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Im Mai hat Ursula Fechter (rechts) gemeinsam mit der Leiterin der Stabsstelle für Fluglärmschutz, Sarah Schuhmacher, auf dem Gelände der Martin-Buber-Schule in Sachsenhausen eine Lärm-Messstation eingeweiht. Dort wird nun auch ein Gerät zur Ermittlung von Ultrafeinstaub in der Luft installiert.

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In Frankfurt werden Messgeräte für Ultrafeinstaub aufgestellt

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Jetzt ist es sicher: Die Stadt Frankfurt bekommt zwei eigene Messstationen für Ultrafeinstaub. Ende September sollen sie an zwei unterschiedlichen Standorten in Sachsenhausen aufgebaut werden. Die Geräte werden Teil einer großangelegten Studie im Rhein-Main-Gebiet.

Sie sind winzig klein, gelangen über die Lunge direkt ins Blut und von dort in den ganzen Körper. Die Rede ist von Ultrafeinstaubpartikeln, die bei der Verbrennung von Treibstoff in Flugzeugmotoren entstehen und kleiner als 100 Nanometer sind. Seit Jahren stehen die klitzekleinen, nicht sichtbaren Körnchen im Verdacht, gefährlich zu sein und Krankheiten wie Herz-Kreislauf-Probleme, Diabetes und Demenz auszulösen. Es gibt erste Studien dazu, als belegt gilt der Zusammenhang aber nicht. Die Forschung ist noch nicht so weit.

Es wird aber daran gearbeitet. Jetzt wird sich auch die Stadt Frankfurt an Untersuchungen beteiligen. Auf Initiative der Stabsstelle für Fluglärmschutz hat das Umweltdezernat zwei mobile Messgeräte für Ultrafeinstaub gekauft. Sie sind nun da und werden derzeit beim Hessischen Landesamt für Naturschutz, Umwelt und Geologie (HLNUG) kalibriert. Ende September werden die Messstationen dann in Sachsenhausen, genauer gesagt im Sachsenhäuser Landwehrweg, aufgestellt: im Turm der Bergkirche und auf dem Gelände der Martin-Buber-Schule. Die beiden Standorte hat die Stabsstelle für Fluglärmschutz ausgesucht. „Ich bin sehr gespannt auf die Ergebnisse“, sagt Umweltdezernentin Rosemarie Heilig (Grüne).

Zur Erinnerung: In den vergangenen Monaten hatte sich die Stadträtin mit den Bürgerinitiativen gegen den Fluglärm um die Messstationen für den Ultrafeinstaub gestritten. Die BI Sachsenhausen und Stop Fluglärm hatten Heilig vorgeworfen, das Aufstellen der Geräte aus parteipolitischen Gründen zu blockieren. Frankfurts Fluglärmschutzbeauftragte Ursula Fechter und ihre Stabsstelle hatten die Geräte nämlich schon im vergangenen Jahr bestellt, das Budget von 100 000 Euro war im Haushalt bereit gestellt worden. Doch Heilig und Fechter mussten zunächst die Zuständigkeiten klären. „Die Stabsstelle ist für den Fluglärm zuständig, ich für Emissionen, also auch für den Ultrafeinstaub“, so Heilig. So würde es im Koalitionsvertrag zwischen CDU, SPD und Grünen stehen. Sie gibt aber auch zu: „Die Diskussion hat lange gedauert. Die Geräte hätten schon vor sechs Monaten stehen können.“

Die Zwischenzeit hat sie aber genutzt, um die von der Stabsstelle vorgeschlagenen Standorte auf ihre Tauglichkeit zu prüfen. „Die Hintergrundbelastung durch die Abgase und Feinstäube der Autos darf nicht zu hoch sein, ansonsten bekommt man keine gescheiten Ergebnisse.“ Nach einem Jahr sollen die mobilen Geräte an anderen Orten aufgestellt werden.

Erst vor zwei Monaten hat das Hessische Landesamt für Naturschutz, Umwelt und Geologie einen Zwischenbericht einer Studie vorgestellt, der belegt, dass in Schwanheim deutlich mehr Ultrafeinstaub in der Luft gemessen wird, wenn der Wind aus Richtung des Flughafens weht. Die Behörde geht davon aus, dass der Bodenverkehr auf dem Airportgelände den Ultrafeinstaub erzeugt.

Die Bürgerinitiativen hingegen sind davon überzeugt, dass auch Überflüge eine erhöhte Konzentration der Partikel am Boden verursachen. Genau diese Wechselwirkung und wie das Ganze die Gesundheit der Menschen beeinflusst, soll nun weiter untersucht werden – mit Hilfe der neuen Frankfurter Messstationen in Sachsenhausen. Das kündigt Rosemarie Heilig an. „Unsere Geräte werden Teil eines Netzwerkes, dass das HNLUG aufbauen will“, so die Dezernentin. Das wurde in der vergangenen Woche vom Koordinierungsrat des Forums Flughafen und Region beschlossen. „Ähnlich wie die Norah-Studie soll es nun auch eine großangelegte Studie für den Ultrafeinstaub geben“, sagt Heilig. Dafür sollen im ganzen Rhein-Main-Gebiet entsprechende Messgeräte installiert werden. Möglicherweise wird es dann auch noch weitere in Frankfurt geben. „Wir wollen ein dichtes und aussagekräftiges Netzwerk aufbauen.“

Ursula Fechter freut sich nun aber erstmal, dass die Stationen in Sachsenhausen aufgestellt werden. „Ich bin froh, dass es jetzt endlich losgeht“, sagt die Fluglärmschutzbeauftragte.

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