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Tag der offenen Tür am Gymnasium Römerhof: Die Naturwissenschaften stellen sich mit Schicht-Cocktails vor. Biologielehrer Michael Raab (Mitte) erklärt, wie es geht. 

Bis 5. März müssen sich Eltern entscheiden

Schulplatzvergabe: Nicht jeder kann an seine Wunschschule - am Ende wird gelost

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Jetzt geht es wieder los: Eltern von Viertklässlern müssen sich auf die Suche nach der richtigen weiterführenden Schule für ihr Kind machen. Die ersten Infoabende und Tage der offenen Tür finden statt. Bis zum 5. März müssen sich Väter und Mütter entscheiden. Doch am Ende zählt vielleicht nur das Los.

Frankfurt -  Welche Schule ist die richtige für mein Kind? Diese Frage stellen sich dieser Tage wieder hunderte Eltern, deren Sprösslinge die vierte Klasse besuchen und im kommenden Sommer auf eine weiterführende Schule wechseln. Keine leichte Entscheidung. Deshalb bieten die Schulen jetzt wieder Informationsabende oder Tage der offenen Tür an. Am morgigen Donnerstag, 21. November, geht es los mit einem Infoabend um 19 Uhr in der Deutschherrenschule in Sachsenhausen. Bis zum 5. März müssen sich die Familien für eine weiterführende Schule entschieden haben. Soll das Kind eine Förderschule besuchen, muss der Antrag sogar schon bis zum 15. Dezember abgegeben sein

Wunschschule: Gut informieren

Doch wie finden Eltern nun die richtige Schule für ihre Kinder? "Wir raten immer, dass sich die Eltern gemeinsam mit ihren Kindern so viele Schulen wie möglich anschauen", sagt Eckhard Gathof, Vorsitzender des Stadtelternbeirats. Dabei sollte man immer auf die Profile der Einrichtungen achten. "Es macht keinen Sinn, ein Kind, das mit Sprachen nichts am Hut hat, auf ein humanistisches Gymnasium zu schicken", sagt Gathof. Und für ein Physik-Genie mache eine Schule ohne naturwissenschaftlichen Schwerpunkt keinen Sinn.

Seit Jahren sorgen sich die Eltern, eine falsche Entscheidung zu treffen. Jahr für Jahr bekommen nämlich hunderte Kinder keinen Platz an ihrer Wunschschule. In diesem Sommer waren 537 Mädchen und Jungen davon betroffen. Mit ähnlichen Zahlen wird auch für das kommende Jahr gerechnet. Das liegt an der steigenden Zahl an Schülern. Schon in fünf Jahren sollen 72 000 Kinder eine der 166 Bildungseinrichtungen in Frankfurt besuchen - das wären 11 000 mehr als heute. Die Platzkapazitäten in den Schulen sind erschöpft. Jetta Lüdecke, Sprecherin von Bildungsdezernentin Sylvia Weber (SPD), jedoch gibt sich optimistisch: "Die Plätze werden ausreichen, obwohl wir im kommenden Jahr keine neue Schule eröffnen werden." Es gebe an vielen Schulen noch Spielraum, um mehr Kinder aufzunehmen. Wo dies sein wird, werde sich allerdings erst im Frühjahr zeigen, wenn die Anmeldeformulare gesichtet wurden.

Doch zurück zum Prozedere rund um den Übergang von der vierten in die fünfte Klasse: Auf dem Anmeldeformular, das man in den Grundschulen der Kinder bekommt, können die Familien zwei Wunschschulen angeben. Auf einem Beiblatt können sie notieren, warum sie sich für diese oder jene Schule entschieden haben. Zudem wird man gefragt, ob einem im Falle einer Zuweisung die gewünschte Schulform oder die bessere Erreichbarkeit wichtiger sind. Das heißt: Gibt man als Erst- und Zweitwunsch ein Gymnasium an, die Nähe zur Schule erscheint aber wichtiger, kann das Kind auch an eine Integrierte Gesamtschule (IGS) oder eine Kooperative Gesamtschule (KGS) ums Eck zugewiesen werden.

Bei der Entscheidung für die richtige Bildungsstätte können aber auch die Grundschullehrer helfen. Sie bieten bis Ende Februar Beratungsgespräche an und sprechen eine Empfehlung aus, ob das Kind ein Gymnasium, eine Realschule oder doch lieber eine Hauptschule besuchen sollte. An diese fachliche Einschätzung müssen sich Väter und Mütter aber nicht halten. In Hessen zählt der Elternwille. Heißt: Auf die Lehrer muss nicht gehört werden. Allerdings gibt es keine Garantie, dass die Viertklässler letztlich auch ihre Wunschschule besuchen. Es gibt keinen Anspruch auf eine bestimmte Schule, nur auf den Bildungsgang.

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Wunschschule: Warten, warten, warten

Sind die Anmeldebögen in den Grundschulen abgegeben, heißt es für die Familie: Warten. Lange warten. Denn nun sichten die Schulleiter die Formulare und wählen die Mädchen und Jungen, die sie aufnehmen wollen aus. Ihnen von den Kindern geschriebene Briefe oder Bewerbungsmappen zu schicken, selbst gebackene Plätzchen vorbeizubringen oder dem Förderverein eine großzügige Summe Geld zu spenden, bringt übrigens gar nichts. Die Schulleiter müssen sich an das hessische Schulgesetz halten. So müssen sie sogenannte "soziale Härtefälle" aufnehmen. Das können Kinder sein, die gerade ein Elternteil verloren haben oder denen ein langer Schulweg nicht zugemutet werden kann, weil sie gehbehindert sind. Zudem spielt die Wahl der ersten Fremdsprache und das Profil der Schule eine Rolle. Sind diese Kriterien abgearbeitet, wird gelost.

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"Wir gehen davon aus, dass in diesem Jahr mehr gelost wird als sonst", sagt ein Schulleiter. Das hängt mit einer neuen Verfügung des Staatlichen Schulamts zusammen. Demnach müssen etwa Geschwisterkinder nicht mehr zwingend aufgenommen werden. Es ist nur noch ein Kann-Kriterium. Und so kann es sein, dass am Ende nur das Glück entscheidet. Das wird sich allerdings erst Ende Mai zeigen. Dann werden die Zu- und Absagen verschickt.

Die Termine für die Infoabende und die Tage der offenen Tür findet man unter www.steb-ffm.de oder www.frankfurt.de.

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