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Berichtete dem Stadtparlament über die Schwierigkeiten bei der Beschaffung von Schutzmasken: Gesundheitsdezernent Stefan Majer (Grüne). Foto: Rolf Oeser

Corona-Pandemie

Frankfurt: Zwei Millionen Masken müssen pro Monat her

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Die Vorräte der Stadt schrumpften zunächst rapide. Nun kümmert sich die Branddirektion darum, Nachschub zu organisieren. Doch das ist gar nicht so einfach.

Frankfurt -Atemschutzmasken, Gummihandschuhe und Desinfektionsmittel sind in diesen Zeiten ein hohes Gut. Vor allem, seitdem in Bussen und Bahnen sowie in den Geschäften Maskenpflicht herrscht, sind die Bedeckungen für Mund und Nase gefragter denn je. Aber es gibt Engpässe. Schon zu Beginn der Corona-Pandemie klagten vor allem Ärzte und Pfleger in Krankenhäusern darüber, dass es kaum Schutzmaterial gibt. Doch wie ist es um die Vorräte in Frankfurts städtischen Ämtern, Betrieben, medizinischen und sozialen Einrichtungen bestellt? Und wie haben sie sich seit Anfang des Jahres entwickelt?

Überhöhte Preise, mindere Qualität

Derzeit gibt es 2,2 Millionen einfache Mund-Nasen-Bedeckungen in Frankfurt, 160 890 FFP1-Masken, 533 870 FFP2-Masken, 1938 FFP3-Masken sowie 864 100 Einmalhandschuhe (Stand: 5. Mai). Diese Zahlen nannte jetzt Gesundheitsdezernent Stefan Majer (Grüne) auf Anfrage des Stadtverordneten Yanki Pürsun (FDP).

"Die Beschaffung der benötigen Materialien gestaltet sich aufgrund der aktuellen Lage und damit verbundenen Marktsituation äußerst schwierig", teilt Gesundheitsdezernent Majer mit. Die Lieferungen würden mit großem Zeitverzug erfolgen. Teilweise werde minderwertige Ware zu deutlich überhöhten Preisen angeboten. Da kostet eine FFP3-Maske, die in normalen Zeiten ein bis zwei Euro gekostet hat, schon mal 15 Euro und mehr. "Aufgrund der Knappheit müssen auch Produkte unterhalb der üblicherweise geltenden Normvorgaben beschafft werden, um die festgelegten Mengen annähernd erreichen zu können", so Majer.

Der Stadtrat gibt an, dass zum Jahreswechsel 700 000 Schutzmasken - 500 000 FFP1- und 200 000 FFP2-Masken - vorrätig gewesen seien. Sie sollten im Falle einer Pandemie dazu dienen, die Stadtverwaltung bis zu 40 Tage aufrechtzuerhalten. So sei es im Pandemieplan der Stadt festgelegt. Darüber hinaus hatte die Branddirektion "Kleinstmengen für den Bedarf des Einsatzdienstes" eingelagert, so dass insgesamt rund eine Million Masken zum Schutz der Städtischen Mitarbeiter im Pandemiefall zum Jahreswechsel vorrätig waren. Doch der Vorrat nahm rapide ab. Anfang April gab es laut Majer nur noch einen Restbestand von 253 200 Masken: 96 000 FFP1- und 157 200 FFP2-Masken. Die Beschaffung der Schutzmasken für die Arbeitsmedizin, die Branddirektion und das Gesundheitsamt erfolgte damals noch dezentral.

Künftig dauerhafte Lagerung angestrebt

Das hat sich mittlerweile geändert. Jetzt ist die Branddirektion für die Beschaffung von Schutzausrüstung und Desinfektionsmittel für die städtischen Ämter, Betriebe, Altenheime, ambulante Pflegedienste, Sozialstationen, Schulen und Kitas verantwortlich. Die Mitarbeiter müssen Monat für Monat versuchen, zwei Millionen Schutzmasken zu organisieren. Das Material wird im Katastrophenschutzlager der Feuerwehr in Eckenheim gelagert.

"Die ermittelten Bedarfe basierten auf einer Verbrauchserfassung der städtischen Ämter, Krankenhäuser und sonstigen Träger im Gesundheits- und Sozialbereich", erklärt Majer. "Im Zuge der fortlaufenden Evaluierung wurden die anzustrebenden Lagerbestände angepasst."

Zudem weist der Gesundheitsdezernent darauf hin, dass der Magistrat aufgrund der Erfahrungen aus der aktuellen Pandemie derzeit "die dauerhafte Einrichtung der Vorhaltung und Lagerung für kritische Materialien prüft, um künftig derartige Lagen besser bewältigen zu können". Julia Lorenz

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