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Blick auf den Trubel: Das Kettenkarussell und das Riesenrad waren gestern permanent im Einsatz.

Spaß für Jedermann

Der Frankfurter Wäldchestag ist auf der Zielgeraden

Heute ist der höchste Feiertag der Frankfurter. Was dem Kölner und dem Mainzer der Rosenmontag, ist dem Frankfurter sein "Wäldchestag", der Tag nach Pfingstmontag - zumindest war es früher so.

Frankfurt - Auch heute noch lohnt sich selbst für Rummel-Muffel der Besuch am Oberforsthaus. Dort gibt es jede Menge Kulinarisches, Rummel - aber auch ruhige Momente hoch oben im Riesenrad. Die Besucher am Oberforsthaus sind jedenfalls gut gelaunt - auch wenn sie viel Geld bei dem Fest loswerden können.

Ein bisschen Angst hat sie schon gehabt, gibt Sybille Polzin zu. Tochter Clementine (8) war hingegen begeistert. Die beiden sind im "Flipper" gefahren, eines der vielen Action-Fahrgeschäfte im Wäldchen. "Ich war früher oft hier", sagt die Frankfurterin. "In den letzten Jahren nicht mehr. Aber ich wollte es meiner Tochter zeigen. Sie ist schließlich auch Frankfurterin und muss den Wäldchestag kennenlernen."

Wäldchestag, um genau zu sein, ist erst heute, am Dienstag, dem Tag nach Pfingsten. Traditionell gaben früher Geschäftsleute und Handwerker ihren Mitarbeitern mittags frei, damit sie mit ihren Familien zum Feiern ins "Wäldche" nahe des Oberforsthauses gehen konnten. Inzwischen ist es weniger geworden. Doch noch immer gibt es einzelne Schulen, bei denen der Unterricht um 12 Uhr endet, damit die Schüler in den Wald kommen.

Spektakuläre Action

Wäldchen: Das sind in diesem Jahr 142 Schausteller, die Fahrgeschäfte und Kinderprogramm, Stehimbisse und Biergärten oder Bühnen mit Live-Musik anbieten. Die spektakulärsten Fahrgeschäfte sind in diesem Jahr das "No Limit", bei dem die Gäste in 32 Metern Höhe auf dem Kopf stehen. Spektakulär ist auch der "Hip Hop", der die Besucher in der Kabine bis zu 26 Meter hoch schleudert. Dabei wirkt zeitweise die vierfache Erdanziehung. Gemächlicher geht's im Riesenrad zu, das sich so langsam dreht, dass man genügend Zeit findet, den Ausblick in 45 Metern Höhe zu genießen.

Huschen gleich ins Bild: Clementine und Sybille Polzin im Wagen rechts.

Spaß macht es jedes Jahr. "Heute", verspricht Dominik Roie von der Schaustellerdynastie Roie, "heute regnet es nicht." Also: Nichts wie raus ins Wäldche. Roie ist zufrieden mit dem Festverlauf bislang. "Wir haben uns abgewöhnt zu klagen. Es ist gut", sagte er.

Auch die Besucher klagen nicht, sondern freuen sich. Etwa Markus und Rajae aus Frankfurt, die mit ihren beiden Kindern gekommen sind, Sara und Adam. Die kleine Aurelie, die beste Freundin von Sara, ist dabei. Allen schmeckt die Limo, die die beiden Kleinsten mit Stohhalmen gemeinsam aus einem Glas schlürfen. "Mir gefällt alles hier", sagt Aurelie. "Das Karussell war am besten", meint Sara. "Nein, die Wasserspiele." Vater Markus schmunzelt. "Ich habe zwar den Eindruck, dass es jedes Jahr teurer wird, aber es ist halt schön für die Kinder."

Was kostet das Fest?

Ja, die Preise. Ein Mispelchen kostet in diesem Jahr fast überall 3,50 Euro, gesehen haben wir es bei Hausmann zu diesem Preis. Ein Matjesbrötchen bei Fisch-Levy kostet vier Euro, Spanferkel im Brötchen bei Diestelkamp sieben Euro, Argentinisches Steak im Brötchen bei der Cocina Argentina 7,90 Euro, frische Kartoffelchips 3,50 Euro, eine Portion frisch geschnittener Pommes vier Euro. Bei vier Personen sollte man schon mal etwas Bargeld einstecken. Eine Fahrt im Fahrgeschäft ist zumeist für vier Euro zu haben, jedenfalls kosten "Flipper" und "Hip Hop" so viel.

Pause: Aurelie, Sara, Adam, Rajae und Markus (von links) im Biergarten.

Aber man bekommt ja was zurück. Wie der neunjährige Louis, der mit seiner Tante Lara und deren Tochter Sophi (3) im Wäldchen war. Der Junge hält einen Ball auf den Knien, der fast so groß ist wie er selbst. "Den habe ich beim Dosenwerfen gewonnen", sagt er stolz. Lara berichtet: "Wir sind zu Besuch hier und finden es wirklich ein ganz tolles Fest."

Pfadfinder im Karussell

Ein wenig exotisch sieht die vierköpfige Pfadfinder-Familie Weißmann aus dem Westerwald aus. Sie sind zum ersten Mal hier. "Wir kommen direkt von einer Veranstaltung, haben uns noch nicht umgezogen", erklärt Vater Thilo die Aufmachung in Pfadfinderuniform. "Aber wir wollten das berühmte Wäldches-Fest hier mal mitmachen." Vater Thilo packt sich eine Tochter und geht mit ihr auf das Kettenkarussell. "Es gefällt uns jedenfalls sehr gut hier in Frankfurt auf dem Wäldchestag", sagt die Mutter, Anne Weißmann.

Thomas J. Schmidt


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