Da hatte das Katzenheim in Oberrad noch geöffnet: Brigitte Maucolin, Leiterin des Tierheims, und Jürgen Speckmann, Vorsitzender des Frankfurter Katzenschutzvereins. 
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Da hatte das Katzenheim in Oberrad noch geöffnet: Brigitte Maucolin, Leiterin des Tierheims, und Jürgen Speckmann, Vorsitzender des Frankfurter Katzenschutzvereins. 

Frankfurt

Wegen Coronavirus: Besuche im Katzenheim verboten

  • vonAlexandra Flieth
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Das Katzentierheim in Frankfurt-Oberrad steht während Zeiten des Coronavirus vor ganz eigenen Problemen.

  • Auch Katzen müssen während der Corona-Pandemie versorgt werden
  • Schutz der Mitarbeiter vor dem Coronavirus an erster Stelle
  • Katzen werden weiterhin aufgenommen

Frankfurt - „Wer soll die Katzen versorgen, wenn wir uns anstecken?“, sagt Jürgen Speckmann. Er ist Vorsitzender des Frankfurter Katzenschutzvereins, der Träger des Katzentierheims im Speckweg 4 ist. Das Coronavirus greift auch massiv in den Ablauf der Vermittlungsarbeit eines Tierheims wie dem in Oberrad ein. Eigentlich öffnet die Einrichtung zweimal pro Woche für Besucher seine Türen, immer mittwochs und samstags, um vermittlungsfähigen Katzen die Möglichkeit auf ein liebevolles Zuhause zu geben.

„Damit die Angestellten sich auch in den kommenden Wochen und Monaten um ihre vierbeinigen Schützlinge kümmern können, müssen sie sich selbst schützen“, sagt der Vereinsvorsitzende. „Im Hinblick auf den Schutz unserer Mitarbeiter und damit auch für den Schutz der Tiere, haben wir uns dafür entschieden, die Besuchs- und Vermittlungszeiten erst einmal bis Ende März ausfallen zu lassen“, sagt er weiter. Eine Verlängerung dieser Maßnahme sei denkbar und wahrscheinlich.

Frankfurt: Schutz der Helfer vor Coronavirus steht an erster Stelle

„Wir haben glücklicherweise immer viele Interessenten, die an den Besichtigungstagen aus allen Himmelsrichtungen zu uns kommen“, erzählt Speckmann. „Darüber freuen wir uns natürlich, wissen aber auch nicht, mit wem die Menschen zuvor in Kontakt gekommen sind“, gibt er zu bedenken. „Wenn auch nur bei einer Person, die im Tierheim tätig ist, und dazu gehören auch ehrenamtliche Helfer, eine Infektion mit dem Coronavirus bestätigt würde, dann müssten wir alle in Quarantäne gehen.“ Und das müsse verhindert werden, um die artgerechte Versorgung und den Schutz der Tiere weiterhin aufrechterhalten zu können.

Denn wer würde sich dann um die Tiere kümmern? Wer füttere und kümmere sich um die medizinische Betreuung, fragt er. „Andere Tierheime befinden sich in derselben Situation mit denselben Fragen“, betont Speckmann weiter. Man könne nicht von ihnen verlangen, sich zusätzlich noch an anderer Stelle zu engagieren.

Frankfurt: Auch mit den Katzen spielen gehört zur Arbeit

Aktuell sei die Anzahl der vermittelbaren Katzen nicht so hoch und das sei gut. Eine konkrete Zahl der Samtpfoten, die derzeit im Oberräder Katzentierheim leben, möchte Speckmann aber nicht nennen. Dies habe der Vorstand in Absprache mit der Heimleitung so entschieden. „Es gibt dazu einen Vorstandsbeschluss“, sagt er. Neben den vermittelbaren Katzen haben zahlreiche Katzen auf dem Gelände des Tierheims einen festen Platz gefunden und leben dort.

Das Katzentierheim wird seit 2001 von Brigitte Maucolin geleitet, die sich seit 1996 für den Frankfurter Katzenschutzverein engagiert. Gegründet wurde er 1964 und ist als gemeinnützig und besonders förderungswürdig anerkannt. Der Arbeitstag von Brigitte Maucolin beginnt täglich um 6 Uhr. Die anderen aus dem Team starten zwei Stunden später. Zur Arbeit gehört es nicht nur, den Tieren Futter zu geben und die Katzentoiletten zu säubern, sondern auch mit den Tieren zu spielen und zu schmusen.

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Frankfurt: In Zeiten des Coronavirus werden Übergaben anders geregelt

Das Ziel ist, die Katzen wieder in ein schönes Zuhause zu vermitteln, in dem ihnen mit Liebe und Achtung begegnet wird. „Wir sind sehr glücklich darüber, dass das Interesse an unserem Tierheim sehr groß ist. Dadurch ist es im Januar und im Februar bereits zu zahlreichen Vermittlungen von Tieren in neue Familien gekommen“, freut sich Speckmann. Das entspanne auch ein wenig die aktuelle Lage. Doch nur kurz, denn im Frühling und Frühsommer kämen in der Regel viele Katzenbabys auf die Welt. „Im vergangenen Jahr kamen elf hochträchtige Mütter zu uns“, sagt er und betont: „Uns ist es wichtig, dass, trotz der vorübergehenden Einstellung unserer Besuchs- und Vermittlungszeiten, wir auch weiterhin Katzen aufnehmen, die in Not sind“, betont er.

Dabei sei es notwendig, dass Menschen, die eine Katze in Not zum Tierheim bringen möchten, vorher kurz per E-Mail oder telefonisch mit den Mitarbeitern in Kontakt treten. „Das sind Regeln, die schon immer so gewesen sind, auch um abzuklären, ob es ausreichend Platz gibt.“ In Zeiten von Corona sei es jedoch noch wichtiger, so vorzugehen. Im Hinblick auf den Schutz aller, sei es notwendig, die Übergabe der Tiere vorzubereiten. Dafür müsse die Möglichkeit der Übergabe so geregelt werden, dass die Leute nicht ins Tierheim hineinkommen müssen.

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