Sechs Wohnblocks sowie zwei Portalhäuser und ein Wohnturm als Pendant zum Main-Plaza (links im Bild) könnten in den in den Mainwasen entstehen. Die Idee hatte Architekt Karl Richter.
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Sechs Wohnblocks sowie zwei Portalhäuser und ein Wohnturm als Pendant zum Main-Plaza (links im Bild) könnten in den in den Mainwasen entstehen. Die Idee hatte Architekt Karl Richter.

Frankfurt-Sachsenhausen

Platz für 3000 Bewohner: Wohnquartier auf Mainwasen-Areal umstritten

Die Bürger für Frankfurt sprechen von einer guten Idee, die CDU kritisiert fehlende Infrastruktur. Das Wohnquartiert in den Mainwasen ist vorerst umstritten.

  • Die Bürger für Frankfurt begrüßen Vorschlag zur Errichtung von Wohnung auf den Mainwasen
  • CDU kritisiert den Vorschlag
  • Frage der Infrastruktur auf den Mainwasen ist strittig

Frankfurt - Platz für 3000 Bewohner und auch gleich ein neuer Standort für die Europäische Schule: Die Römer-Fraktion der Bürger für Frankfurt (BFF) begrüßt den Vorschlag des Frankfurter Architekten Karl Richter, auf dem Mainwasen-Areal ein neues Quartier zu bauen. Die Stadtverordneten Mathias Mund, Ingeborg Leineweber und Patrick Schenk (alle BFF) fordern den Magistrat in einem bereits Anfang März gestellten Antrag auf, die Möglichkeit zu prüfen, „auf dem Mainwasen-Areal ein neues, gemischt genutztes Quartier mit einem hohen Anteil an bezahlbarem Wohnraum sowie entsprechender sozialer Infrastruktur und Einzelhandel zu entwickeln, in das ein Neubau der Europäischen Schule integriert ist“.

Frankfurt: Umzug der Vereine auf den Mainwasen wird diskutiert

Momentan sind auf dem Mainwasen-Areal die Sportplätze der Fußballvereine SV Sachsenhausen und VfL Germania sowie der Kleingartenverein Mainwasen beheimatet. Architekt Karl Richter würde gerne dort, wo jetzt die Vereinsheime der beiden Fußballclubs stehen, eine Schule errichten. Daran anschließend könnten dann sechs Wohnblocks sowie zwei Portalhäuser und ein Wohnturm als Pendant zum Main-Plaza entstehen. „Das wäre die logische Bebauung, in der 1400 Wohnungen entstehen könnten“, sagte der Architekt gegenüber dieser Zeitung. Der Vorschlag wurde schon Ende Februar bekannt.

Frankfurt: Neue Buslinie ins Quartier in den Mainwasen?

Für wenig durchdacht halten die Christdemokraten diese Planung. Die Mainwasen verfügten gar nicht über die notwendige Infrastruktur, um ein neuer Stadtteil zu werden, kritisierte Ortsvorsteher Christian Becker (CDU). Richter macht hierzu den Vorschlag, eine neue Buslinie vom Deutschherrnviertel in das neue Quartier einzurichten. Doch auch die im Fall der neuen Quartiersplanungen notwendige Verlegung der Sportplätze und Kleingärten halten die Christdemokraten allerdings für nicht machbar.

Die BFF-Fraktion betont ebenfalls die „wichtige soziale Fraktion“ der Vereine für Sachsenhausen. „Deren Arbeit darf in keiner Weise gefährdet werden, sondern bedarf weiterer Unterstützung und Förderung“, heißt es im Antrag der BFF. Die Bürger für Frankfurt gehen aber davon aus, eine Verlagerung an einen neuen Standort könne für die Sportvereine sogar von Vorteil sein, weil die Errichtung moderner Anlagen eine Verbesserung der Bedingungen für die weitere Vereinsarbeit bedeute. Der Magistrat solle deshalb die Verlagerung auf andere Flächen in Sachsenhausen oder Oberrad prüfen.

Frankfurt: Gebiet an den Mainwasen liegt in Einflugschneise

Damit, die Fläche der Mainwasen für Wohngebäude freizuräumen, wären aber nicht alle Probleme gelöst. Baudezernent Jan Schneider (CDU) hatte bereits in der Debatte um einen möglichen Umzug der Europaschule in die Mainwasen argumentiert, das sei nicht möglich, weil die Fläche im Regionalen Flächennutzungsplan (RegFNP) als Vorbehaltsgebiet für besondere Klimafunktion ausgewiesen sei und darüber hinaus im Siedlungsbeschränkungsgebiet wegen des Fluglärms liege.

Ob das Areal nach der Neufassung des Siedlungsbeschränkungsgebiets wirklich noch von diesen Restriktionen betroffen ist, solle der Magistrat nun in den nächsten Wochen ebenfalls prüfen, fordern die Bürger für Frankfurt.

Frankfurt: Eingriff in Grüngürtel in den Mainwasen möglich

Die Vorschläge des Architekten Karl Richter „ohne eine vertiefte Prüfung vorschnell abzulehnen“, sei aufgrund des nach wie vor hohen Drucks auf den Wohnungsmarkt in Frankfurt grob fahrlässig und politisch nicht nachvollziehbar, betont die BFF-Fraktion in der Begründung ihres Antrags. Natürlich sei ein Eingriff in den Grüngürtel nur unter besonderen Voraussetzungen möglich.

Doch gebe es hinreichend Beispiele, wo dies in der Vergangenheit bereits geschehen sei, beispielsweise beim Bauprojekt Am Römerhof. Und deshalb ist die BFF-Fraktion eigentlich ganz sicher, dass eine Änderung des Flächennutzungsplans und die Ausweisung und Schaffung anderer Ausgleichsflächen auch im Fall der Mainwasen grundsätzlich möglich ist.

Von Astrid Kopp 

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