Wer kurz vor Weihnachten Online-Shoppen möchte, muss aufpassen. Das vermeintliche Schnäppchen kann teuer werden. (Symbolbild)
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Wer kurz vor Weihnachten Online-Shoppen möchte, muss aufpassen. Das vermeintliche Schnäppchen kann teuer werden. (Symbolbild)

Zoll und Einfuhrgebühren

Vorsicht beim Online-Shopping: So kommt das Weihnachtspaket sicher durch den Zoll

  • Luisa Ebbrecht
    VonLuisa Ebbrecht
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Der Zoll Frankfurt warnt vor vermeintlichen Schnäppchen beim Online-Shopping kurz vor Weihnachten. Was Kunden beim Bestellen beachten sollten.

Frankfurt - Mit dem Black Friday (26.11.2021) wird die heiße Phase des vorweihnachtlichen Online-Shoppings eingeläutet. Viele begeben sich deshalb auf die Suche nach der neusten Technik und anderen Schnäppchen. Wer ein gutes Angebot gefunden hat, sollte bei der Bestellung laut dem Zollamt Frankfurt allerdings einiges beachten. Nicht alle vermeintlichen Schnäppchen bleiben letztendlich auch günstig für den Kunden.

Zunächst sollte der Kunde darauf achten, woher das Paket kommt. Wird es aus einem Nicht-EU-Land verschickt, ist Zoll zu bezahlen, und zwar gleich in mehrfacher Hinsicht. So fallen beispielsweise bei Schuhen oder Smartphones Zölle und Einfuhrumsatzsteuer an. Bei verbrauchsteuerpflichtigen Waren wie Alkohol müssen zusätzlich Verbrauchsteuern bezahlt werden.

Zoll Frankfurt informiert: Für Weihnachtspakete aus einem Drittland gelten folgende Bestimmungen:

  • Warenwert bis 150 Euro: Die Einfuhrumsatzsteuer in Höhe des regulären Steuersatzes von 19 % bzw. des ermäßigten Steuersatzes von 7 % (z.B. bei Büchern oder Lebensmitteln) werden erhoben. Gegebenenfalls kommen noch Verbrauchsteuern hinzu. Darüber hinaus ist der Wegfall der bisherigen Freigrenze von 22 EUR zu beachten: Seit dem 1. Juli 2021 müssen für sämtliche Waren, die aus einem Drittland stammen, Einfuhrabgaben entrichtet werden.
  • Warenwert über 150 Euro: Neben der Einfuhrumsatzsteuer fallen auch der warenabhängige Zoll und gegebenenfalls die Verbrauchsteuern an.
  • Ausnahmen gelten für private Geschenksendungen: Diese sind bis zu einem Wert von 45 Euro zoll- und einfuhrumsatzsteuerfrei.

Weihnachtspakete: Zoll-Gebühren und extra Servicepauschale fallen an

Normalerweise geht der Post-, Kurier- oder Expressdienstleister bereits bei Ankunft der Sendung im Paketzentrum für die Zollgebühren in Vorleistung. Nach Angaben des Hauptzollamts Frankfurt sollten Online-Kunden beachten, dass die Beförderungsunternehmen auch eine extra Servicepauschale für die Anmeldung beim Zoll und Vorauszahlung der Einfuhrabgaben erheben. Informationen hierzu können Kunden in den Allgemeinen Geschäftsbedingungen einsehen. Die Servicepauschale ist allerdings keine Einfuhrabgabe des Zolls.

Wenn wichtige Angaben für die Zollabwicklung fehlen oder unvollständig sind, wird die Postsendung grundsätzlich an das für den Empfänger zuständige Zollamt weitergeleitet. In diesen Fällen wird der Besteller per Benachrichtigungsschreiben der Post informiert und muss sich persönlich um die Zollabwicklung kümmern.

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Neben der Erhebung von Abgaben sind auch bei Post- und Kuriersendungen immer Einfuhrverbote bzw. Beschränkungen zu beachten. Demnach überwacht der Zoll zum Schutz der Verbraucher auch die Einhaltung der Bestimmungen des gewerblichen Rechtsschutzes sowie der Produktsicherheit. Dies geschieht zum Beispiel bei der Einfuhr von technischen Geräten oder Kleidung.

Zoll Frankfurt: Vermeintliche Weihnachtsschnäppchen können sich als Fehlinvestitionen entpuppen

„Vermeintliche Schnäppchen können sich da schnell als Fehlinvestition entpuppen, wenn diese gefälscht sind“, so Christine Straß, Pressesprecherin des Hauptzollamtes Frankfurt am Main: „Die Plagiate werden beschlagnahmt, und anschließend vernichtet. Die Kaufsumme wird vom Online-Händler nicht erstattet. Außerdem erwartet den Paketempfänger oft zusätzlich noch ein zivilrechtliches Verfahren mit dem Rechteinhaber. Wer also zu Weihnachten ganz entspannt schenken möchte, macht sich besser rechtzeitig schlau.“

Zuletzt wurden bei einer Kontrolle verdächtiger Personen am Flughafen Frankfurt Zoll-Beamte fündig. Diese beschlagnahmten das Gepäck der Reisenden. Zudem kontrollierte erst kürzlich der Zoll am Flughafen Frankfurt den Geldverkehr. Dabei stach ein Mann mit seiner „Kreativität“ ganz besonders hervor – das hatte Konsequenzen. (Luisa Ebbrecht)

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