Frankfurter Weihnachtsmarkt
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Der Frankfurter Weihnachtsmarkt findet trotz Corona statt.

Pandemie

3G und 2G auf dem Weihnachtsmarkt in Frankfurt – Welche Corona-Regeln gelten

  • Julian Dorn
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Der Weihnachtsmarkt in Frankfurt findet trotz steigender Corona-Inzidenz statt. Das Hygiene-Konzept wird bei Bedarf angepasst. Geplant sind 2G und 3G-Bereiche.

Frankfurt – Die Zahl der Corona-Infektionen steigt, gestern verzeichnete das Gesundheitsamt 312 Neuinfektionen, die Inzidenz liegt nun bei 242,5. Der Weihnachtsmarkt soll dennoch stattfinden, wie Oberbürgermeister Peter Feldmann (SPD) gestern bei einer Pressekonferenz im Römer bekanntgab: „Er wird anders sein als 2019, aber es wird ein stimmungsvoller Weihnachtsmarkt sein mit allem, was dazugehört.“ Vom 22. November bis zum 22. Dezember soll wieder eine Duft-Melange aus dampfendem Glühwein, gebrannten Mandeln und einem Hauch Tannennadeln die Innenstadt rund um den Römerberg erfüllen.

Wochenlang arbeitete die Tourismus + Congress GmbH (TCF) zusammen mit dem Gesundheitsamt an einem tragfähigen Konzept. „Eine große Herausforderung“, wie Geschäftsführer Thomas Feda betont. Immer wieder habe man flexibel auf neue Verordnungen reagieren müssen.

Corona: 2G in bestimmten Bereichen auf dem Weihnachtsmarkt in Frankfurt

Das Ergebnis: Der diesjährige Markt wird anders sein als alle bisherigen. Er wird sich mit weniger Ständen auf einer größeren Fläche verteilen. Auch der Roßmarkt wird dieses Jahr einbezogen. Damit solle der Markt entzerrt werden, erklärt Feda. Statt 215 Stände wie 2019 soll es dieses Jahr nur 170 geben. Auf dem gesamten Gelände gilt eine Maskenpflicht im Gedränge und beim Anstehen an den Ständen. „Alle Gastro-Betriebe bieten abgetrennte Bereiche außerhalb des Besucherstroms an, wo Speisen und Getränke verzehrt werden müssen.“ Auf beheizte Gaststuben muss verzichtet werden, ebenso auf die Bühne am Römerberg und die Eröffnungsfeier.

Weihnachtsbaum „Gretel“ wird auf dem Römerberg schon herausgeputzt, am Montag beginnen die Schausteller mit dem Aufbau der Weihnachtsmarktbuden.

Gedränge soll in jedem Fall verhindert werden, betont Feldmann. Ordnungsamt und Polizei, die verstärkt auf dem Weihnachtsmarkt patrouillieren sollen, werden, wo es nötig ist, den Fußgängerverkehr an Ständen regeln und die Wartenden anweisen, ihre Masken aufzusetzen.

Zugangsbeschränkungen soll es nur auf dem Roßmarkt sowie beim Rosa Weihnachtsmarkt am Friedrich-Stoltze-Platz geben. Dort gilt dann die 2G-Regel: Erwachsene müssen einen Impf- oder Genesenen-Nachweis vorzeigen. Für schulpflichtige Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren ist ein negatives Testergebnis nötig, als Nachweis reicht das schulische Testheft. Kinder unter sechs Jahren brauchen keinen Nachweis. In diesen 2-G-Bereichen müssen keine Masken getragen oder Abstände gewahrt werden.

Frankfurt sorgt auf Weihnachtsmarkt für größtmögliche Corona-Sicherheit

Der Frankfurter Weihnachtsmarkt ist eine Instanz. Zwischen 2,5 und 3 Millionen Menschen besuchen jedes Jahr den Budenzauber. 20 Prozent davon kommen laut Tourismus-Manager Feda üblicherweise aus dem Ausland. Er schätzt, dass der Einzelhandel, der Nahverkehr, und die Gastronomie rund um die Verkaufsstände von dem Markt mit einem zusätzlichen Umsatz in zweistelliger Millionenhöhe profitieren.

Im vergangenen Jahr war es jedoch einsam um den Weihnachtsbaum auf dem Römerberg: Der Markt musste wegen Corona abgesagt werden. Auch aktuell steigen die Infektionszahlen. Das Frankfurter Gesundheitsamt sieht 2-G-Veranstaltungen kritisch. Könnte der Markt doch noch kurzfristig abgesagt werden? „Wir haben uns an die bis zum 28. November gültige Landesverordnung gehalten, die wir sogar übererfüllen“, antwortet Feda auf Nachfrage. Auf kurzfristige Änderungen sei man vorbereitet und könne rasch „nachjustieren“. TCF-Sprecherin Ines Philipp verweist zudem darauf, dass die Veranstaltung ausschließlich im Freien stattfinde, wo das Infektionsrisiko ohnehin niedriger sei. „Alle bisherigen Regel-Verschärfungen bezogen sich ja meist auf Veranstaltungen in Innenräumen.“ Auch Rathauschef Feldmann ist optimistisch: Die Stadt habe für größtmögliche Sicherheit gesorgt, ist er überzeugt. „Ein Besuch in der Stammkneipe ist da wahrscheinlich gefährlicher.“

Weihnachtsmarkt Frankfurt während Corona: „Rechnen mit 50 Prozent an Mehrkosten“

Die Hygiene-Auflagen bedeuten für die TCF aber auch höhere Kosten, wie schon bei der Dippemess‘. „Wir rechnen mit 50 Prozent an Mehrkosten, weil wir weiteres Personal benötigen“, bilanziert Feda. Diese könne man nicht vollständig umlegen, denn die Schausteller hätten ebenfalls höhere Kosten, weil sie ihre Verkehrszonen überwachen müssten.

Ohnehin hätten es die Beschicker im Augenblick schwer, weiß Feda. Einige haben bereits abgesagt. Gebeutelt von den Umsatzverlusten der vergangenen eineinhalb Jahre, stehen sie nun noch vor weiteren Problemen. Es fehlt ihnen an Personal, um den Stand vier Wochen lang betreiben zu können - und teilweise auch schlicht an der Ware, weil es noch immer Lieferengpässe in Fernost gibt. „Bei vielen ist nach wie vor die Angst und wirtschaftliche Unsicherheit groß“, berichtet Feda. Sie fragten sich, ob sich der Aufwand und die Mehrkosten wegen der Auflagen am Ende überhaupt lohnen.

Mit weniger Besuchern auf dem Markt, der montags bis samstags von 10 bis 21 Uhr und sonntags von 11 bis 21 geöffnet sein soll, rechnet Oberbürgermeister Feldmann nicht. Das Bedürfnis nach echter Weihnachtsstimmung und Geselligkeit sei da, ist er überzeugt. (judo)

Die Frankfurter können bereits seit Ende Oktober den ersten und zugleich höchsten Weihnachtsmarkt besuchen. Auf der „CityAlm“ wartet Glühwein und ein Blick auf die Skyline.

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