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Der hessische Verkehrsminister Tarek Al-Wazir (Grüne) in der Verkehrszentrale Hessen, die bald Verkehrszentrale des Bundes wird.

Verkehr

Frankfurt wird zentraler Sitz der „Masterzentrale“ für Autobahnen

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Von Frankfurt aus wird ab 2021 der Verkehr auf den deutschen Autobahnen koordiniert - in der Verkehrszentrale Deutschland.

Vor gut einem Jahr ist die hessische Verkehrsleitzentrale aus Rödelheim in neue Räume im House of Logistics and Mobility (Holm) im Flughafenstadtteil Gateway Gardens umgezogen. Nun gewinnt die Verkehrsüberwachungszentrale für die hessischen Autobahnen an Bedeutung hinzu.

Vom 1. Januar 2021 an wird sie die „Masterzentrale“ der neuen Autobahn-Gesellschaft des Bundes, welche Betrieb, Erhalt und Finanzierung der deutschen Autobahnen von den Bundesländern übernimmt. Das wurde mit der Reform der Bundesfernstraßenverwaltung 2017 beschlossen.

Von Frankfurt aus werden künftig 41 Außenstellen und 189 Autobahnmeistereien gesteuert, sagte der neue Chef der Autobahn GmbH, Stephan Krenz, bei einem Termin im Holm am Rande der Verkehrsministerkonferenz. Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer (CSU) überreichte symbolisch ein Schild mit Logo und Schriftzug „A. Die Autobahn“.

Wie Scheuer ausführte, würden die rund 15 000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Straßenbehörden der Länder, unter anderem von Hessen Mobil, in die neue Autobahn-Gesellschaft überführt. Sie würden nach Tarif bezahlt und erhielten eine Jobgarantie. Es sei die „größte Verwaltungsreform in der Geschichte der Autobahn“, sagte er. Die Autobahnüberwachung soll in den Ländern „in der Fläche“ erhalten bleiben - mit einer Zentrale in Frankfurt.

In der Verkehrszentrale im Holm schauen die „Operatoren“ schon jetzt rund um die Uhr auf Dutzende Bildschirme und sehen jeden Stau, jede Verzögerung. Vier Staus, 35 Tagesbaustellen und 67 längere Baustellen gab es den Angaben zufolge in Hessen am Donnerstag um 13.30 Uhr. Demnach verloren die Autofahrer im Durchschnitt 15 Minuten auf hessischen Autobahnen - im Berufsverkehr morgens und abends oder wenn es regnet, ist die Verlustzeit deutlich höher.

Die Entscheidung, Frankfurt zum Standort der Verkehrszentrale zu machen, habe auch an der Lage mitten in Deutschland gelegen, führte Ministerpräsident Volker Bouffier (CDU) aus. Am Frankfurter Kreuz, wo sich die bundesweit bedeutenden Autobahnen A3 und A5 treffen, kommen Hessen Mobil zufolge täglich mehr als 365 000 Fahrzeuge vorbei. Der Frankfurter Flughafen ist der größte Deutschlands und der Frankfurter Hauptbahnhof einer der größten Bahnhöfe der Republik.

Die Bundeszentrale soll dafür sorgen, dass der Verkehr sicher fließt, etwa durch Freigabe von Standstreifen oder dynamische Anzeigen zum erlaubten Tempo. Zudem soll sie „Konzepte und technische Grundlagen und Leitanwendungen im Bereich Verkehrslenkung und Verkehrssteuerung entwickeln“ und „in großräumigen Autobahnkorridoren zwischen den Metropolregionen eine übergeordnete Rolle spielen“. Dafür kommt die Abteilung Verkehrsmanagement der Autobahn GmbH im Holm unter.

Der hessische Verkehrsminister Tarek Al-Wazir (Grüne) wies darauf hin, dass der Verkehr der Zukunft „intermodal“ sei, also aus der Verknüpfung verschiedener Verkehrsträger bestehe. Neuer Chef der Bundes-Verkehrszentrale im Holm wird Achim Reußwig, der derzeit Dezernatsleiter bei Hessen Mobil ist.

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