Der Frankfurter Goetheturm wird wieder aufgebaut. Auf der Baustelle im Stadtwald in Frankfurt werden Holzteile per Lkw angeliefert
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Während der Bohrarbeiten am Fundament des neuen Frankfurter Goetheturms werden auf der Baustelle im Stadtwald Holzteile per Lkw angeliefert. Das Wahrzeichen war 2017 einer Brandstiftung zum Opfer gefallen. Der Wiederaufbau soll rund 2,4 Millionen Euro kosten.

Wahrzeichen

Frankfurt: Wiederaufbau des Goetheturms läuft - So unterscheidet er sich vom Original

  • vonUte Vetter
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Die ersten Teile sind da: 15 Lastwagen bringen die Einzelteile des neuen Aussichtsturms vom Südschwarzwald an den Main. In vier Wochen soll die Holzkonstruktion stehen.

Frankfurt - Endlich kann der Wiederaufbau beginnen: Die ersten Teile des neuen Goetheturms in Frankfurt sind gestern mit fünf Lastern von der Holzbaufirma Amann aus dem Südschwarzwald angeliefert worden. Insgesamt werden 15 Lastwagenladungen nötig sein, um die 72 Tonnen Edelkastanienholz aus Nordspanien und 24 Tonnen Eichenholz für den neuen Goetheturm über den engen Sachsenhäuser Landwehrweg anzuliefern. Zudem werden 35 Tonnen Stahl verbaut, die das Wahrzeichen feuersicherer machen sollen.

Viele Frankfurter erinnern sich noch mit Schrecken an die Nacht des 17. Oktobers 2017, als ein noch immer nicht gefasster Brandstifter den beliebten Aussichtsturm anzündete und der Goetheturm komplett niederbrannte.

Frankfurt: Goetheturm hat 21 Stufen weniger als der Vorgänger

Etwa 43 Meter hoch wird der neue Goetheturm. Der Grundriss am Boden beträgt rund neun mal neun Meter, hoch droben zwischen den Baumwipfeln sind es sieben mal sieben Meter. Drei jeweils 13 Meter hohe Tragkonstruktionen mit Stützen, Querstreben, Treppen, Außenwänden, Holmen und Geländern werden die Zimmerleute aus dem Südschwarzwald von einem rund 60 Meter hohen 50-Tonnen-Kran und zwei Arbeitsbühnen aus im Stadtwald aufeinander stapeln.

Richtig viel Betrieb herrschte gestern bereits auf der Baustelle. In vier Wochen soll die Holzkonstruktion stehen.

Optisch wird sich der "Neue" kaum vom Original unterscheiden - genau so, wie es die Frankfurter wollten. Bei einer Online-Befragung hatten sich 78 Prozent der Teilnehmer für eine möglichst originalgetreue Rekonstruktion des Wahrzeichens und gegen einen modernen Turm ausgesprochen.

175 Stufen werden die Besucher künftig nach oben führen. Der Blick über den Stadtwald und die Region wird sie ganz wie früher für die Strapazen des Aufstiegs mehr als entlohnen. Dass es exakt 21 Treppenstufen weniger sind als beim Original - es liegt ganz einfach daran, dass die Stufen des "alten" Goetheturms unterschiedlich hoch waren. Das ist beim "Neuen" anders. "Es mindert das Unfallrisiko, falls einmal Menschen den Turm in einem Notfall schnell verlassen müssen", erklärt Volker Braun.

Goetheturm in Frankfurt: 24 Millionen Euro kostet der Neubau

Und wo wir gerade beim Thema Sicherheit sind: Ab sofort wird das Gelände videoüberwacht. Und sobald das neue, alte Wahrzeichen fertig ist, wird der gesamte Turm mit einem Stahlnetz ummantelt.

Von den veranschlagten rund 2,4 Millionen Euro Baukosten werden rund 2,1 Millionen Euro durch die Versicherung abgedeckt. Die Stadt Frankfurt muss für die zusätzlichen Sicherheitsmaßnahmen aufkommen und auch für die Neugestaltung rund um den Turm. Die mittlerweile knapp 200.000 Euro an eingegangenen Spenden sollen für diese Außenanlagen samt Baumpflanzungen verwendet werden.

Die reinen Holzbauarbeiten werden etwa vier Wochen dauern. Danach kommen noch die Innenausstattung und die Außenanlagen. (uve/red)

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