Weihnachten in Frankfurt

Weihnachtsbaum-Drama in Frankfurt: Fichte Bertl erntet Hohn und Spott

In Zeiten von Corona ist vieles anders, doch auf eine Sache ist Verlass: Der Weihnachtsbaum sorgt in Frankfurt im Pandemie-Jahr für Spott statt für Staunen.

  • Der Weihnachtsbaum in Frankfurt sorgt auch in der Corona-Pandemie für Spott.
  • Auf Facebook gibt es viel Häme für die Fichte Bertl.
  • Ein Überblick zu den schönsten Beschimpungen.

Frankfurt – Jeden Winter stehen die Frankfurter schmunzelnd bis fassungslos auf dem Römer und begutachten ihren Weihnachtsbaum. Die Hoffnung, dass im Pandemie-Jahr eine prächtige Fichte in der Altstadt stehen wird, war vielleicht etwas größer als sonst. Schließlich musste wegen Corona bereits der Weihnachtsmarkt abgesagt werden. Alle Hoffnung auf ein wenig Weihnachtsstimmung und Besinnlichkeit in diesem turbulenten Jahr lagen also auf den Schultern, oder sollte man sagen auf den Ästen, von Fichte Bertl.

Heimlich still und leise wurde Fichte Bertl aus Österreich angeliefert. Um nicht zu viele Schaulustige anzulocken, wurde der Termin in diesem Jahr nicht bekannt gegeben. Denn: Sicherheit geht vor und die Stadt will das Corona-Infektionsrisiko verantwortungsbewusst klein halten. Oberbürgermeister Peter Feldmann (SPD) sagt: Bertl soll „ein Symbol der Hoffnung gegen das Virus“ sein. Doch dieses „Symbol der Hoffnung“ bereitete, ähnlich wie sein Vorgänger Peter in 2019, schon mehr Frust als Festtagsfreuden, bevor die Adventszeit überhaupt beginnt.

Weihnachtsbaum-Drama in Frankfurt: Fichte Bertl soll Hoffnung spenden

In der Regel misst ein Frankfurter Weihnachtsbaum, so hässlich er auch sein mag, um die 30 Meter, damit er die Spitze des Römers überragen kann. Doch wie so vieles ist auch das in diesem Jahr etwas anders. Bertl wurde mit 28 Metern in Österreich gefällt. Doch die Fichte war zu breit, um problemlos angeliefert werden zu können. Und so wurden kurzerhand sieben Meter abgesägt.

Mit nicht mehr ganz so stolzen 21 Metern kam Fichte Bertl also auf dem Römer an. Doch dann das nächste Problem: Sein Stamm ist zu dick für den Köcher, ein zwei Meter tiefes Loch im Boden, in das jedes Jahr der Baum gestellt wird. Schlussendlich verlor Bertl weitere zwei Meter, damit er in seinen Köcher passt. Weiter zwei Meter verschwinden im Köcher. Und während der Frankfurter Weihnachtsbaum der Hoffnung aufgerichtet wird, fallen Äste zu Boden. Einer nach dem anderen. Kurz wird überlegt, den Baum erst gar nicht aufzustellen, doch dann die Entwarnung. Fichte Bertl darf bleiben*.

Weihnachtsbaum-Drama in Frankfurt: Auf Facebook gibt es viel Häme für Bertl

Recht kahl und ziemlich klein kommt er daher, der Baum der Hoffnung. Das finden auch zahlreiche User im sozialen Netzwerk Facebook. Wir haben ein paar der schönsten und schrägsten Kommentare über Bertl zusammengetragen.

  • „Einmal mehr wird der hässlichste Weihnachtsbaum Deutschlands in Frankfurt stehen.“
  • „Der sieht auch Mist aus. Voll das Loch in der Mitte.
  • „Alle Jahre wieder, eine Krücke.“
  • „Nicht zu glauben, für was die Stadt alles Geld hat...“
  • „Warum kein Kunstbaum?“
  • „Passt zum Jahr 2020.“
  • „Er ist wie immer hässlich. Er hat ein riiiiesen Loch!!!“
  • „Der arme Bertl, so ein stolzer Baum gewesen und dann...“
  • „Völlig überflüssige Aktion. Hätte schon vor Jahren eingestellt werden sollen.“
  • „Was ein Quatsch, einen Weihnachtsbaum in Coronazeiten von der Steiermark nach Frankfurt zu karren. In unserer Region gibt es so viele Bäume und nicht so ein gerupfter Kerl wie der, der jetzt in Frankfurt steht“.
  • „Einer von 26 Millionen Bäumen, die auch dieses Jahr für Weihnachten sterben müssen.“
  • „Brauch kei Sau.“
  • „Am End mit Borkekäfer.“

Nur wenige schlagen versöhnliche Töne an: „Der MUSS unperfekt sein, sonst passt er einfach nicht nach Frankfurt“, schreibt eine Facebook-Nutzerin. (Theresa Lippe) *fr.de ist Teil des bundesweiten Ippen-Digital-Redaktionsnetzwerks.

Rubriklistenbild: © Arne Dedert/dpa

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare