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Autos raus: Der Große Hirschgraben in Frankfurt soll im Laufe des Jahres zur Fußgängerzone werden. Rechts in der Mitte das Goethehaus.

Nahe der Zeil

Frankfurt bekommt neue Fußgängerzone: Bekannte Straße im Zentrum ist bald autofrei

  • Dennis Pfeiffer-Goldmann
    vonDennis Pfeiffer-Goldmann
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Die Stadt Frankfurt verbannt Autos aus einer weiteren Straße in der Innenstadt. Weitere Straßen rund um die Zeil sind im Fokus.

Die Innenstadt erhält eine weitere Fußgängerzone: aus dem Großen Hirschgraben werden im Lauf des Jahres die Fahrzeuge ausgesperrt. Das kündigen die Dezernenten für Stadtplanung und Verkehr, Mike Josef und Klaus Oesterling (beide SPD), am Donnerstag (07.01.2021) in einer gemeinsamen Erklärung an. Nützlich sein soll die Fußgängerzone besonders für einen bestimmten Zweck.

Nach und nach erobern sich Fußgänger die Innenstadt. Das nördliche Ende der Fahrgasse an der Konstablerwache ist ihnen seit einigen Monaten vorbehalten, auf der Großen Friedberger Straße haben sie beim Umbau bis 2017 deutlich breitere Gehwege erhalten. Nun folgt der nächste Schritt: mit dem Großen Hirschgraben erhält die Stadt weitere rund 100 Meter Fußgängerzone.

Straßen rund um Zeil: Autoverkehr soll reduziert werden

Eine kurze Strecke nur, aber besonders für Touristen nützlich: Hier befinden sich Goethehaus und neues Romantik-Museum. Diese erhielten "ein angemesseneres Umfeld", sagt Mike Josef. Daher sei das Vorhaben "wichtig für die Zeit nach Corona", wenn wieder Touristen kämen, ergänzt Oesterling. "Dann können sie in Ruhe fotografieren, ohne Angst haben zu müssen, überfahren zu werden", sagt Josefs Referent Marcus Gwechenberger augenzwinkernd.

"Wir möchten die Innenstadt für die Menschen öffnen", betont Josef. Dazu gehöre es, öffentlichen Raum für Fußgänger und Radfahrer zu gestalten und Autoverkehr zu reduzieren. Auf welchen Straßen beiderseits der Zeil das ebenfalls möglich sei, werde nach und nach geprüft, erklärt Referent Gwechenberger. Die Politik könne nach der Wahl entscheiden.

Rund um die Zeil: Stadt Frankfurt erwartet keine Verkehrsprobleme

Weil ohnehin kaum jemand durch die schmale Nebenstraße fahre, rechnet Dezernent Oesterling mit keinen Verkehrsproblemen durch die Sperrung. Er will sie im Lauf des Jahres anordnen. Damit folgt er einem Antrag des Ortsbeirats 1 aus dem Jahr 2019. Vorgeschaltet ist nun ein formelles Verfahren zur Entwidmung der Straße für den allgemeinen Verkehr. Diese untersucht die Folgen der Sperrung. Ein solches Verfahren hatte es auch vor der Sperrung der Hauptwache im Februar 2009 gegeben - seinerzeit mit einigen Änderungen auch an Straßen und Kreuzungen im Umfeld.

Eine politische Entscheidung ist für die Fußgängerzone nicht nötig. Die Koalitionspartner der SPD begrüßen das Vorhaben ohnehin. "Eine Fußgängerzone kann ich mir dort vorstellen", sagt der Chef der CDU-Römerfraktion, Nils Kößler, "wenn die Andienung von Kultur und Gastronomie nicht erschwert wird." Jedoch seien "ein umfassendes Verkehrskonzept und keine losgelösten Einzelmaßnahmen" nötig, betont er.

Rund um die Zeil: Weitere Straßen in Frankfurt sollen autofrei werden

"Ein guter erster Schritt" sei das, sagt Wolfgang Siefert, verkehrspolitischer Sprecher der Römer-Fraktion der Grünen. Besser sei es noch, "wenn wir jetzt die ganze Ecke aufräumen". Das haben die Grünen bereits vorgeschlagen: Auch die Durchfahrt vom Roßmarkt zum Kornmarkt - also Weißadlergasse und Am Salzhaus - wollen sie zur Fahrrad- und Fußgängerstraße mit viel Grün und Platz für die Gastronomie umbauen.

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