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Kraftpaket: Jens Listmann, hier im Infight mit Spielern von der RG Heidelberg, will mit den ?80ern? hoch hinaus.

Rugby

Der SC 80 Frankfurt will in die Rugby-Playoffs

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Die „80er“ sind nach Jahren der Mittelmäßigkeit wieder gewappnet für den ganz großen Wurf. Auch weil Dauermeister Heidelberger RK nicht mehr umfangreich von Milliardär Wild unterstützt wird.

Es ist schon eine Weile her, dass der SC 80 Frankfurt zuletzt im Endspiel um die deutsche Rugby-Meisterschaft stand. Es war der 28. Mai 2011, und auf heimischem Terrain unterlagen die Schwarz-Roten mit dem Achteck auf der Brust dem Heidelberger RK nach leidenschaftlichem Kampf knapp mit 9:12. Zwar erreichte das Team von der Feldgerichtstraße ein Jahr später das Halbfinale, doch gegen den finanzkräftigen Emporkömmling TV Pforzheim setzte es daheim eine herbe Niederlage.

Mäzen Ulrich Byszio, ein „80er“ durch und durch und inzwischen Vizepräsident des Vereins, drosselte seinerzeit sein finanzielles Engagement und setzte mehr auf Nachwuchsarbeit. Diese zahlte sich bald aus, die Erste Mannschaft stand allerdings sogar einmal nach einer missratenen Hinrunde vor dem Rückzug aus der Bundesliga. Doch diese Phase ist vorbei, nach kleinteiliger Aufbauarbeit ist der SC 80 dank einiger Verstärkungen wieder ein Titelkandidat. „Wir wollen oben mitspielen, die Play-offs sind unser Ziel“, betont Mark Sztyndera, jahrelang Leistungsträger des Teams.

Gleich drei Nationalspieler vom Heidelberger RK konnten die Frankfurter holen. Von dem Verein also, den jahrelang der Milliardär Hans-Peter Wild („Capri-Sonne“) finanzierte. Sein Modell „Wild Rugby Academy“ gehört seit einigen Wochen allerdings der Vergangenheit an; der 77 Jahre alte Unternehmer fokussiert sein finanzielles Engagement auf den französischen Spitzenclub Stade Français aus Paris.

Michael Poppmeier, Raynor Parkinson und Samy Füchsel garantieren den Frankfurtern jedenfalls einen deutlichen Qualitätsanstieg im Kader. Dazu soll auch Marcel Henn beitragen, ebenfalls Nationalspieler und zuletzt beim Ligakonkurrenten Neckarsulmer SU aktiv.

Aus Südafrika, von der Sharks Academy aus Durban, kam der Erste-Reihe-Stürmer Mthunzi Moloi. Für noch mehr Tempo in der Hintermannschaft sollen der Siebener-Auswahlspieler aus Kenia, Ian Ninjire, und der Italiener Edo Stella sorgen. Zudem soll Alexander Hauck wieder verstärkt mitwirken. Aus dem quantitativ wie qualitativ starken Nachwuchsbereich rücken die U18-Akteure Niklas Balthasar, Luis Diehl, Damian Gandy, Emil Rupf und Fritz Segner auf. Da der Neuseeländer Luke Mahoney sich zu einer Rückkehr nach Italien entschloss, ist der Südafrikaner Byron Schmidt nun der alleinige Cheftrainer. Assistiert wird er von dem erfahrenen Neuzugang Poppmeier, der sich im Training um den Sturm kümmert. Verlassen haben die Frankfurter indes Wynston Cameron-Dow (BSC Offenbach), Chris Howells (RK Heusenstamm) und Senzo Ngubane, der zum ambitionierten Erstliga-Absteiger SC Neuenheim zurückkehrte.

Es könnte nach Jahren der relativen Langeweile in der Bundesliga Süd/West nun ein Hauen auch Stechen geben um die beiden Play-off-Plätze. Denn neben dem SC 80 und dem geschwächten Meister peilen zwei weitere Mannschaften aus der Rugby-Hochburg Heidelberg das Halbfinale an. Während „Vize“ RG Heidelberg auf seine bewährten Kräfte setzt, also vor allem die Siebener-Nationalspieler, konnte sich der TSV Handschuhsheim verstärken, insbesondere mit dem überragenden Bundesliga- und Auswahl-Crack Marcel Coetzee vom Nachbarn HRK und Rob May (Pforzheim). „Es wird sich komprimieren, auch der HRK hat noch gute Spieler. Die Liga wird stärker und spannender werden“, stuft Sztyndera die Ausgangssituation ein.

Die anderen Teams der Süd/West-Staffel – RK Heusenstamm, TV Pforzheim, Neckarsulmer SU und Aufsteiger RC Luxembourg – sind Kandidaten für die untere Tabellenhälfte. Deshalb ist für die Frankfurter am kommenden Samstag (15 Uhr) auch ein Sieg Pflicht. Zum Bundesliga-Auftakt gastiert der SC 80 in Pforzheim. Da können die Frankfurter beweisen, dass sie wieder mehr Spielwitz und Wucht zu bieten haben als die „Rhinos“.

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