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Der Wolf an der Babenhäuser Landstraße in Frankfurt. Er wurde bei einem Unfall getötet.

Tödlicher Zusammenstoß

Toter Wolf in Frankfurt: Gen-Analyse zeigt seine überraschende Herkunft

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In Frankfurt wird ein Wolf überfahren. Nun haben Experten bei einer Gen-Analyse Verblüffendes zu seiner Herkunft herausgefunden. 

  • Tier stirbt bei Unfall in Frankfurt
  • Experten sicher: Getötetes Tier ist ein Wolf
  • Genanalysebringt Klarheit über Herkunft

Update vom Mittwoch, 19.02.2020, 09.16 Uhr: Ende Januar wurde in Frankfurt-Sachsenhausen ein Wolf überfahren. Nun ist klar, dass das Tier vorher nicht in Hessen bekannt war. Das berichtet die Nachrichtenagentur dpa, die sich auf das Landesamt für Naturschutz, Umwelt und Geologie beruft. 

Frankfurt: Wolf war nicht in Hessen bekannt

Der Wolfsrüde war am 28.01.2020 bei einem Verkehrsunfall in Frankfurt getötet worden. Er war auf eine Bundesstraße gelaufen und dort von einem Auto angefahren worden. Der Wolf starb, die Fahrerin des Autos blieb unverletzt. 

Der Wolf sei ein Nachkomme eines hierzulande seltenen Gentyps, wie das Senckenberg-Labor für Wildtiergenetik jetzt herausgefunden hat. Noch vor wenigen Jahren sei dieser Gentyp nur in einem deutschen Wolfsrudel gefunden worden: bei Gartow in Niedersachsen. Aus dieser Wolfsfamilie sei bereits 2017 ein junger Rüde in den Odenwald gekommen. Von da aus sei er weiter in den Schwarzwald gezogen, wo er „seither standorttreu“ lebe. 

Frankfurt: Wolf in Hessen überfahren - es ist nicht der erste

Wie viele Wölfe in Hessen leben, sei unklar. Im letzten Jahr habe man acht Tiere genetisch nachgewiesen, so eine Expertin vom Landesamt für Naturschutz, Umwelt und Geologie. Von denen sei allerdings einer abgewandert und zwei mittlerweile tot. Der in Frankfurt überfahren Rüde sei aber nicht bekannt gewesen. 

Es sei nicht ungewöhnlich, dass ein Wolf bis zum Rande einer Großstadt komme. „Die haben ja keine Landkarte dabei“, so die Expertin. Seit Jahresbeginn sind bereits zwei Tote Wölfe in Hessen in freier Wildbahn entdeckt worden.

Wolf in Frankfurt überfahren – Landesamt in Hessen bestätigt Verdacht

Update vom Mittwoch, 29.01.2020, 10.58 Uhr: Bei dem am Dienstagmorgen in Frankfurt-Sachsenhausen überfahrenen Tier handelt es sich tatsächlich um einen Wolf. Das bestätigen Experten vom Hessischen Landesamt für Naturschutz, Umwelt und Geologie (HLNUG) in Wiesbaden anhand von Polizeifotos.

„Eine Genanalyse soll nun Aufschluss darüber bringen, aus welcher Population das Tier stammt und ob es in Hessen schon einmal nachgewiesen wurde“, teilt das Landesamt auf Nachfrage mit. 

Frankfurt: In Sachsenhausen überfahrenes Tier ist ein Wolf

Erstmeldung vom Dienstag, 28.01.2020, 15.09 Uhr: Frankfurt - Am Dienstagmorgen (28.01.2020) kam es auf der Babenhäuser Landstraße in Frankfurt zu einem äußerst ungewöhnlichen Verkehrsunfall zwischen einem Auto und einem Tier, das die Fahrbahn kreuzte. Das Tier kam durch den Zusammenstoß ums Leben. Aufgrund der äußeren Erscheinung und der ersten Einschätzungen von Experten könnte es sich bei dem Tier um einen Wolf handeln - und das im Stadtwald von Frankfurt.

Zu dem Unfall in Frankfurt kam es am frühen Morgen: Gegen 8.45 Uhr fuhr eine 47-jährige Autofahrerin die Babenhäuser Landstraße in Sachsenhausen aus Heusenstamm kommend in Richtung Frankfurt. Plötzlich lief ein Tier, das die Fahrerin zunächst als Hund wahrnahm, von rechts kommend auf die Fahrbahn. 

Frankfurt: Frau kann Unfall mit Wolf nicht mehr verhindern

Trotz eingeleiteter Vollbremsung konnte die 47-Jährige den Zusammenstoß mit dem Tier nicht mehr verhindern. Der mutmaßliche Wolf wurde durch die Wucht des Aufpralls in den Mittelstreifen der beiden Fahrbahnen geschleudert. Die Autofahrerin wurde bei dem Unfall in Frankfurt nicht verletzt. Das Auto wurde aber so stark beschädigt, dass es nicht mehr fahrbereit war.

Bereits die alarmierten Polizeibeamten, die wenig später am Unfallort in Frankfurt eintrafen, wunderten sich über das besondere Äußere des getöteten „Hundes“. Aufgrund der äußeren Merkmale und der Gesamtoptik kam ihnen schnell der Verdacht, dass es sich bei dem Tier um einen Wolf handeln könnte. 

Unfall in Frankfurt: Jagdpächter glaubt ebenfalls an toten Wolf

Ein von der Polizei Frankfurt verständigter Jagdpächter teilt diesen Verdacht. Deshalb übernimmt nun das für Wolfsmonitoring in Hessen zuständige Hessische Landesamt für Naturschutz, Umwelt und Geologie (HLNUG) in Wiesbaden die weitere Bearbeitung des Falls.

Ob es sich bei dem in Frankfurt getöteten Tier tatsächlich um einen Wolf handelt, lässt sich nur anhand einer Genanalyse zweifelsfrei nachweisen. Dem Tier wurden deshalb Gewebeproben entnommen, die nun zur genetischen Analyse an das Senckenberg-Institut für Wildtiergenetik übersandt werden.

Von Tobias Möllers und Kevin Bien

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