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Die Woche im Römer

Frankfurter in aller Welt

Frankfurt gehört zu den Städten, die eine eigene Außenpolitik betreiben. Mit 17 Partnerstädten auf vier Kontinenten verfügt die Mainmetropole über ausgezeichnete internationale Kontakte.

Frankfurt gehört zu den Städten, die eine eigene Außenpolitik betreiben. Mit 17 Partnerstädten auf vier Kontinenten verfügt die Mainmetropole über ausgezeichnete internationale Kontakte. Oberbürgermeister Peter Feldmann (SPD) hat die Pflege der Internationalität sogar in sein Wahlprogramm aufgenommen. In seiner nun seit 2012 währenden Amtszeit sind neue Verbindungen hinzugekommen: Mit dem türkischen Eskisehir (seit 2013) und dem amerikanischen Philadelphia (seit 2015) hat Frankfurt neue Freundschaftsbande geknüpft.

In dieser Woche nun besuchte eine Delegation mit Feldmann an der Spitze Kairo. Die Partnerschaft mit der Stadt am Nil besteht seit 39 Jahren. Und vor dem Jubiläumsfest im nächsten Jahr wollten die Frankfurter die Kontakte erneut intensivieren. „Die Gespräche in Kairo lassen den Willen erkennen, die Beziehungen zu vertiefen“, hieß es aus dem Kreis der Teilnehmer. Zum 25. Jubiläum im Jahre 2004 reiste eine Delegation unter Leitung des Stadtverordnetenvorstehers Karlheinz Bührmann (CDU) in die ägyptische Hauptstadt. Petra Roth dagegen war in ihrer 17-jährigen Amtszeit nie in Kairo gewesen. Dabei hat die heute 74-Jährige Frankfurt stets engagiert und würdevoll auf Auslandsreisen vertreten. Das kritisierte während Roths Amtszeit die Frankfurter SPD. Sie würde nur präsidial in der Weltgeschichte herumreisen und Sekt trinken, hieß es. Ein Vorwurf, der Roth ärgerte, denn: „Jeder, der mich kennt, weiß, dass ich keinen Sekt trinke, sondern Bier“, sagte sie einst in kleiner Runde bei einem kühlen Blonden und genehmigte sich dazu eine Zigarette.

Jetzt, da ein Sozi im Chefsessel des Römers sitzt, muss sich Feldmann keine Vorwürfe von den Genossen anhören. Volksfreund Peter pflegt die Völkerverständigung und singt gerne auch mal die Internationale. Und hat er nicht ohnehin die Pflege der Internationalität in seinem Wahlprogramm stehen?

Auch zu Israel, dem Nachbarland Ägyptens, unterhält Frankfurt ausgezeichnete Beziehungen. Die Bande mit der Stadt Tel Aviv sind stark. Ihnen verdanken Petra Roth und der CDU-Ehrenvorsitzende Ernst Gerhardt die Ehrendoktorwürde der dortigen Universität. Auch Bürgermeister Uwe Becker (CDU) war schon häufig, dienstlich wie privat, in Tel Aviv. Da wird er um den Ehrendoktorhut wohl nicht herumkommen.

Menschen aus 180 Nationen leben in Frankfurt zusammen. Aus ihrer Mitte kommen häufig Anregungen für neue Verbindungen. Der Verein „Avrupali Eskisehirliler“ („Europäer aus Eskisehir) wurde 2007 ins Leben gerufen. Mitglieder des Kulturvereins sind rund 100 Familien mit Wurzeln in und um Eskisehir. Ziel des Vereins ist die Förderung und Pflege von Tradition und Kultur, die Belebung von Solidarität und Kommunikation zwischen ihren Mitgliedern und Eskisehir. Auch die Partnerschaft mit Granada in Nicaragua hat sich aus dem Verein „Städtefreundschaft Frankfurt – Granada“ entwickelt. 1991 wurde auf Betreiben des Vereins ein offizieller Vertrag zwischen Frankfurt und Granada beschlossen. Unter den Partnerstädten ist es wie unter Menschen: Zu einigen sind die Kontakte intensiv, zu anderen weniger. Besonders eng sind die Beziehungen zu Lyon, das seit 1960 Partnerstadt ist. Nach dem Fall des eisernen Vorhangs kamen Städte wie Budapest und Krakau dazu.

Bei der Kairo-Reise nun war auch der stellvertretende Präsident der Industrie- und Handelskammer dabei. Es gilt bei solchen Besuchen schließlich auch, die heimische Wirtschaft zu stärken. Handel schafft bekanntlich Wandel. Und Frankfurts internationale Städtepartnerschaften sorgen natürlich auch für Handel.

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