Frau geht über die Zeil in Frankfurt
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Erste Corona-Konsequenzen: Geschäfte auf der Zeil verkürzen Öffnungszeiten

Corona-Krise

Spürbare Corona-Krise: Erste Geschäfte auf der Zeil verkürzen Öffnungszeiten

  • Thomas J. Schmidt
    vonThomas J. Schmidt
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Die Umsätze auf der Zeil in Frankfurt sind wegen der Corona-Pandemie auf Talfahrt. Viele Geschäfte schließen schon früher.

  • Seit Beginn der Corona-Pandemie leidet der Einzelhandel in Frankfurt.
  • Die Zeil in Frankfurt kämpft um Kundschaft.
  • Nun ziehen mehrere Geschäfte Konsequenzen und ändern die Öffnungszeiten.

Frankfurt - Viele Geschäfte auf der Zeil reduzieren ihre Öffnungszeiten. Grund: Es gibt keine Kunden, die Geschäfte stehen leer. "Das ist so seit Beginn des Lockdowns vor einer Woche", hat Joachim Stoll beobachtet. Der Vertreter Frankfurts im Hessischen Einzelhandelsverband kann sich gut vorstellen, dass darauf auch andere Geschäftsleute außer ihm reagieren. "Auch wir haben verkürzte Öffnungszeiten." Sein Geschäft, Koffer24, liegt etwa 100 Meter von der Zeil entfernt.

"Es ist ja nichts mehr los. Nachmittags ist niemand auf der Zeil", so Stoll. Vormittags eigentlich auch nicht. Und mittags, zu der Zeit, da sonst viele Berufstätige ihre Pause im Bistro verbringen? Das Bistro hat zu. "Es kommt niemand mehr außer den paar Leuten, die in der Mittagspause kommen, um gezielt einzukaufen", so Stoll.

Frankfurt: Corona-Krise trifft EInzelhandel - Geschäfte auf der Zeil leer

Am Samstag hingegen sei die Zeil noch halbwegs voll - nicht so voll wie im Vorjahr. Aber immerhin. Der Vertreter der Einzelhändler hat beobachtet, dass mancher Kunde die Weihnachtsgeschenke jetzt schon einkauft. "Man weiß ja nicht, wie es im Dezember weitergeht. Und niemand will im wirklich dicken Trubel einkaufen." Also lieber jetzt, solange noch Platz ist und die Corona-Viren keine Chance haben.

Also: Wer jetzt auf der Zeil ist, will auch etwas kaufen. Die vielen Schaufensterbummler hingegen sind weg. Und in vielen Geschäften wird die Tür früher als sonst abgeschlossen. Peek & Cloppenburg hat nur noch bis 18 Uhr geöffnet, Appelrath Cüpper schließt an allen Tagen um 19 Uhr, eine bzw. zwei Stunden früher als sonst, der Juwelier Christ macht um 18.30 Uhr Feierabend, Herrenmode Eckerle um 19 Uhr. Dies allerdings schon seit April.

Frankfurt: Corona für Einzelhandel eine Katastrophe - Touristen fehlen auf der Zeil

Die meisten anderen Geschäfte hatten gestern auf ihren Webseiten noch die üblichen Öffnungszeiten von 10 bis 20 Uhr genannt. Dies bestätigt man auch bei MyZeil: "Die absolute Mehrheit der Einzelhändler schließt erst um 20 Uhr", sagte die Centermanagerin Annett Gurczinski. Ganz geschlossen sind in dem Einkaufszentrum zurzeit fünf der Gastronomiebetriebe, zwei Nagelstudios, das Fitnessstudio Fitness First, die Astro Film Lounge und das Museum Trick Art. "Das Museum wird auch nicht mehr öffnen", so Gurczinski. Der Mietvertrag sei ausgelaufen.

Für den Einzelhandel ist Corona eine Katastrophe. Bernhard Schiederich, bei der Dienstleistungsgewerkschaft Verdi Fachbereichsleiter Einzelhandel, erinnert: "Am Flughafen gibt es sehr viel Kurzarbeit. Die Leute sind sparsamer, weil sie nicht wissen, was noch kommt." Die Umsätze brechen ein. Frank Diergardt vom Verein Neue Zeil sagt: "Auf der Zeil fehlen die Touristen." Auch auf das Weihnachtsgeschäft sollten die Händler keine großen Hoffnungen setzen.

Corona trifft Einzelhandel auf der Zeil in Frankfurt: Andere Unternehmen profitieren von Krise

Stoll ist nicht ganz so pessimistisch. "Es gibt Branchen, die profitieren, und es gibt welche, die leiden", so der Vertreter des Einzelhandels. Zu den Profiteuren mit steigenden Umsätzen zählten etwa gerade jetzt, da die Restaurants geschlossen sind, die Lebensmittelhändler. "Gut geht auch immer noch das Einrichtungsgeschäft, der Baumarkt, alles, was mit Haus und Garten zu tun hat." Leidtragende hingegen seien Modeketten, Schuhgeschäfte, Lifestyle-Produkte. Genau die also, die auf der Zeil weit überproportional vertreten sind. Entsprechend schlecht ist die Laune.

Gewerkschafter Schiederich berichtet, dass die schwierige Situation im Einzelhandel bislang noch keine Auswirkung auf die Beschäftigung hätte. "Soweit ich weiß, ist wegen des neuen Lockdowns bislang keine Kurzarbeit beantragt worden." Das sei im Frühjahr anders gewesen. "Das Ladenschlussgesetz erlaubt eine Öffnung bis Mitternacht. Wie sinnvoll das ist, müssen die Geschäfte selbst entscheiden." (tjs)

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