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Frankfurter Architekturmuseum hat die Seite gewechselt

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Von: Alexandra Flieth

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Ganz in seinem Element: Peter Cachola Schmal, der Direktor des Deutschen Architekturmuseums. FOTO: enrico sauda
Ganz in seinem Element: Peter Cachola Schmal, der Direktor des Deutschen Architekturmuseums. © sauda

Mutterhaus in Dribbdebach wird derzeit saniert

Es ist noch ruhig an diesem Vormittag, als Peter Cachola Schmal, der Direktor des Deutschen Architekturmuseums (DAM), durch die Ausstellung zum "DAM Preis 2022" läuft. Ungewöhnlich dabei ist, dass die Präsentation nicht, wie sonst üblich, im 1984 eröffneten Stammhaus des DAM am Schaumainkai zu sehen ist, sondern in der Dependance in der Henschelstraße im Ostend. Das Architekturmuseum hat die (Main-)Seite gewechselt. Grund: Der angestammte Hauptsitz am Schaumainkai 43 wird saniert und ist deshalb geschlossen. Wegen der Maßnahmen, die voraussichtlich bis Ende 2023 dauern, hat das Museum nun ein Ausweichquartier unweit des Ostbahnhofs bezogen, das vor kurzem anlässlich der Ausstellung zum "DAM Preis 2022" erstmals seine Türen öffnete.

Neckermann und Telekom

Das u-förmig angelegte Gebäude in der Henschelstraße, ein Bau der beginnenden 1950er Jahre, ist heute unter dem Namen "Danzig am Platz" bekannt und war früher zunächst Sitz von Neckermann und später der Telekom, ursprünglich ein klassisches Bürogebäude mit Fluren und davon abgehenden Büros. Im Erdgeschoss rechts von der Henschelstraße aus gesehen sowie in der darüberliegenden ersten Etage hat das DAM jetzt seine neuen Räume bezogen, die rund 500 Quadratmeter umfassen. Das Ganze heißt nun DAM Ostend. Es ist gut mit öffentlichen Verkehrsmitteln zu erreichen, bietet aber auch Parkmöglichkeiten für Besucher an.

Die Ausstellungsfläche selbst ist im Erdgeschoss. Es ist ein großzügig geschnittener, fast an ein Industrieloft erinnernder Raum mit viel Tageslicht. Noch verfügt die Fläche nicht direkt über einen zentralen Eingang. Über eine Treppe gelangt der Besucher zunächst in einen kleinen Flur zur Eingangstür. Doch das soll sich so schnell wie möglich ändern, erzählt Cachola Schmal. An der langen Fensterfront im Ausstellungsraum soll schon bald ein Eingang eingebaut werden, der den Besuch im Ausweichquartier des Museums dann auch barrierefrei möglich macht.

Weiterhin Ausstellungen

Trotz der notwendigen Baumaßnahmen am Gebäude des DAM in Sachsenhausen sei es ihm sehr wichtig gewesen, dass das Museum auch weiterhin mit Ausstellungen in der Stadt präsent ist, sagt Cachola Schmal. Er freue sich, dass man mit der Fläche im "Danzig am Platz" einen Ort gefunden habe, an dem dies möglich sei. "Hier wird es auch Vorträge und Veranstaltungen geben", nennt der Museumsdirektor seine Pläne. Auch die Vermittlung des Museums werde am Ausweichquartier Angebote machen. Dafür steht ein großzügig geschnittener Raum in der ersten Etage zur Verfügung. Dieser hat ebenfalls viel Tageslicht und ist fertig eingerichtet.

Die Büros der Mitarbeitenden sind hingegen woanders untergebracht - in einem Gebäude in der Berliner Straße sowie in Räumen der ehemaligen Stempelfabrik in der Hedderichstraße in Sachsenhausen. Obwohl das Ausweichquartier erst vor kurzem eröffnet wurde, sei es bereits gut angenommen worden. "Gerade am Wochenende lief es gut", sagt Cachola Schmal. Er findet, das Viertel rund um den Danziger Platz habe viel Potenzial.

Wie man auf dem Land baute

Neben dem geplanten Programm im Interimsquartier soll es in diesem Jahr auch eine Ausstellung in Kooperation mit dem Freilichtmuseum Hessenpark in Neu-Anspach geben, die einen Fokus auf die Architektur auf dem Land legen wird. Die Eröffnung ist am 27. März. Und auch der Internationale Hochhauspreis soll an anderer Stelle durchgeführt werden. Das Museum Angewandte Kunst stellt dem DAM hierfür zum Ende des Jahres Räume zur Verfügung.

Die Ausstellung "Die 26 besten Bauten in/aus Deutschland" im DAM Ostend, Henschelstraße 18, läuft bis zum 27. März und kann dienstags bis sonntags von 12 bis 19 Uhr besichtigt werden. Eintritt: 6 Euro. Besucher bis 18 Jahre haben freien Eintritt. Infos zum Programm gibt es unter www.dam-online.de im Internet. Alexandra Flieth

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