Die Initiative Frankfurt-West um Torsten Bartels (vorne) will auch ohne politisches Mandat weiter im Frankfurter Westen wirken - wie hier im vorigen Sommer bei einer Aufräumaktion in Schwanheim. Beim "Franfurt Clean-Up" am 23. und 24. April ist sie auch dabei.
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Die Initiative Frankfurt-West um Torsten Bartels (vorne) will auch ohne politisches Mandat weiter im Frankfurter Westen wirken - wie hier im vorigen Sommer bei einer Aufräumaktion in Schwanheim. Beim "Franfurt Clean-Up" am 23. und 24. April ist sie auch dabei.

Wählerinitiative

Frankfurt-West macht trotz Wahl-Schlappe weiter

  • Michael Forst
    vonMichael Forst
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Auch ohne Sitz im Ortsbeirat will die Initiative in Zukunft weiter Akzente in den Stadtteilen setzen.

Humor hilft in allen Lebenslagen, heißt es. Und als höchste Kunst gilt, noch in der Niederlagen über sich selbst lachen zu können. Wie das geht, hat gerade die Wählerinitiative Frankfurt-West vorgemacht, nachdem sie bei der Kommunalwahl den Sprung in den Ortsbeirat verpassten, funkten sie am 1. April ein erstes Lebenszeichen: "Ja, wir machen weiter!" lautete die Botschaft - mit einem überraschenden Zusatz: Da die bisherige Strategie nicht von Erfolg gekrönt war, strebe man nun als neuen Schwerpunkt den Anschluss des Frankfurter Westens an den Main-Taunus-Kreis an und firmiere deshalb als "Hattersheim-Ost", denn: "Wir hoffen, wir haben damit mehr Erfolg."

Mit weniger Intensität

Wahr an dieser Botschaft, so bekräftigte Spitzenkandidat Torsten Bartels jetzt, ist immerhin der erste Teil dieses Aprilscherzes: "Wir wollen alle bei der Stange bleiben und uns weiter engagieren." Das habe man bei einem ersten Treffen nach der Wahl beschlossen.

Allerdings werde man die Dinge mit etwas weniger Intensität angehen, "als beispielsweise noch vor einem Jahr", wie Bartels erklärt. Das ergebe sich schon dadurch, dass in den nächsten fünf Jahren die aufwendige Arbeit im Ortsbeirat entfalle.

Die Hände in den Schoß legen werde aber keiner, "schließlich sind wir auch als Einzelpersonen in verschiedener Weise in den Stadtteilen engagiert". So wirkt Anke Konegen seit Jahren beispielsweise in der Markt-AG des Förderprogramms Innenstadt Höchst mit; Bartels sitzt selbst im "Beirat Soziale Stadt Nied". Zusätzlich werde man aber weiterhin auch als Frankfurt-West Akzente setzen: Das nächste Mal beim Frankfurter Cleanup-Day am Freitag, 23. und Samstag, 24. April, wo die Initiative mit zwei Gruppen in Höchst und Nied teilnehmen wird.

Auch werde sich die Gruppe weiter treffen - wenn auch nicht mehr wöchentlich wie zuvor. Über das frühere Mitglied Uwe Eisenmann im Ortsbeirat angestoßene Anträge und Ideen werde man selbstverständlich weiter im Auge behalten. Torsten Bartels räumt aber auch ein: "Ob das für die nächsten fünf Jahre bis zur nächsten Wahl tragen wird, wissen wir natürlich noch nicht."

Eine Summe von Gründen

Woran es gelegen hat, dass die Wählerinitiative, die mit Uwe Eisenmann in der vergangenen Legislaturperiode vertreten war, diesmal kein Mandat holen konnte? Bartels spricht von einer "Summe von Gründen": Das Interesse der Menschen an der Ortsbeiratspolitik sei "relativ gering". konstatiert er mit Blick auf die niedrige Wahlbeteiligung. Und jene, die sich doch zum Urnengang aufraffen, seien oft "fixiert auf "Parteien, die sie auch bei großen Wahlen wählen würden."

Als kleine lokale Wählerinitiative sei es schwer, dagegen anzugehen. Zudem habe man - bis auf Appelle auf der eigenen Facebook-Seite - auf Werbung, etwa mit Plakaten, bewusst verzichtet - "weil wir nicht Teil der Plakat-Flut sein wollen, die die Leute im Wahlkampf überrollt."

Eine Rolle gespielt habe sicherlich auch die fehlende Strahlkraft eines Uwe Eisenmann: "Der war einfach für viele Menschen hier das Gesicht von Frankfurt-West", räumt Bartels ein. Er und die anderen Mitstreiter hätten zwar schon seit längerem im Hintergrund mitgewirkt, aber dass der Name von Eisenmann, der noch vor Ende der vergangenen Legislaturperiode wegen seines Umzugs nach Norddeutschland ausgeschieden war, nicht auf dem Wahlzettel stand, habe sich negativ ausgewirkt.

Auch Veranstaltungen wie die "Meet-Wochs", das Markenzeichen der Truppe, bei denen Bürger mit Experten über brennende Lokalthemen diskutieren können, hätten wegen Corona nicht stattfinden können. Trotz dieser Erklärungen sei das Wahlergebnis "schon eine Enttäuschung für uns gewesen", räumt der Höchster ein.

Viel Freizeit in die Arbeit gesteckt

Schließlich hätten er und seine Mitstreiter Anke Konegen, Reiner Dietrich, Petra Franke, Jörg Lademann und der Gründer Michael Weingärtner viel Freizeit in die politische Arbeit fließen lassen. Bartels formuliert es so: "Wir machen das ja nicht, um Lebenszeit totzuschlagen, sondern, weil wir etwas für die Stadtteile im Westen erreichen wollen".

Mit "riesigen Stimmenzuwächsen" habe die Initiative Frankfurt-West nach Bartels Worten zwar ohnehin nicht gerechnet. Aber doch "gehofft, dass wir das Niveau von der Wahl 2016 in etwa halten könnten mit dem, was wir in den vergangenen fünf Jahren abgeliefert haben."

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