Die Naxoshalle im Ostend ist der neue zentrale Veranstaltungsort des Lichtkunstfestivals. Mehr als 20 verschiedene Installationen sind dort zu sehen.
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Die Naxoshalle im Ostend ist der neue zentrale Veranstaltungsort des Lichtkunstfestivals. Mehr als 20 verschiedene Installationen sind dort zu sehen.

Zur Luminale werden mehr als 200 000 Besucher erwartet

Frankfurt wird in neues Licht gerückt

  • vonGünter Murr
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Frankfurt leuchtet – und Offenbach auch: 207 verschiedene Projekte setzen die beiden Nachbarstädte bei der Luminale von 13. bis 18. März in ein ganz besonderes Licht.

Zum achten Mal steigt das „Festival der Lichtkultur“ in diesem Jahr. Wie gewohnt sind die Projekte wieder über ganz Frankfurt und die Nachbarstadt Offenbach verteilt. Neu ist dieses Mal aber der Termin: Da die Messe Light + Building vorverlegt wurde, startet die Luminal nicht wie gewohnt im April, sondern bereits Mitte März. Das birgt ein gewisses Risiko, sind doch nicht die frühlingshaft milden Temperaturen der vergangenen Festivals zu erwarten. Auf der anderen Seite wird es früher dunkel, die Lichteffekte kommen so schon am frühen Abend zur Geltung. Die Organisatoren rechnen wieder mit mehr als 200 000 Besuchern, wie Kurator Helmut Bien bei der Vorstellung des Programms sagte.

Das zusammenzustellen, sei dieses Mal nicht ganz einfach gewesen. „Die Anschläge von Paris haben uns getroffen.“ Mehr als 30 Vorhaben seien deshalb abgesagt worden. Dennoch sind 207 Projekte zusammengekommen, 173 in Frankfurt und 34 in Offenbach. Dabei gehe es nicht nur um Kunst und Design, sondern um konkrete Verbesserungen in den beiden Städten. Auch als Reaktion auf die Luminale habe die Stadt zum Beispiel das Mainufer und die Brücken illuminiert.

Auch in diesem Jahr legt die Luminale wieder einen Schwerpunkt auf ein Gebiet, in dem sich in den kommenden Jahren viel ändern wird. Im Hauptbahnhof sind gleich mehrere Projekte zu sehen. Zum einen wird gezeigt, wie die Haupthalle, die umgebaut werden soll, in Anlehnung an die bereits umgesetzte Illumination der Fassade beleuchtet werden könnte. Außerdem sind mehrere Beiträge von Studenten vorgesehen, unter anderem eine Installation, die eine Treppe in ein interaktives Lichtspiel verwandelt.

Naxoshalle neu dabei

Nicht dabei ist in diesem Jahr der Palmengarten – der Termin für die Orchideenausstellung ließ sich nicht verschieben. Dafür hat die Luminale einen neuen zentralen Schauplatz entdeckt: die Naxoshalle im Ostend. 20 verschiedene Installationen oder interaktive Lichtkunstwerke sind dort zu sehen. Im Gegensatz zu den übrigen Projekten ist das nicht kostenlos möglich. Zwei Euro Eintritt müssen die Besucher zahlen. Laut Bien wird es immer schwieriger, Sponsoren für die Projekte zu finden. Die Messe als Veranstalter trägt nur die Kosten für Organisation, Werbung und den Shuttle-Bus, der an allen Abenden verkehrt. Deshalb muss auch für das Projekt „Grid“, eine 45-minütige audiovisuelle Live-Performance im Mousonturm, zehn Euro Eintritt entrichtet werden.

Aber es gibt auch genügend kostenlos zu sehen – etwa beim Kunstverein Familie Montez an der Honsellbrücke. Einen aktuellen politischen Bezug hat die Installation „Überlebenslichter“ im Weiher der Ludwig-Erhard-Anlage an der Messe. Das Büro HGP Architekten werden 100 blinkende Seenotleuchten um einen Rettungsring arrangieren, um an die Flucht über das Meer zu erinnern. Historische Geldscheine projiziert der Lichtkünstler Tom Groll auf die Fassade der Deutschen Bank am Rossmarkt.

Kein Licht im Tunnel

Nicht alles ließ sich realisieren. Der Architekt Till Schneider würde gerne den Hafentunnel, den er als unwirtlichen Ort bezeichnete, neu ausleuchten. Aber da es dabei eine ganze Reihe von Vorschriften zu beachten gibt, reichte am Ende die Zeit nicht aus. Rechtzeitig fertig wird hingegen ein anderes Projekts des Büros Schneider + Schumacher: Das provisorische Parkhaus auf der Südseite des Hauptbahnhofs wird mit farbigem Licht in Szene gesetzt. Der besondere Clou: Besucher können sich vor dem Parkhaus auf zwei fest installierte Fahrräder setzen und durch Strampeln die Beleuchtung beeinflussen.

Weitere Infos zur Luminale finden Sie im Internet unter . Dort stehen auch die Teilnahmebedingungen für den FNP-Fotowettbewerb zur Luminale, bei dem es als Hauptpreis 1500 Euro zu gewinnen gibt.

(mu)

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