1. Startseite
  2. Frankfurt

Frankfurt: Warten auf Brunnenreparatur sorgt für Frust

Erstellt:

Von: Michael Forst

Kommentare

Schon im März informierte Frank Mayer die Stadt über den Schaden am Schlossplatz-Brunnen - getan hat sich bislang noch nichts. Hier hält er ein herausgebrochenes Stück Mörtel vor den verschobenen oberen Steinplatten des Brunnens in der Hand. FOTO: maik reuss
Schon im März informierte Frank Mayer die Stadt über den Schaden am Schlossplatz-Brunnen - getan hat sich bislang noch nichts. Hier hält er ein herausgebrochenes Stück Mörtel vor den verschobenen oberen Steinplatten des Brunnens in der Hand. © Maik Reuß

Bereits im März meldete der Geschichtsverein der Stadt den Schaden, doch getan hat sich noch nichts

Keine Frage, es muss mächtig gerumst haben, als es passierte: Ein unbekannter Fahrer ist vor etwa zwei Monaten offfenbar mit seinem Lieferfahrzeug gegen den Brunnen am Höchster Marktplatz geprallt und hat einen Schaden hinterlassen, der zwar beachtlich ist, aber dennoch erst auf den zweiten Blick auffällt.

Einer der Steine nämlich, die den oberen Abschluss der Brunnenmauer bilden, hat sich offenbar durch den Aufprall verschoben. Zwischen diesem und den benachbarten Steinen klaffen nun Lücken; die eine ist etwa zehn, die andere fünf Zentimeter breit. Schlossplatzbesucher ohne Manieren haben diese Lücken bereits als Zigarrenbecher missbraucht - Kippen liegen jetzt in den Lücken.

"Das muss einer der Lieferanten gewesen sein, die morgens immer mit ihren Lastwagen kommen", vermutet Holger Häusser, Chef des benachbarten Traditionslokals "Zum Schwan". Er deutet an, dass die verräterischen, an dem Stein haftenden grünen Farbreste den Kreis der mutmaßlichen Verursacher noch mal stark einschränke.

Schlechte Erfahrungen in ähnlichen Fällen

Doch hier geht es ohnehin, so macht Frank Mayer, Vorsitzender des Höchster Geschichtsverein deutlich, weniger um den Täter als um den entstandenen Schaden - und vor allem darum, ihn bald beseitigen zu lassen. Allerdings hat er so seine Zweifel, dass das in absehbarer Zeit der Fall sein wird. Denn schon im März hatte Mayer der Stadt per E-Mail von dem lädierten Brunnen berichtet und um eine Reparatur gebeten - getan habe sich seither allerdings nichts. "Zumindest ist noch niemand zur Reparatur auf dem Schlossplatz gesehen worden", erklärt er. Schon in der Vergangenheit habe er schlechte Erfahrungen in ähnlichen Fällen machen müssen, etwa, als es um die Beseitigung losgelöster Schieferplatten auf dem Dach des Zollturms ging.

"Das ist eine Zumutung"

Damals habe es Monate gedauert, bis die Stadt tätig wurde - als die Dachdecker schließlich anrückten, stellten sie nach Mayers Worten fest, dass die Schieferplatten 2012 nicht fachgerecht genagelt wurden, sondern nur mit Silikon angeklebt worden waren.

Dass sich bislang noch keiner um den beschädigten Brunnen gekümmert hat, bringt ihn in Rage: "In der Innenstadt feiert die Stadt mit großem Bohei wieder irgendeine Brunneneröffnung - derweil sind die Brunnen hier im Westen oft in einem erbarmungswürdigen Zustand, aber die Verantwortlichen kümmert das nicht", klagt er, während er eine Stück herausgebrochenen Mörtel in den Händen hält.

Frank Mayer verweist neben dem Schlossplatzbrunnen als Beispiel auch auf den maroden und als Müllkippe benutzten Brüningbrunnen auf dem Höchster Marktplatz. Er schimpft: "Eine Zumutung ist das!"

Immerhin ist das Problem mittlerweile an der zuständigen Stelle gelandet: Das Kulturamt habe am Dienstag von dem Schaden erfahren, berichtet Jana Kremin, Sprecherin von Dezernentin Ina Hartwig (SPD) auf Anfrage. Sie kündigt an: "Das Amt wird eine Firma beauftragen, sich den Brunnen vor Ort anzusehen. Mehr können wir zum jetzigen Zeitpunkt dazu nicht sagen, weil wir erst einmal eine fachliche Einschätzung benötigen."

Der Brunnen auf dem Schlossplatz ist ein beliebter Treffpunkt für Ausflugsgruppen. Seit in Corona-Zeiten auf dem Schlossplatz Apfelwein "außer Haus" verkauft wurde, trafen sich viele mit Abstand am Brunnen, der deshalb im Sprachgebrauch vieler jetzt nur "Corona-Brunnen" heißt. Historisch ist seine Brüstung zumindest nicht, wohl aber der 1977 bei Pflasterarbeiten entdeckte Rundschacht, um den sie dann errichtet wurde. Der Schacht gehörte einst zu einem mittelalterlichen Zierbrunnen. Michael Forst

Auch interessant

Kommentare