Mopsfidel! So wünschen sich alle Zeil und Umgebung.
+
Mopsfidel! So wünschen sich alle Zeil und Umgebung.

Einkaufsmeile in der Innenstadt

Frankfurt will verhindern, dass die Zeil vor die Hunde geht

  • vonMark-Joachim Obert
    schließen

Frankfurts Planungsdezernent hat nach der Karstadt-Rettung den großen Wurf angekündigt: Er will Zeil und Innenstadt neu denken.

Frankfurt – Die Stadt will in den nächsten anderthalb Jahren einen Rahmenplan für die Innenstadt und besonders für die Zeil entwickeln. Ziel sei es, der drohenden Verödung der Konsummeile und ihres Umfelds entgegenzuwirken, sagte auf einer Pressekonferenz Planungsdezernent Mike Josef (SPD). Finanzielle Unterstützung könnte vom Bund kommen, etwa eine halbe Million Euro. Der Bund hat ein Programm zum Thema "Post-Corona-Innenstadt" aufgelegt, für das sich Kommunen bewerben können. Die Rettung der Zentren gilt bundesweit als die stadtplanerische Herausforderung der nächsten Jahre. 

Frankfurt: Josef will die Innenstadt neu denken und Investoren einbinden

Einkaufstraßen wie die Zeil haben allein mit Einzelhandel keine Zukunft mehr. Den Trend hat die Corona-Krise beschleunigt. In den nächsten gut drei Jahren will Josef deshalb die Innenstadt konsequent neu denken, wobei der Planungsdezernent hier die Zeil nur als ein Zugpferd sieht und auch die Gegenden um sie herum mit Bedacht und Wirtschaftlichkeit entwickeln möchte. Bis zum Willy-Brandt-Platz, bis zur Alten Oper und im Osten bis Lange Straße erstreckt sich das Areal, das Josef systematisch neu erfinden möchte - mit Strukturen, in die dann auch die Immobilien-Eigentümer und Investoren eingebunden sein sollen. Im Norden ist der Cityring Grenze, im Süden der Main..

Zeil in Frankfurt: Erste Ideen für untaugliche Immobilien

Der Zeitraum passt zur Nachricht der Woche. Vier Jahre und vier Monate will Karstadt seine Frankfurter Filiale auf der Zeil weiter betreiben. "Mindestens", wie gestern im Planungsdezernat die Betriebsratsvorsitzende und ihr Stellvertreter hoffnungsfroh betonten. Schließlich schreibe Karstadt-Zeil stets schwarze Zahlen. An die frohe Kunde für die 240 Mitarbeiter des Traditionskaufhauses seien weder von der Karstadt-Eigentümerin Signa noch von der Sahle Wohnen, der das Schlüsselgrundstück an der Zeil gehört, Bedingungen geknüpft worden, sagte Stadtrat Josef. Seit Anfang August hatte er mit den Parteien verhandelt und den Betriebsrat unterstützt.

Ob es im Januar 2025 für Karstadt weitergeht, ist offen. Josef allerdings rechnet für die Zeit danach eher mit Kaufhäusern, die allenfalls zwei Stockwerke bespielen. Aktuell aber gebe es für das Karstadt-Gebäude nicht mal ein Konzept zur Zwischennutzung.

Stadt Frankfurt prüft ihre Alternativen auf der Zeil

Klar ist hingegen, dass das Gebäude von Karstadt-Sport gegenüber der Katharinenkirche keine Zukunft mehr hat. Alle Versuche, die weiten Verkaufsflächen an der Hauptwache gewinnbringend zu nutzen, sind gescheitert. Zwar habe die Stadt den Karstadt-Eignern keinerlei Zusagen gemacht, aber Josef hält es für durchaus möglich und auch erstrebenswert, dort ein sich in die Umgebung einfügendes Gebäude zur Mehrzwecknutzung errichten zu lassen.

Auch für eine weitere Immobilie der Karstadt-Eigentümer am Opernplatz, wo einst Mövenpick residierte, will die Stadt Alternativen prüfen lassen: ein achtgeschossiges Gebäude oder ein Hochhaus. Das allerdings dürfe den Opernplatz nicht buchstäblich in den Schatten stellen. Zurzeit wird das untersucht. Auch diese Beispiele zeigen: Viele Bestandsimmobilien auf der Zeil und in der City eignen sich nicht für die kleinteilige Nutzung, von der man sich mehr Lebensfähigkeit, weil mehr Flexibilität erhofft. Deshalb hat Planungsdezernent Josef viel vor. Bis 2023 soll der neuen Innenstadt in Workshops, Ideen-Schmieden und mit Impulsprojekten der Weg gebahnt werden. (Von Mark Obert)

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Kommentare