Glück kenne ich den Wald schon wie meine Westentasche."

Wäldchestag: Kein leichter Job

Dass jahrelange Erfahrung und eine gute Zusammenarbeit zwischen Standbesitzern und Organisatoren entspannter macht, kann auch Thomas Roie, Standbesitzer und Vorsitzender des Schaustellerverbands bestätigen.

Seit Generationen ist die Familie von Roie Beschicker auf dem Wäldchestag. Roies traditionelles Kettenkarussell kam am Freitag in 350 Einzelteilen mit zwei Lastwagen an. Nur ein paar Tage hat der Aufbau gedauert. "Es ist kein leichter Job, aber wenn wir die Kinderaugen zum Leuchten bringen macht es sehr viel Freude."

Bis Samstag muss neben dem Aufbau der restlichen Stände und Fahrgeschäfte noch die Infrastruktur mit Wasser und Stromleitungen hergestellt werden, die Stände werden dann mit Nummern versehen, die typischen Straßenschilder aufgestellt. Bei einem Behördenrundgang wird das Gelände abgenommen. "Es ist das schönste Fest aber auch das schwierigste beim Aufbau", sagt Müller. "Der Wäldchestag lebt aber nun mal durch seinen Namen."

Das Volksfest am Oberforsthaus hat Samstag und Sonntag von 12 bis 1 Uhr und Montag und Dienstag von 12 bis 24 Uhr geöffnet. Parallel wird in der Commerzbank-Arena die BigCityBeats - WORLD CLUB DOME sein. Deshalb wird es keine Parkflächen geben. Die Straßenbahnlinien 21 und 20, die Busse 61 und 61V fahren direkt zur Station Am Oberforsthaus. Dort können auch Fahrräder abgestellt werden. Infos auf frankfurt-tourismus.de. svw

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