Harte Kerle, ganz lieb: Eintracht-Fans aus dem G-Block wollen die alte Bekleidung der Kutten wiederbeleben und gründen dafür demnächst einen eigenen Verein: ?Adler-Kutten? wird er heißen. Spaß hatten die Kutten und Zehntausende weiterer Fans gestern bei der Saisoneröffnung.
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Harte Kerle, ganz lieb: Eintracht-Fans aus dem G-Block wollen die alte Bekleidung der Kutten wiederbeleben und gründen dafür demnächst einen eigenen Verein: ?Adler-Kutten? wird er heißen. Spaß hatten die Kutten und Zehntausende weiterer Fans gestern bei der Saisoneröffnung.

Sport-Wochenende in Frankfurt

Frankfurt im Zeichen des Sports

  • Thomas J. Schmidt
    VonThomas J. Schmidt
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Der Ball rollt wieder, zumindest testweise hat die Frankfurter Eintracht gestern in der Commerzbank-Arena gezeigt, welche Kräfte für die neue Saison in ihr stecken. Für die Fans gab’s im und vorm Stadion ein großes Fest. Kräftemessen und Feierlaune, das zählte am Wochenende auch auf anderen Veranstaltungen in der Stadt. Zehntausende frönten dem Sport: Das traditionelle Mainfest gipfelte im Fischerstechen, beim City-Triathlon machte den Teilnehmern sogar das Schwitzen Spaß, und auf der Rennbahn in Niederrad waren es zwar die Pferde, die Höchstleistungen zeigen mussten, das Publikum brachte es aber auf eine weitere Rekord-Zuschauerzahl.

Der Ball rollt wieder, zumindest testweise hat die Frankfurter Eintracht gestern in der Commerzbank-Arena gezeigt, welche Kräfte für die neue Saison in ihr stecken. Für die Fans gab’s im und vorm Stadion ein großes Fest. Kräftemessen und Feierlaune, das zählte am Wochenende auch auf anderen Veranstaltungen in der Stadt. Zehntausende frönten dem Sport: Das traditionelle Mainfest gipfelte im Fischerstechen, beim City-Triathlon machte den Teilnehmern sogar das Schwitzen Spaß, und auf der Rennbahn in Niederrad waren es zwar die Pferde, die Höchstleistungen zeigen mussten, das Publikum brachte es aber auf eine weitere Rekord-Zuschauerzahl.

50 000 Fans hatten am Ende gut lachen. Sie jubelten in der Commerzbank-Arena über den knappen Sieg der Eintracht über den F. C. Tokio. Und darüber, dass mit dem großen Fanfest die bundesligafreie Zeit ihr Ende hat. Endlich können die Mitglieder der „Adler-Kutten“ wieder ihre volle Montur anlegen – und sorgten damit für viel Aufsehen. Auch deshalb hatten die Mitglieder des Fanclubs, der bald zum Verein werden will, beim gestrigen Saisonbeginn ihren Spaß – schon lange bevor das Freundschaftsspiel gegen die Japaner angepfiffen worden war.

Denn erstmal stellte Eintracht-Trainer Armin Veh dem Publikum die Mannschaft vor. Dicht gedrängt vor der Bühne, applaudierten die Fans und bedauerten, dass es nach der einstündigen Vorstellung keine Autogramme abzuholen gab. Stattdessen zeigte der Eintracht-Sportverein auf den Spielflächen vor der Haupttribüne, was Sport außer Fußball noch alles sein kann. Auch Rhönradfahren und Boxen gehörte zu dem, was die Besucher ausprobieren konnten. Elias (8) hat daran sichtlich Spaß. „Fußball ist trotzdem besser“, sagte er.

Mit Riesen-Legosteinen vergnügte sich der vierjährige Julien. Sein Opa, Manfred Padasky, hat ihn aus Gießen mitgebracht. Die neue Saison sieht er kritisch: „Wir können froh sein, wenn wir nicht absteigen. Man kann keine Mannschaft aufbauen, wenn man die besten Spieler verkauft.“

Auch diese Zeitung war als Partner der Eintracht beim Saisonfest vertreten. Am FNP-Stand ließen sich Fans das Eintracht-Signet mit einer Airbrush-Pistole auf den Körper zeichnen. Hält einige Tage, vielleicht bis zum ersten Saisonspiel am 8. August in Bremen. Jürgen Heger nahm das Angebot gerne wahr. Auf seinem Oberarm prangt jetzt der Adler mit dem „E“ in der Mitte. Für die Saison hat er bescheidene Erwartungen: „Das Beste für uns wäre am Ende Tabellenplatz sechs. Mehr ist nicht drin.“ Das hatte Trainer Veh bei der Mannschaftsvorstellung auch schon gesagt, sinngemäß.

Und viele Fans denken ähnlich. Günter Keim (58) hat den Klassenerhalt auf seiner Wunschliste ganz oben stehen. Seit 1964 ist er Fan, ein bekennender „Kutten-Träger“, dessen 30 Jahre alte Bluejeans in rotschwarzen Wollfransen endet. Lebhaft hat er sein bislang schlimmstes Erlebnis als Eintracht-Fan in Erinnerung: „Der erste Abstieg 1996.“ Für die neue Saison sieht er die Europa-League als Äußerstes des Erreichbaren. „Das bedeutet Platz sechs der Tabelle.“

Dagegen glaubt Lorna Eissler (40), Fan seit zehn Jahren, sogar an Platz fünf. Doch trotz aller guten Laune ist sie mit so viel Optimismus in der Minderheit.

(tjs)

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