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Eine Buche musste schon fallen. Zurück blieb nur der Baumstumpf. Aber auch der Nachbar zeigt erhebliche Schäden. Ein abgebrochener Ast wurde bereits entfernt. 

Westend

Drama im Grüneburgpark: Buchen kämpfen ums Überleben

Im Grüneburgpark in Frankfurt scheint eine 130 Jahre alte Gruppe aus vier Buchen das Ende ihrer Tage zu erleben. Eine wurde bereits gefällt, eine weitere ist von Pilzen befallen. 

Frankfurt – Sie stehen da, als wäre die Welt in bester Ordnung. Ohne sich mit Bäumen auszukennen, fällt es dem Betrachter schwer festzustellen, ob die vier riesigen Rotbuchen wirklich gerade um ihr Überleben kämpfen. Doch sie sind alt und der Sommer 2018 hat ihnen zugesetzt.

Das Problem ist bekannt, so hatte bereits im Juli Gisela Becker von der Bürgerinitiative Grüneburgpark auf die sterbenden Bäume hingewiesen. Unter anderem forderte sie einen Holzzaun, der die Baumgruppe einzäunt wie es bereits bei der knapp 140 Jahre alten Hängebuche im Grüneburgpark der Fall ist: "Im auch von Siesmayer gestalteten Kurpark Bad Nauheim wird durch Holzzäune und mit Kronenschnitt vielen sterbenden Bäumen Schutz gegönnt. Sie sind Unterschlupf für Tiere. Schilder weisen auf die Art der Krankheiten hin, so dass allgemein ein Verständnis für mehr Natur im Park entwickelt wird", heißt es in einer Stellungnahme von Becker aus dem vergangenen Sommer.

Alte Bäume im Frankfurter Grüneburgpark: Jahre sind gezählt

Lange wird es die Baumgruppe im Grüneburgpark aber auf jeden Fall nicht mehr geben, befürchtet auch Bernd Roser, Abteilungsleiter Grünflächenunterhaltung beim Grunflächenamt Frankfurt. "Der Baum mit der Nummer 1695, der zu dieser Gruppe gehörte, musste bereits gefällt werden. Die Pilzerkrankung war zu stark", erläutert er. Ähnliches geschehe zurzeit mit dem Baum Nummer 1694, direkt daneben. "Bei diesem haben wir einen Astabbruch zu verzeichnen und ebenfalls Pilz."

Das Ensemble aus vier Buchen wurde im Jahre 1888 gepflanzt. "Das ist einfach ein gewisses Alter. Für uns ist es ganz schwer zu sagen, wie lange die Bäume noch leben", erläutert der Fachmann. Das hänge ganz stark von den Witterungsbedingungen in den kommenden Jahren ab, wie viel Niederschlag es geben werde und wie heiß und trocken die Sommer würden.

 "Wir haben Baumkontrolleure im Einsatz, die regelmäßig nach den Bäumen schauen", fährt Bernd Roser fort. Das Grünflächenamt befürwortet zudem die Vorschläge von Gisela Becker und hat Pläne gemacht, die ihren Forderungen entsprechen: So soll die Baumgruppe aus dem Jahre 1888 bald eingezäunt werden. Wie auch die große und sterbende Hängebuche im Park.

Zaun soll alte Bäume im Grüneburgpark schützen

"Der Zaun hilft den Bäumen natürlich nicht direkt. Aber die Leute gehen dort dann eher nicht hin und das hilft den Buchen vielleicht. Durch eine gewisse Ruhe, haben sie möglicherweise noch länger zu leben", vermutet Roser. Ein Informationsschild soll zudem auf die Geschichte der Bäume und deren Altersprobleme aufmerksam machen. "Das wollen wir in diesem Winter angehen", kündigt Roser an.

Von Niklas Mag

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